Ein Ort zum Experimentieren, Reden und Genießen soll der "Heinersreuther Hof" werden. Auf dem restaurierten Bauernhof, der im Besitz der Adalbert-Raps-Stiftung ist, hatte das Thema Essen schon immer eine besondere Bedeutung. Und in der Zukunft hat der Eigentümer noch viel mehr vor (wir berichteten bereits ausführlich). Jetzt hatte die Stiftung Interessierte aus der Gemeinde Ködnitz eingeladen, um sie über das Vorhaben zu informieren.

Die Vorstellung übernahmen Frank Kühne als Vorstand der Raps-Stiftung, Architekt Veit Hube und Eventmanagerin Isabell Böhm. Letztere sprach von der Vision einer Location mit viel Freiraum für Lebensmittelproduktion, einem Ort der kulinarischen Inspiration, des Austauschs und Genießens.

Mitte des Jahres geht's los

Zur Zielgruppe zählen neben Köchen, Gastronomen, Unternehmen und Start-ups auch Lehrinstitutionen. "Mit dem geplanten Umbau ab Mitte dieses Jahres wird eine Art Food-Lab entstehen", sagte Kühne. Dazu gehörten auch eine Experimentierküche, eine Multifunktionsscheune, zwei Seminar-Räume und ein "Co-Working-Space". Zwar werde der "Heinersreuther Hof" nicht für den Endverbraucher zu mieten sein, im Rahmen regelmäßig geplanter Veranstaltungen werde er seine Tore aber auch für die Genussmenschen der Region öffnen, versprach der Vorstand.

Die kulinarische Geschichte des "Heinersreuther Hofs" reicht bis in die Anfänge des 19. Jahrhunderts zurück. Im Backofen wurde das gesamte Brot des Dorfes produziert. 1968 ging der Hof in den Besitz des Vereins "Club kochender Männer" über. Mit viel Liebe zum Detail restaurierten die Mitglieder das Anwesen. Einmal im Monat treffen sie sich noch heute zum Kochen im Ködnitzer Ortsteil.

Einfach mal anders denken

Zugute kommt den Initiatoren die Verankerung in der Genussregion Oberfranken mit ihrer weltweit größten Dichte an Bäckern, Metzgern, Brauern und Brennern und die idyllische Lage des Hofes. "Unsere Gäste sollen sich zurückziehen und auf das Wesentliche konzentrieren können. Sie sollen Dinge ausprobieren und einfach mal anders denken", so Kühne. Gleichzeitig sehe man den Hof als Begegnungsstätte, die einen inspirierenden Austausch fördere. Die Scheune werde nach dem Umbau Platz für bis zu 120 Personen bieten, sagte der Vorstand weiter. Die daran angrenzende Experimentierküche werde mit hochwertigen Gerätschaften und einer zum Großteil mobilen Einrichtung ausgestattet. Sowohl einem einzelnen Koch als auch einer Gruppe von mehreren Personen biete sich so stets die genau richtige Umgebung.

Zwölf Häuschen zum Übernachten

"Natürlich sollte gerade derjenige, der mit Lebensmitteln arbeitet, nicht auf Genuss verzichten müssen", betonte Kühne. Der "Heinersreuther Hof" sei auch ein Platz zum Wohlfühlen. Den eigentlichen Charme des Ortes werde aber wohl erst derjenige erfahren, der nach dem Übernachten in einem der zwölf geplanten "Tiny Houses" die Sonne über dem "Heinersreuther Hof" aufgehen sehe.

Frank Kühne zeigte sich überrascht vom starken Zuspruch der Bevölkerung: "Neben den direkten Nachbarn und weiteren Anwohnern aus Heinersreuth zählten auch Besucher der umliegenden Dörfer zu den Interessierten. Ich hoffe, wir konnten unser Konzept gut verständlich präsentieren und es ist klar geworden, dass wir dieses Projekt auch im großen Bewusstsein für das Dorf und die Gemeinschaft umsetzen möchten." Man habe ein offenes Ohr für Fragen und Bedenken. Dort, wo es noch Handlungsbedarf gebe, werde man nach Lösungen suchen, "die im Sinne aller Betroffenen sind".