Wir sind froh, dass wir in der kurzen Zeit ein gutes Team zusammenstellen konnten. Wir sind mit diesem Team allerbester Dinge, im Januar einen guten Start hinlegen zu können", sagte Hiltpoltsteins Bürgermeisterin Gisela Bauer (BfH) mit Blick auf die jüngste Sitzung des Gemeinderats.
Dort besiegelte die Gemeinde in Sachen Kindergarten einen kompletten Neustart. Die Ereignisse hatten sich im Sommer überschlagen, als die Gemeinde entschied, den Kindergarten zu übernehmen. Schon zu Beginn des laufenden Kindergartenjahres musste die Kirche eine Erzieherin entlassen.

Das Kinderbildungs- und betreuungsgesetz Kibig, das die Stunden des Personals nach einem Betreuungsschlüssel fordert und auch die Hausaufgabenbetreuung, die nicht mehr durch den Kindergarten, sondern durch die Grundschule erfolgen sollte, forderten ein Handeln.
Ein Gezerre um die Kinder wollte man nicht, weshalb die evangelische Kirche die Trägerschaft abgab. Die Gemeinde beschloss, selbst Träger dieser Tageseinrichtungsstätte zu werden. Die alte Riege der Erzieherinnen hätte übernommen werden sollen.


Fünfstellige Abfindung

Allerdings hatten die Erzieherinnen, vor allem die Kindergartenleiterin Andrea Roder das Gefühl, mit ihrer Arbeit die Gemeinde nicht zufrieden zu stellen.

Sie zogen deshalb die Konsequenzen. Im Oktober bat Andrea Roder die Gemeindechefin um einen Auflösungsvertrag. "Sie stimmte dem und einer fünfstelligen Abfindungssumme zu", sagt Roder. Bauer bezeichnet die anschließende Zeit als "spannenden Schwebezustand", denn erst als der Auflösungsvertrag unter Dach und Fach war, konnte sie andere Erzieherinnen suchen. Als sich die neue Leiterin Irene Pickel dem Team vorgestellt hatte, baten auch die anderen Erzieherinnen des alten Teams bei der evangelischen Kirche um die Auflösung ihrer Arbeitsverträge.

Selbst eine Erzieherin, die auf Stundenbasis arbeitete und nur wenige Monate vor ihrer Rente steht, schloss sich dem an. Die Erzieherinnen, so heißt es aus deren Kreisen, seien bisher eigenverantwortliches Arbeiten in einem kameradschaftlichen Team gewohnt. Sie hätten nach der Vorstellung der neuen Leiterin, die erst vor Kurzem eine Zusatzausbildung zur Erzieherin absolvierte, nicht mehr den Eindruck, gleichwertige Mitglieder eines Teams zu sein.

Viele Eltern wunderten sich darüber, dass es für die Stelle der Leiterin keine Stellenausschreibung gegeben hat. Die Gemeindechefin gibt zu, außer der Stelle für eine Kinderpflegerin keine weiteren Stellen ausgeschrieben zu haben. "Es lief alles sehr kurzfristig. Ich habe Mitarbeiterinnen gezielt ausgesucht und angesprochen, die schon im Kindergarten gearbeitet haben und die bei den Kindern und Eltern beliebt waren", erklärt Bauer ihr Handeln. Der Markt für Erzieherinnen und Pflegerinnen sei leergefegt.


Auf Abruf bereit

Umso mehr freue sie sich, doch noch ein Team für den Neustart gefunden zu haben. "Es galt das Wort", hebt Bauer hervor. Denn bezüglich des Personalspiegels war sie im Ungewissen, da auch die Zahl der Kinder, die ab Januar den Kindergarten besuchen, nicht feststand. Andere Kräfte hätten ein Vierteljahr Kündigungsfrist gehabt. Die Frauen des neuen Teams sagten laut Bauer "auf Abruf" zu.

Ein weiterer Punkt, der für ihre Entscheidung spreche, sei, dass die neuen Mitarbeiterinnen hauptsächlich aus der Gemeinde kommen. In einem Schreiben wurden die Eltern bereits über den Ablauf im neuen Jahr informiert. Dem Gemeinderat hat sich das neue Team in einer nichtöffentlichen Sitzung vorgestellt.