Frische Luft, Bewegung, ein Garten vor der Haustür: Was für viele Kinder fremd und Erwachsene eine Kindheitserinnerungen ist, gehört für Ulrike Eichler (32) zu einem ausgeglichenen Alltag dazu: "Ein Garten, eigen geerntetes Gemüse - einfach mal die Hand in die Erde stecken."

In einer Stadt hat nicht jeder Bewohner Platz und somit die Möglichkeit, sich mit Gemüse selbst zu versorgen. Darauf sollen Forchheimer Gartenfreunde in Zukunft nicht verzichten müssen: Die Ernährungswissenschaflterin möchte den Traum vom Grün in der Stadt verwirklichen und überzeugte von ihrer Idee auch die Grünen und Oberbürgermeister Franz Stumpf (CSU/WUO). "Wir hatten früher ja selber einen Garten, in dem wir unser Gemüse geerntet haben", sagte das Stadtoberhaupt.

Noch ist nicht geklärt, welche Grünfläche für das Projekt genutzt werden kann. Nahe des ehemaligen Krankenhauses hatten vor einigen Jahren schon einmal Schwestern einen Acker bewirtschaftet. "Urban Gardening" bricht in der Landwirtschaft die Tradition: Hier ein Hochbeet im Holzkasten, dort ein ganz gewöhnlicher Acker mit einzelnen Parzellen. "Ich kann mir eine Mischung vorstellen. Bei einem Hochbeet können beispielsweise ältere Menschen viel besser mithelfen", sagt Ulrike Eichler. Ein weiterer Vorteil: "Bei den Preisen in den Supermärkten hat man überhaupt keine Vorstellung mehr davon, welche Arbeit in einem Sack Kartoffeln steckt."


Jeder grüne Daumen ist gefragt

"Urban Gardening" verleiht der Arbeit wieder eine Bedeutung - in reformierter Art und Weise, denn das Gärtnern beansprucht Zeit. In einem Gemeinschaftsgarten wird Arbeit und Zeitaufwand geteilt: "Es gibt Gießpläne und alle zusammen sind verantwortlich, dass am Ende ein Salat geerntet werden kann." Ulrike Eichler möchte das Projekt langsam angehen: "Nächste Woche werden wir noch keine Radieschen säen. Erst wenn wir ein solides Konzept haben und sich circa zehn Menschen finden, die zuverlässig mitarbeiten, lässt sich der Garten anlegen."
Helfen kann jeder, der etwas vom Gärteln und bewusster Ernährung hält: "Die Leute müssen nicht alles im Supermarkt kaufen", sagt Eichler, "Salat, Bohnen, Erbsen, Karotten - direkt aus der Erde - schmecken daheim so viel besser."

Ulrike Eichler möchte mit dem Projekt anregen, darüber nachzudenken, was daheim zubereitet wird. "Wenn jeder seine Fähigkeiten einbringt, lässt es sich in Forchheim bald noch besser und gesünder leben."
Interessierte können ihre Fragen an stadtgarten_forchheim@yahoo.de mailen.