Alexandra kemnitzer Zu Fuß sind die Kinder aus der Nachmittagsbetreuung (NaMi) des Bildungshauses Weidhausen in die Nachbargemeinde gelaufen und haben zum Einkaufen einen Zwischenstopp in Sonnefefeld eingelegt. Mit frischem Gemüse und leckeren Würstchen bepackt hat sich die junge Truppe dann auf den Weg in die ASB-Hausgemeinschaft "Anna von Henneberg" gemacht.

Dort warteten schon die Bewohner auf Unterstützung. Zuerst wurden die Zutaten für eine Gemüsesuppe klein geschnitten und geschält. Berührungsängste oder Vorbehalte gab es nicht, vielmehr ein gelungenes Miteinander von Alt und Jung.

Da manche Bewohner nicht mehr die motorischen Fähigkeiten wie früher besitzen, war es für die Kinder selbstverständlich, den Senioren beim Schnippeln und Schälen spontan und ohne große Umschweife zu helfen. Dazu gab es den einen oder anderen Hinweis für die Herangehensweise.

Während der Kochaktion war oftmals von den Mädchen und Jungen zu hören: "Brauchen Sie Hilfe?" Die wurde gerne angenommen, denn die Kinder zeigten beispielsweise den Bewohnern, wie es mit dem Kleinschneiden der Zutaten klappt, wenn das Messer richtig gehalten wird. Reichte manchem Bewohner dann doch nicht die Kraft aus, um Kartoffeln in mundgerechte Stücke zu schneiden, legten die kleinen Helfer mit Hand an.

Nachdem alle Zutaten zurechtgeschnitten waren, wanderten sie in den Kochtopf. Anschließend wurde ein Teil der Suppe püriert, so dass sich am Ende alle die gesunde Leckerei in trauter Runde schmecken lassen konnten.

"Es ist interessant zu sehen, dass noch so kleine Hände große Hilfe leisten können", erklärte die Leiterin der NaMi, Kirsten Wiersig, begeistert vom Engagement "ihrer Schützlinge". Auch die soziale Leiterin und stellvertretende Einrichtungsleiterin der ASB-Hausgemeinschaft, Claudia Barnickel, freute sich über diese gelungene Aktion. "Von dieser profitieren nämlich beide Seiten", betonte sie. Während die Kinder eine willkommene Unterstützung und Abwechslung für die Bewohner seien, könnten sie Sozialkompetenzen wie Rücksichtnahme oder Einfühlungsvermögen trainieren.

Außerdem sähen sie, welche Möglichkeiten es für ältere Menschen gibt, ihren Lebensabend zu verbringen. "Durch den Besuch der Mädchen und Jungs sind unsere Bewohner viel lebhafter und offener als sonst und sprechen auch mal die Kinder von sich aus an", erklärte Claudia Barnickel weiter. So fragte ein Senior einen der Jungen, ob er ihn im Rollstuhl schieben könne, was für den Buben eine Selbstverständlichkeit war.

Während der Ferien gibt es von der Nachmittagsbetreuung solche und ähnliche Aktionen der Generationen, wie beispielsweise eine Weihnachtsfeier oder Spielnachmittage. Nicht nur die Bewohner, sondern auch die Kinder fiebern diesen Aktionen entgegen und sind gespannt, was sie als Nächstes gemeinsam erleben können.

Noch mehr geplant

Für Ostern ist ein Eierfärben geplant. "Am Dienstag, 9. Juni, wollen wir ein Sommerfest an der Schule in Weidhausen veranstalten", verriet Kirsten Wiersig schon mal. Bereits jetzt liefen hierzu die Vorbereitungen. Eingeladen würden neben den Hausgemeinschaftsbewohnern auch die Senioren aus Weidhausen, mit denen die Kinder im Stuhlkreis turnen. Neben Grillen und einem Kennenlernen werde es an diesem Tag auch ein Programm von den Mädchen und Jungen geben, mit dem die Senioren mobilisiert werden sollen, kündigte Wiersig an.