Christiane reuther Vom Dadaismus lässt sich der Haßfurter Künstler Karl Grunwald inspirieren. Er holt mit einem positiv geprägten Ansatz alles Mögliche aus der Versenkung alter Bücher oder Flohmärkte und dadaiert diese mit neuem Kunstglanz in das heutige Sein. Dadaismus oder auch nur Dada genannt ist laut "Wikipedia" eine künstlerische und literarische Bewegung um 1920. Vom Dada gingen erhebliche Impulse auf die Kunst der Moderne bis hin zur zeitgenössischen Kunst aus. Getreu dem Motto "Dada lebt" präsentiert Karl Grunwald momentan in der Galerie im Saal im Knetzgauer Gemeindeteil Eschenau Kunstwerke unter dem Titel "Serendipity" der Öffentlichkeit.

Grunwald ist 1957 in Fürth geboren und studierte an der Akademie Nürnberg Kunsterziehung. Von 1989 bis zum letzten Schuljahr unterrichtete er als Kunsterzieher am Regiomontanus-Gymnasium in Haßfurt. Die Arbeit in der Schule sah der Künstler in all den Jahren als sein Hauptaugenmerk. Doch jetzt hat der 63-Jährige mehr Freizeit, und deshalb hat er sich auch entschlossen, in der Galerie im Saal in Eschenau seine Kunstwerke zu präsentieren.

Jubiläumsausstellung

Es ist mittlerweile die 50. Kunstausstellung und somit ein besonderes Jubiläum, auf das sich die Eschenauer Galeristen Eleonore Schmidts-Stumpf und Egon Stumpf stolz zeigen. Coronabedingt gab es - wie es bei den vergangenen Ausstellungen üblich war - keine Vernissage. Doch der Künstler gewährte am Sonntagnachmittag den Besuchern Einblicke in sein Schaffen und seine Kunstwerke. Diese sind zusammengetragen aus den vergangenen zehn Jahren. Wobei das Hauptaugenmerk auf dem künstlerischen Schaffen der letzten zwei Jahre liegt.

Die Bandbreite reicht von Zeichnungen über Malerei und Collagen bis hin zu Plastik und Cyanotypie, die auch als Eisenblaudruck bekannt ist. Alte Künstler, abgebildet in alten Büchern teils aus Flohmarktfunden, übermalt Grunwald; er schneidet Teile aus und komponiert sie neu. Die Freude am neuen Zusammensetzen zieht sich durch die Ausstellung, wie das Kunstwerk "Viel Leicht" den Betrachter erahnen lässt. Hier hat Grunwald Bilder aus seiner Studienzeit zerrissen und neu komponiert. Wie der Titel der Ausstellung "Serendipity" als eine zufällige Beobachtung von etwas ursprünglich nicht Gesuchtem bezeichnet wird, so lässt sich der Künstler experimentierfreudig selbst überraschen von seinem Endprodukt.

Führungen durch die Ausstellung finden am 25. Oktober und am 8. November (jeweils Sonntag) während der Öffnungszeit von 11 bis 17 Uhr statt. Die Galeristen bieten aber auch außerhalb der Öffnungszeit Führungen an (telefonische Vereinbarung unter Ruf 09527/810501).