Zwei Marathonsitzungen hat der Gemeinderat schon für die Haushaltsplanung 2021 aufgewandt und eine dritte steht noch aus. In Pandemie-Zeiten muss alles auf den Prüfstand, weshalb um jeden Euro hart gerungen wurde. Ende April hatte die Kämmerei die Haushaltsplanung vorgestellt. In der ersten Mai-Woche wurden dann alle Posten, bei denen Ratsmitglieder weitere Erläuterungen wünschten, diskutiert, ehe das Ratsgremium via Mehrheitsbeschluss erklärte, was bleiben darf, was abgespeckt oder erhöht werden muss und was am Ende ganz gestrichen wird.

Die Steuerkraft steigt

Gut zwanzig Millionen Euro Volumen wies der Haushalt für 2021 nach diesem Durchgang mit spitzem Rechenstift noch aus, und so sollte er dann auch verabschiedet werden. Die Steuerkraft der Gemeinde steigt der Kämmerei zufolge auf stattliche 6,2 Millionen Euro und auch bei der Grundsteuer macht sich der im Jahr 2020 festgelegte erhöhte Hebesatz mit etwa 100 000 Euro Mehreinnahmen bemerkbar. Mit neun Millionen Euro schlägt die an den Landkreis abzuführende Kreisumlage aber auch kräftig zu Buche.

Der Personalkostenanteil an den Ausgaben des Verwaltungshaushalts schlägt in Memmelsdorf mit 22 Prozent auf die Kasse. Und mit fünf Millionen Euro nimmt sich die Gemeinde der Zukunft der Kinder an. Kaum ist das eine Kita-Projekt abgeschlossen, da warten schon wieder neue Anforderungen. Da konnte es dann am Ende auch nicht verwundern, dass die Zuführungen zum Vermögenshaushalt von 27,7 Millionen Euro im Jahr 2018 auf knapp 300 000 Euro aktuell zurückgegangen sind.

Weiterhin galt es bei der Vorbereitung erster Beschlüsse, auch den Stellenplan im Auge zu behalten und den ebenfalls grundsoliden Wirtschaftsplan der Gemeindewerke.

Mit der Forderung nach nachhaltiger Beschaffung für Büromaterial lief die Fraktion Grünes Memmelsdorf offene Türen ein bei der Verwaltung selbst und auch bei den weiteren Rathausfraktionen. Die Aktiven Bürger Drosendorf dürfen mit einer baldigen Realisierung einer Querungshilfe über den Leitenbach am östlichen Ortsrand Drosendorfs rechnen. Und auf Antrag der Verwaltung wurde über die abermalige Zuschussverdoppelung bei der Sportbetriebsförderung der Vereine diskutiert, was einhellig befürwortet wurde. Man müsse den von der Pandemie schwer gebeutelten Sportvereinen eine Perspektive eröffnen, erklärten alle Fraktionen.

Elternbeiträge werden ersetzt

Und auch der Vorschlag, die Kita-Elternbeiträge für Januar bis Mai 2021 in voller Höhe zu ersetzen, fand Zustimmung. Der dafür auflaufende Gesamtbetrag wurde auf 16 000 Euro beziffert. An den Kindern wolle man nicht sparen, so Erster Bürgermeister Gerd Schneider dazu.