Ihre Passion hat Irmgard Krammer im Lindenweg in Großenseebach zu ihrer Aufgabe gemacht. In ihrem Marme-Laden stehen auf unterschiedlichste Art haltbar gemachte Früchte aus Garten, Flur und Wald zur Verkostung bereit.

Das 15-jährige Jubiläum des kleinen Ladens feierte KrammerKrammer unter dem Motto "Alles Quitte oder was?" Sie machte den Weg der Quitte vom Baum bis ins Glas sichtbar. Krammer ist überzeugt: "Mehr regional, bio oder Heimat geht nicht." Es kommt ihr besonders zu Gute, dass der Quittenbaum in ihrem Garten heuer sehr gut Früchte getragen habe. "Für mich reicht das heuer", so die Fruchtexpertin. Obwohl sie für ihre Aktion zur Bekanntmachung der Quitte Einiges vorbereitet hatte, hing der Baum zur Hälfte immer noch voll mit den gelben Früchten.

Für Krammer ist das Besondere an der Quitte, ihr herb-säuerlicher Geschmack, der sich besonders gut zu vielen verschiedenen Gerichten komponieren lässt - egal, ob süß, herzhaft, süffig oder lecker. Dazu zählen Marmelade, Gelee, Mus, Chutney süßsauer, Senf, Punsch, Kuchen, Likör oder getrocknet als Fruchtspalten sowie Fruchtkonfekt.

Bei Einhaltung aller Hygieneregeln gab es in Großenseebach viele Angebote zum Testen und zum Kaufen. Ein Höhepunkt war es, das Glücksrad zu drehen. Beim "Q" erhielten die glückliche Gewinner ein Quittenprodukt von der Marmeladenprinzessin Alina überreicht.

Geschichte der Quitte

Die Quitte wird in Mitteleuropa vermutlich seit dem neunten Jahrhundert angebaut. Nach ihrem Aussehen unterscheidet man zwischen Apfel- und Birnenquitten. Sie enthalten viel Vitamin C, Mineralien, Spurenelemente, Pektin, Schleimstoffe und Gerbsäuren. Deshalb können sie bei leichten Entzündungen im Mund- und Rachenraum sowie bei Darmstörungen nützlich sein.

Schon bei Hildegard von Bingen war die Quitte ein wichtiges und weitverbreitetes Heilmittel. Durch ihren hohen Pektingehalt sind Quitten lange haltbar und waren dadurch ein wichtiger Vitaminlieferant für die Menschen im Winter. Süßes Quittenbrot war früher das Konfekt des kleinen Mannes.

Da die Quitten erst im Mai blühen, sind sie im Gegensatz zu Äpfeln und Birnen nicht der Gefahr von Spätfrösten ausgesetzt. Die Frucht ist mit einem leichten Flaum überzogen und scheint zunächst hart und unzugänglich, obwohl sie in den unterschiedlichsten Nuancen von Ananas, Orange, Birne und Mango duftet. Bei Astheim gibt es sogar einen Quittenlehrpfad, auf dem die unterschiedlichen Ausformungen der Quitte verglichen werden können.

Für Irmgard Krammer war das Jubiläum mit der gelben Frucht eine Möglichkeit, ihre Quittenvarianten bekannt zu machen. Denn die meisten Märkte sind in diesem Jahr ausgefallen. Die Geschäftsfrau hofft noch auf die Nürnberger Verbrauchermesse Consumenta und den Christkindlesmarkt in Nürnberg. Für die Großenseebacherin sind beide Märkte wichtig, da sie dort in jedem Jahr genügend Interessenten einer außergewöhnlichen Frucht begegnet.