Die Supermarkt-Kette Tegut verschwindet aus Deutschland - und damit auch aus Franken. Doch bisher wurden nur wenige Standorte in der Region übernommen. Denn es gibt eine Hürde.
Nach der Übernahme von elf Tegut-Standorten durch Tante Enso ist die Zukunft vieler übriger Filialen in Franken weiter offen. Nach Unternehmensangaben von Tante Enso gehören elf fränkische Standorte zu den 36 Märkten, die künftig unter dem neuen Konzept weitergeführt werden. Laut Tante Enso sollen dabei alle Beschäftigten übernommen werden - außerdem sollen bestehende Angebote an den Standorten möglichst erhalten bleiben.
Insgesamt stehen nach jetzigem Stand noch 36 Tegut-Filialen in der Region zur Disposition, von denen sich 24 in Unterfranken und jeweils sechs in Ober- und Mittelfranken befinden:
Schwarzach am Main (Landkreis Kitzingen) – Zur Abtei 1
Würzburg (kreisfreie Stadt Würzburg) – Frankfurter Straße 18
Würzburg (kreisfreie Stadt Würzburg) – Schleifweg 9
Würzburg (kreisfreie Stadt Würzburg) – Virchowstraße 2
Würzburg (kreisfreie Stadt Würzburg) – Zeppelinstraße 122
Zeil am Main (Landkreis Haßberge) – In den Sutten 3
Welche fränkischen Märkte am Ende an Rewe, Edeka oder andere Käufer gehen und welche möglicherweise geschlossen werden, dürfte sich erst nach der Entscheidung des Bundeskartellamts klären.
Daran hängt aktuell die Filial-Übernahme von Tegut
Der Mutterkonzern von Tegut, die Genossenschaft Migros Zürich (GMZ), hatte im März 2026 bekannt gegeben, dass man sich aus Deutschland zurückziehen und die Tegut-Gruppe vollständig veräußern werde. Bald darauf gab es erste konkrete Hinweise, an wen die fränkischen Filialen gehen könnten. So teilte Rewe mit, dass die Rewe-Gruppe und die GMZ einen Vertrag über die mögliche Übernahme von bis zu 40 Tegut-Märkten geschlossen haben. Der Großteil dieser Standorte soll an Rewe gehen, weitere Märkte an Penny. Welche Filialen konkret betroffen sind, lässt das Unternehmen aber offen. "Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir darüber hinaus zum aktuellen Zeitpunkt keine Auskünfte geben können. Vor allem nicht, welche Märkte konkret von der Vereinbarung betroffen sind", erklärt Rewe auf Anfrage von inFranken.de.
Auch Migros verweist auf das laufende Verfahren beim Bundeskartellamt und nennt bislang keine einzelnen Standorte. "Die Übernahme der Tegut-Märkte durch die weiteren Erwerber steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Bundeskartellamts. Erst nach Vorliegen des Beschlusses des Bundeskartellamts können verbindliche Auskünfte zu einzelnen Filialen erteilt werden", so das Unternehmen. Aktuell könnten allerdings "keine konkreten Aussagen zu den zeitlichen Abläufen gemacht werden". Bis zur Übernahme blieben die Läden jedoch unverändert geöffnet.
Edeka bestätigt gegenüber inFranken.de ebenfalls eine Vereinbarung mit Migros über den Kauf eines größeren Tegut-Filialpakets. Nach Angaben des Unternehmens sollen rund 200 Tegut-Filialen in den Edeka-Verbund integriert werden. Der Supermarkt-Gigant erklärt, damit sollten Arbeitsplätze gesichert und die Nahversorgung erhalten werden. Zugleich macht das Unternehmen klar, dass auch hier noch keine Entscheidung über einzelne Märkte kommuniziert wird. "Mit Blick auf das laufende Verfahren können wir daher leider derzeit noch keine konkreten Einzelmärkte benennen", heißt es abschließend.
Bis dahin bleibt die Zukunft der Filialen in Franken weiter offen. Unsicherheit über die langfristige Zukunft herrscht aktuell auch bei den fränkischen BayWa-Bau- und Gartenmärkten.
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