Landrat Hermann Ulm (CSU) sicherte beim jüngsten Forchheimer Kreisausschuss am Donnerstag zu, einen Brandbrief an die Bahn schreiben. Der Grund: Die Aufzüge am Forchheimer Bahnhof fahren noch immer nicht. Auf die nicht funktionierenden Aufzüge wiesen erneut Manfred Hümmer (FW), Sebastian Körber (FDP) und Karl Waldmann (Grüne) hin.

Erst nach der bayerischen Landtagswahl

Der gesamte Kreisausschuss war sich einig, dass viele Menschen die Aufzüge dort benötigen. Bewusst will man allerdings erst nach den anstehenden Landtagswahlen in Bayern (14. Oktober) reagieren, aber zugleich den Schulterschluss mit Coburg suchen, das dieselben Probleme hat. Auch am Coburger Bahnhof sind Aufzüge desselben Herstellers eingebaut worden.

"Eine Unverschämtheit" nannte Körber das Vorgehen der Bahn. Und berichtete: Der Bayerische Rundfunk fragte wegen einer Drehgenehmigung an, als die Aufzüge sechs Monate nicht funktionierten. Auch am Sonntag vor dem Drehtag fuhren sie nicht, so Körbers persönliche Beobachtungen. "Am Montagmorgen war er frei geschalten und wurde sogar dauernd benutzt. Aber um 16 Uhr ging er schon wieder nicht."

Körber: Bahn hätte andere Firma beauftragen müssen

Körber weiß, dass die Bahn diesen Hersteller nicht mehr einsetzen will. Er verstehe aber nicht, weshalb die Bahn das Problem nicht mit den üblichen Regeln bei Baumängeln beheben kann. Denn wenn drei Monate lang Mängel nicht behoben sind, kann ein Auftraggeber die Ablehnung androhen und eine andere Firma mit der Mängelbeseitigung beauftragen.

"Zum Kotzen" beschrieb Hümmer den andauernden Missstand. Für Waldmann war der deftige Ausdruck eine Vorlage für die Darstellung eines weiteren Missstands. Auch er hat selbst beobachtet, wie an einem Mittag in der Annafest-Woche noch Scherben und Erbrochenes auf den Bahnsteigen war. "Für solche Hochzeiten der Bahnbenutzung muss sich die Bahn etwas überlegen? Denn der Forchheimer Bahnhof fällt negativ auf."