Willersdorf
Steilpass

Teilzeit-Torjäger Tobias Hofmann

Hofmann hat Willersdorf 2015 zum Aufstieg geschossen. Im kommenden Jahr peilt er - als Spielleiter - nach einer verkorksten Saison den Wiederaufstieg an.
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Bis vor einem Jahr war Tobias Hofmann Torgarant der DJK Willersdorf. In der laufenden Spielzeit sorgte er als Keeper und Teilzeit-Torjäger zwar für den einzigen Saisonsieg, konnte den Abstieg des amtierenden Meisters aber nicht verhindern, sodass der 31-Jährige in der kommenden Saison im Amt des Spielleiters zurück in die Kreisklasse strebt.

Wer hat Sie angespielt?
Tobias Hofmann: Mein Kumpel Sebastian Raasch. Leider haben wir nie zusammen Fußball gespielt. Nach seinen vielen Toren für Burk wird er ohnehin unbezahlbar, sodass sich das wohl erledigt hat. Früher dachte ich, er hätte seine Füße nur für Abschläge, aber er hat uns alle damit überrascht, dass er auch ein prima Feldspieler ist.

Sie haben den umgekehrten Weg eingeschlagen.
Nach unzähligen Toren für Willersdorf haben Sie in dieser Saison zwei Mal zwischen den Pfosten der DJK gestanden. Wie kam's?
Ich hatte nach der Aufstiegssaison aufgehört. Wenn unser Keeper heuer nicht konnte, bin ich eingesprungen. Die Position hat mir schon immer gefallen, auch wenn ich nicht wirklich gut darin bin. Schon zu Jugendzeiten beim Baiersdorfer SV habe ich mich bereiterklärt, als unser damaliger Torwart am Vorabend zu viel getrunken hatte und deswegen nicht erschien.

War Ihr Motto nach 38 Toren und dem Aufstieg in die Kreisklasse "am Höhepunkt sollte man aufhören"?
Nein, mein Körper macht es leider nicht mehr mit. In der Saison vor dem Aufstieg habe ich mir Innen- und Außenband im linken Sprunggelenk gerissen, dazu kam ein Teilriss des Syndesmosebands. Mit Schmerztabletten und Tape habe ich die Saison durchgezogen. Dienstags war mein Knöchel immer zu dick zum Trainieren.

Willersdorf steigt zwar wieder ab, für den einzigen Sieg in dieser Saison waren aber ausgerechnet Sie verantwortlich. Erzählen Sie.
Ich war gegen Kleinsendelbach eigentlich wieder als Torwart eingeplant, unser etatmäßiger Keeper konnte kurzfristig doch, sodass ich mich für den Notfall auf die Bank gesetzt habe. Kurz vor der Pause lagen wir 0:2 zurück, für mich war das Ding durch und ich hab' mir ein Bratwurstbrötchen gegönnt. Nach knapp einer Stunde stand es plötzlich 2:2, sodass ich in der 65. Minute eingewechselt wurde. Da gelang mir tatsächlich noch der Siegtreffer.

Haben Sie damit gerechnet, dass es nach der Meisterschaft sang- und klanglos zurück in die A-Klasse geht?
Nachdem ich aufgehört habe, Matthias Leisgang nach Buttenheim gewechselt und Kapitän Sebastian Fischer arbeitstechnisch verhindert ist, war abzusehen, dass es schwer wird. Wir haben uns aber nie abschlachten lassen. Für die kommende Saison bin ich zuversichtlich, da Matthias zurückkommt und Sebastian ab der Rückrunde wieder zur Verfügung stehen wird.

An wen spielen Sie weiter?
An meinen Bruder Sebastian. Er hat nach einigen Jahren Fußball-Pause 2007 beim TSV Pinzberg angefangen und sich zwischenzeitlich zum Kapitän hochgearbeitet. Wir haben in den vergangenen Jahren oft gegeneinander gespielt und ich habe mir gegen ihn als Verteidiger richtig schwer getan. 2015 sind wir parallel aufgestiegen.

Steilpass-Regeln: Das Spielfeld bilden die Landkreise Erlangen-Höchstadt und Forchheim. Verboten sind Kurzpässe, also Zuspiele innerhalb des eigenen Vereins, und Rückpässe zu bereits angespielten Aktiven.