Sie sei ungehalten gewesen, räumt Bürgermeisterin Christiane Meyer (NLE) im Stadtrat ein. Vor allem weil der stellvertretende Leiter des Straßenbauamtes Bamberg, Uwe Zeuschel, bei der Präsentation seiner Planung für eine Umgehung von Ebermannstadt einen ungeheuren Zeitdruck aufgebaut habe. Der habe sich aber gottlob sehr schnell relativiert. "Wir haben Zeit bis Mitte nächsten Jahres, eine Entscheidung zu treffen", steckt die Ebermannstadter Bürgermeisterin den Rahmen ab.

Deshalb warnte Christiane Meyer davor, vorschnell eine Entscheidung zu treffen. "Vor allem, wenn wir die Konsequenzen nicht überblicken können", sagt Meyer. Angesichts der Kosten gelte es abzuklären, welche städtebaulich interessanten Möglichkeiten einer alternativen Trassenführung es gibt. Da seien Ingenieure gefordert, unterschiedliche Varianten vorzustellen und zu prüfen.


Bürger beteiligen

Dritter Bürgermeister Rainer Schmeußer (CSU) warnt vor einem Tunnelblick, angesichts der vorgestellten Umgehungs-Trasse. "Wir sollten uns möglichst alle Optionen offenhalten", rät Schmeußer. Es gelte, in Ruhe drauf zu schauen und dann zu entscheiden. Aber keinesfalls ohne den Willen der Bürger. Es gelte abzuklären, ob eine Mehrheit der Bevölkerung so eine Tunnel-Lösung überhaupt haben möchte, sind sich Schmeußer und Bürgermeisterin Meyer einig.

Ludwig Brütting (Freie Wähler/Bürgerblock) verweist darauf, dass sich die Verkehrsproblematik von Ebermannstadt keinesfalls auf die Bundesstraße 470 beschränke. Da gebe es jede Menge Diskussionsbedarf, angefangen von der Problematik der Ampelschaltung bis zur Umgehung.
Die Planung selbst, den Tunnel, der laut Zeuschel fast 90 Millionen Euro kosten würde, hält Brütting für "total überzogen, das ist Gigantomanie", die bei einer Stadt wie Ebermannstadt nicht angebracht sei. Brütting unterstreicht die Notwendigkeit, dieses Thema bei der anstehenden Ratsklausur im November auf die Tagesordnung zu setzen und eingehend zu diskutieren.

Thema für die Klausurtagung

Dies bekräftigt auch Bürgermeisterin Christiane Meyer, die daran erinnert, dass allein in Bayern Straßenbauprojekte mit einem gesamten Kostenvolumen von 8,5 Milliarden Euro geplant seien. Doch nur 100 000 Euro stünden alljährlich seitens des Freistaates an Mitteln für den Straßenbau zu Verfügung. Dies allein verdeutliche, welche Realisierungschancen ein Tunnel habe, der fast den kompletten Jahresetat des Freistaates verschlinge.
Martin Vierling (Junge Bürger) sieht den Vorteil der Pläne des Straßenbauamtes darin, dass nun Bewegung in die Verkehrsdiskussion komme. "Die Forchheimer Südumgehung steht schon lange im Fokus der Bürger. Jetzt reden die Leute auch darüber, wie es mit dem Verkehr ab Ebermannstadt weitergehen soll", meint Vierling. So gelange die Verkehrsproblematik besser in das Bewusstsein der Bürger.

Bernhard Hübschmann (NLE) fürchtet, die Pläne der Umgehung von Ebermannstadt könnten nur ein Ablenkungsmanöver sein, um die Forchheimer Südumgehung behördlicherseits durchboxen zu können.

Es gelte, die Konsequenzen der verschiedenen Verkehrsströme im Auge zu behalten, erklärt Bürgermeisterin Christiane Meyer. Verkehrspolitische Entscheidungen von Forchheim hätten schließlich auch direkte Auswirkungen auf Ebermannstadt. Und dies müsse in der Diskussion um eine Umgehung der Stadt berücksichtigt werden.