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Roßtal
Handball

Nackt-Shooting: Fränkische Handballer ziehen sich für Aktkalender aus

Die Handballer des TSV Roßtal haben einen Aktkalender herausgebracht. Als Vorbild diente ein anderer fränkischer Verein. Model-Erfahrung hatte zuvor keiner der Spieler - einige träumen jetzt aber von mehr.
 
Eine Kabinenansprache ziert den Monat Juli im Aktkalender des TSV Roßtal. Foto: Dominik Herbst, TSV Roßtal
Eine Kabinenansprache ziert den Monat Juli im Aktkalender des TSV Roßtal. Foto: Dominik Herbst, TSV Roßtal
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TSV Roßtal: Handballer bringen Aktkalender heraus. Socken und Badeschlappen - das war es auch schon an Klamotten. Die Handballer des TSV Roßtal (Landkreis Fürth) zeigen bei ihrer Spielbesprechung in der Kabine jede Menge Haut und alles, was ihre sportlichen Körper zu bieten haben. Obwohl - nicht wirklich alles. Die Taktiktafel des Trainers verdeckt das Nötigste und sorgt dafür, dass der Aktkalender der Handballer für das Jahr 2021 jugendfrei ist.

Hemmungen beim Ausziehen hatte keiner der Roßtaler. "Wir kennen uns ja schon vom Duschen. Alle, die mitgemacht haben, wussten außerdem vorab, was auf sie zukommt", sagt Arian Bonakdar, Jugendvorsitzender und Spieler des Bayernligisten. Extra trainiert haben die Handballer nicht für das Shooting: "Einige haben vor Ort noch ein paar Liegestütze oder Sit-Ups gemacht, um den Körper ein bisschen auf Vordermann zu bringen. Aber bei manchen war das eher ein hoffnungsloser Versuch", sagt der 21-Jährige.

TSV Roßtal: Handballer posieren nackt für Kalender

Bonakdar erklärt, dass das Shooting schon länger geplant gewesen war: "Die Idee, einen eigenen Aktkalender herauszubringen, stand schon seit zwei Jahren im Raum, seitdem die Handballer der HSG Erlangen/Niederlindach das vorgemacht haben."

Im Jahr 2018 zur Vorweihnachtszeit hatten zwölf Spieler aus den beiden Männermannschaften der HSG Erlangen/Niederlindach einen Wandkalender herausgebracht, in dem sie sich ebenfalls nackt präsentierten. Und für alle, die sich an den Bildern nicht satt sehen können, gibt es sogar ein kleines Bonbon: "Unser Kalender hat keine fixen Tage, somit kann man ihn noch lange weiter verwenden", sagt Max Erhardt von der HSG. "Im Moment sind noch 25 Stück auf Lager, aber wir können jederzeit nachdrucken lassen."

Erhardt erinnert sich gerne an den Tag, an dem er und seine Mannschaftskollegen von einem Fotografen-Team aus Erlangen ins richtige Licht gerückt wurden: "Es war eine Hammer-Erfahrung. Ich denke immer wieder an dieses absurde Bild zurück, als wir nackt in dieser Halle stehen, in der wir wöchentlich trainieren." Dass der TSV Roßtal die Idee nun kopiert hat, stört ihn überhaupt nicht - im Gegenteil: "Ich finde es cool, wenn unser Projekt Nachahmer findet. Viele hatten schon die Idee - aber das auch umzusetzen: Hut ab!"

Fotos per Selbstauslöser

Anders als die HSG-Handballer haben die Roßtaler die Bilder ohne professionellen Fotografen umgesetzt.

"Eines unserer Models, Dominik Herbst, hat eine gute Spiegelreflex-Kamera. Entweder hat er das Foto selbst gemacht oder der Selbstauslöser", sagt Bonakdar. "Mit der Qualität sind wir mehr als zufrieden." Die Werbeagentur Geissler aus Heilsbronn half den Roßtalern bei der Bearbeitung und glättete einige Unebenheiten.

Model-Erfahrung hatte zuvor keiner der Handballer, einige träumen jetzt aber schon von mehr. "Manche witzeln, dass sie den Sport aufgeben, um professionell zu modeln", sagt Bonakdar und lacht. "Aber Spaß beiseite, jeder fand das Shooting lustig und vielleicht kam es gerade zur rechten Zeit."

Schwere Zeiten für den Verein

Denn der TSV Roßtal hatte Anfang Oktober alle seine Mannschaften aus dem Spielbetrieb zurückgezogen (wir berichteten) - wegen der Ansteckungsgefahr und der Haftungsfrage. "Die umfangreichen Hygieneempfehlungen wurden zehn Tage und die Durchführungsbestimmungen drei Tage vor dem Saisonstart an die Vereine versendet. Dies ist durch ehrenamtliche Tätigkeit nicht seriös umzusetzen", schrieben die Mittelfranken damals auf ihrer Homepage. Damit nahm der Verein den Zwangsabstieg sämtlicher Teams in Kauf. "Dazu kam später der zweite Lockdown - aktuell kann ja niemand trainieren", sagt Arian Bonakdar.

Da tut die positive Resonanz auf den selbstproduzierten Aktkalender gut. "Mit dieser Reichweite haben wir niemals gerechnet", sagt der 21-Jährige. "Wir haben schon 230 Bestellungen erhalten, sogar jemand aus Mönchengladbach will unseren Kalender haben." Die Roßtaler haben 300 Exemplare in Schwarz-Weiß drucken lassen, für 14,50 Euro kann der Kalender auf den Social-Media-Seiten und per Mail bestellt werden (siehe Infobox).

Und die Mittelfranken sind auf den Geschmack gekommen und wollen ihre Hobbymodel-Karriere im kommenden Jahr vorantreiben. "Wir sind für den nächsten Kalender an einer Zusammenarbeit mit den Damenmannschaften dran, auch mit den anderen Sparten unseres Vereins kann ich mir eine Kooperation vorstellen. An einen Adventskalender haben wir auch gedacht, aber wir sind noch am Überlegen, was wir umsetzen wollen", zählt Bonakdar auf. Was auf jeden Fall kommen soll, ist ein Stickeralbum für Kinder: "Das soll so aussehen wie die Sammelalben von Panini." Auf den Stickern sind die Spieler dann natürlich bekleidet.

DJK versüßt den Advent - TSV-Feier nach Corona

Wer schon das zweite Jahr in Folge einen Kalender herausgebracht hat, ist die DJK Concordia Hallerndorf aus dem Landkreis Forchheim - allerdings in anderer Form: als Adventskalender und ohne nackte Tatsachen. "Gerade in diesem Jahr, in dem wir alle auf viele Elemente der Vorweihnachtszeit verzichten werden müssen, bringt dieser Kalender vielleicht ein bisschen Adventszauber ins Haus", sagt Werner Koy, Vereinsmitglied der DJK.

Schokolade ist zwar nicht enthalten, dafür aber die Chance auf lukrative Preise. Der Verkaufserlös von fünf Euro pro Kalender fließt zu 100 Prozent in den Anbau des 1985 errichteten Sportheims und kommt somit dem Vereinsleben und der Jugendarbeit zugute.

"Auch wir wollten den Verein mit dem Erlös unseres Aktkalenders unterstützen", sagt Arian Bonakdar vom TSV Roßtal. "Aber ich habe viel mit dem Vorstand telefoniert. Wir sollen das Geld lieber zur Teamstärkung nutzen, wenn es Corona wieder zulässt."

Infobox Jahreskalender und Adventskalender

  • TSV Roßtal Der Kalender für das Jahr 2021 ist für 14,50 Euro unter den Social-Media-Kanälen des Vereins, facebook.com/tsvrosstalhandball und instagram.com/rosstalhandball, bestellbar, außerdem per Mail: kalender@tsv-rosstal.de
  • HSG Erlangen/Niederlindach Der jahresunabhängige Wandkalender ist für 10 Euro per Mail bestellbar: kalender@hsg-erlangen-niederlindach.de
  • DJK Hallerndorf Der Adventskalender ist für 5 Euro in der Martin-Apotheke in Eggolsheim, der Tankstelle Kügel in Neuses, der Bäckerei Linz in Trailsdorf sowie in der Volksbank und der Brauereigaststätte Rittmayer in Hallerndorf erhältlich. Außerdem besteht die Möglichkeit, den Kalender online auf der Internetseite des Vereins (www.djk-hallerndorf.de) zu bestellen, hier fällt eine Versandpauschale an.

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