Was sich in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses abzeichnete, wurde jetzt Fakt. Der Stadtrat Bad Rodach beschloss, die in die Jahre gekommene Kläranlage in Gauerstadt stillzulegen und die Abwässer mittels eines pneumatischen Pumpwerkes der zentralen Kläranlage in Bad Rodach zuzuführen. Die Investitionskosten wurden mit rund 2,7 Millionen Euro veranschlagt. Bad Rodach kann mit Fördermitteln in Höhe von 711 000 Euro rechnen.

Eine Sanierung der Kläranlage in Gauerstadt hätte Investitionskosten von etwa 3,1 Millionen Euro mit sich gezogen. Bürgermeister Tobias Ehrlicher (SPD) erläuterte, dass hier nach der Richtlinie für Zuwendungen zu wasserwirtschaftlichen Vorhaben (RZWas) mit einer deutlich höheren Förderung in Höhe von 1,7 Millionen Euro zu rechnen gewesen wäre.

Weitere Projekte stehen an

Die Krux an der Sache ist aber, dass dies ein maximaler Fördertopf für das gesamte Stadtgebiet gewesen wäre, aus dem auch Sanierungen von Pumpwerken, Regenrückhaltebecken und Kläranlagen hätten bestritten werden müssen. Da solche Maßnahmen in der Kurstadt anstehen und auch eine Klärschlammpresse angeschafft werden soll, war das Argument der höheren Förderkulisse nicht mehr ausschlaggebend.

Weitere Argumente, die für eine zentrale Abwasserentsorgung sprechen, sind die geringeren Unterhalts- und Personalaufwendungen sowie eine Verbesserung der Reinigungsleistung der Kläranlage Bad Rodach, deren Auslastung derzeit eher als gering bezeichnet werden kann.

Nachdem Kläranlagen zu den Einrichtungen gehören, die kostendeckend arbeiten müssen, regte Christoph Herold (CSU) an, die Investitionskosten über den Abschreibungswert (AfA) in die Gebührenkalkulation der nächsten 25 Jahre aufzunehmen. Dem pflichtete auch Bürgermeister Ehrlicher bei, der sich deutlich gegen einen sogenannten "Verbesserungsbescheid" aussprach, da diese Methode die Bürger mit einer Einmalzahlung doch übergebührend belasten könnte. Zur Finanzierung des Projekts wird die Stadt ein Darlehen aufnehmen, das letztlich über die Verbrauchsgebühren zurückgezahlt wird.

Baubeginn in vier Wochen

Vorwärts geht es in Sachen Barrierefreiheit für das Jagdschloss. Der Stadtrat konnte jetzt den Auftrag für die Zimmerer-, Dachabdeckungs- und Dachabdichtungsarbeiten vergeben. Mit einem Investitionsvolumen von 80 377 Euro liegt man damit 10 997 Euro über der Kostenschätzung. Architekt Thomas Eck geht von einem Baubeginn in etwa vier Wochen aus. Die gesamte Bauzeit inklusive der Baumeisterarbeiten veranschlagte er mit vier Monaten. Bürgermeister Ehrlicher würdigte die Unterstützung durch die Städtebauförderung und die Oberfrankenstiftung. Die Stadt rechnet mit einer finanziellen Zuwendung in Höhe von etwa 69 000 Euro