Vor neun Jahren hätte der geplante Gehweg in Moggast 160 000 Euro gekostet. Die Maßnahme wurde verschoben. Bis 2012. Da wurden die Planungen wieder aufgenommen. Kostenschätzung: 373 000 Euro. Heuer kletterte der Preis auf geschätzte 450 000 Euro. Die Ausschreibung ergab nun, dass der Bau des Gehweges 506 000 Euro kostet. Da sind aber die Nebenkosten, wie die Entsorgung des alten Asphalts und die 12,5 Prozent Planungskosten noch nicht eingerechnet. Unter dem Strich würde der Gehweg nun satte 650 000 Euro verschlingen, an denen die Stadt Ebermannstadt mit der Hälfte, sprich 325 000 Euro, beteiligt wäre.

Bisher waren die Räte nur von 225 000 Euro Eigenbeteiligung ausgegangen.
Der Stadtrat sollte die Mehrausgaben von 100 000 Euro genehmigen, die Mittel im Haushaltsplan bereitstellen.

Die seien vermutlich immer noch nicht das Ende der Fahnenstange, mutmaßte Dritter Bürgermeister Klaus Neuner (CSU). Er habe keine Kosten für eine Beleuchtung entdeckt und die Leerrohre, die verlegt werden sollen, gebe es auch nicht umsonst. Ganz abgesehen von unvorhergesehenen Kosten, wie etwa Sicherungsmaßnahmen von Gebäuden, die im Zuge der Baumaßnahme notwendig werden könnten. "Da kommt der laufende Meter Gehweg auf tausend Euro - ein stolzer Preis", rümpfte Neuner die Nase.

Absolute Notwendigkeit

Christian Sponsel (WGO) fand den Beitrag, einfach Kosten in den Raum zu stellen, wenig konstruktiv. Zwar ärgere sich auch er über die neuerlichen Mehrkosten, doch führe an der Notwendigkeit kein Weg vorbei. Außerdem gebe es noch Einsparpotenzial, etwa bei der Bepflanzung. "Die hier eingestellten 10 000 Euro braucht's nicht", befand Sponsel.

"Für den Gehweg spricht: Jedes Jahr früher bedeutet ein Jahr mehr Sicherheit für die Kinder", betonte der Moggaster Stadtrat. Zudem seien jetzt die Kosten exakt bekannt, so dass es Planungssicherheit gebe. Werde der Bau verschoben, könne niemand abschätzen, ob und wie viel Zuschuss vom Amt für Ländliche Entwicklung gewährt werde.

Angesichts der Hochwasserschäden in Bayern sei fraglich, ob für den Gehweg in Moggast noch Geld übrig bleibt. Die Förderbestimmungen könnten sich verschlechtern. Überdies bedeute eine erneute Ausschreibung erneute Kosten. "Billiger wird's nicht", fürchtete Christian Sponsel, der daran erinnerte, dass der Gehweg keine Verschönerungsmaßnahme darstelle, sondern aus Sicherheitsgründen notwendig sei. Sponsel befürchtete: "Wenn heuer nichts getan wird, passiert auch in den kommenden Jahren nichts. Dabei warten die Moggaster seit elf Jahren auf diese Maßnahme."

"Bestrafung der Moggaster"

Thorsten Götz (FW) unterstützte Sponsel. "Ich stehe zu der Maßnahme, weil mir die Sicherheit wichtig ist." Selbstverständlich seien die Mehrkosten ärgerlich. Das sah auch Richard Wiegärtner (CSU) so. Würde der Gehweg nicht gebaut, wäre das eine Bestrafung der Moggaster, fand Wiegärtner.

Ludwig Müller (WGO) bemängelte, dass womöglich die Ausschreibungsunterlagen nicht genau genug unter die Lupe genommen worden seien. Und das bereits seit Jahren. Gäbe es jemanden, der den Architekten auf die Finger schaut, könnte das Projekt für 500 000 Euro realisiert werden, zeigte sich der Bauunternehmer optimistisch.

Das sei aber nicht so einfach, denn die Kommune sei an die Ausschreibung gebunden, warf Bürgermeister Franz Josef Kraus (CSU) ein. Er werde gegen die neuerliche Kostenmehrung und damit gegen den Bau des Gehweges stimmen, obwohl er am Vortag noch die gegenteilige Ansicht vertreten habe.

Angst vor Schuldenexplosion

Den Sinneswandel veranlasst hätten Äußerungen von Stadträten, die sich nicht eindeutig hinter die finanzielle Situation der Stadt gestellt hätten. Unter anderem hatten Thorsten Götz, Ludwig Brütting (FW) und Hubert Herbst (CSU) auf ein Schreiben des Landratsamtes verwiesen, in dem die geplanten Darlehensaufnahmen ab 2014 als nicht genehmigungsfähig eingestuft und der Schuldenstand auf 20,7 Millionen Euro beziffert wurde. "Da müsse man unterscheiden zwischen rentierlichen und nicht rentierlichen Schulden" hatte Kraus eine Gegenrechnung aufgemacht, wonach der Schuldenstand der Stadt bei 13,1 Millionen liege.

Verschoben auf das nächste Jahr

Er wolle nicht als derjenige dastehen, der die Schulden in die Höhe getrieben habe, betonte Kraus und schloss sich der Argumentation von Brütting und Jürgen Pöhlmann (SPD) an, die einerseits die Sinnhaftigkeit des Gehweges unterstrichen, andererseits aber meinten: "Das können wir uns nicht leisten." Die Maßnahme wurde auf 2014 verschoben - unter dem Vorbehalt, dass dann Geld dafür da ist.