"Wir werden 13 Heimspiele in der Saison 2014/2015 in der Arena Nürnberger Versicherung in Nürnberg austragen", kündigte Bissel am Donnerstag in Nürnberg an. Um in der "stärksten Liga der Welt" mitspielen zu dürfen, musste der Verein eine standesgemäße Halle nachweisen. Ansonsten hätte der Verein keine Lizenz für die 1. Liga bekommen. "Die Hiersemann-Halle in Erlangen erfüllt keine einzige Voraussetzung für die Handball-Bundesliga", sagte Bissel. In Nürnberg sei der Klub "mit offenen Armen" aufgenommen worden. Die Arena bietet Platz für rund 7000 Zuschauer.

Damit sich Fans und Mannschaft in der großen Halle nicht verloren fühlen, soll die Tribüne bei weniger gut besuchten Spielen mit Vorhängen verkleinert werden. So wolle man für Stimmung sorgen und den "Erlanger Weg" in Nürnberg fortsetzen.
Im Aufstiegsjahr spielte die Mannschaft aus der Hugenottenstadt regelmäßig vor ausverkauftem Haus. Häufig war die Hiersemann-Halle mit 1400 Zuschauern bis auf den letzten Platz belegt. Die Stimmung war dementsprechend gut.

Die Region elektrisieren

Der Schritt nach Nürnberg sei trotzdem ein "Meilenstein" für den Verein, sagte der neue Geschäftsführer des HC Erlangen, Stefan Adam. Nun wolle der Verein "die gesamte Region für den HC begeistern". Auch Bissel sieht in dem Umzug nach Nürnberg als eine "Riesenchance". Allerdings macht er aus seiner Enttäuschung keinen Hehl, dass sich die Stadt Erlangen bislang nicht durchringen konnte, eine neue, konkurrenzfähige Halle zu bauen. Der Verein verlasse also nicht freiwillig die Heimatstadt, betonte Bissel.

In Erlangen seien die Voraussetzungen für absoluten Spitzen-Handball derzeit nicht gegeben, stellte auch Adam nüchtern fest. Nun wolle der Verein aber nach vorne blicken. Schon in wenigen Wochen soll der Vorverkauf beginnen.

Vier Spiele in Erlangen

Seiner Heimat will der HC aber zumindest teilweise treu bleiben. Vier Heimspiele sollen in der alten Spielstätte in Erlangen stattfinden. Bereits im allerersten Spiel in der höchsten Spielklasse am 23. August will der HC daheim auf Torejagd gehen. In Erlangen werden aber voraussichtlich nur Besitzer einer Dauerkarte einen Platz bekommen können. Die endgültigen Eintrittspreise stehen noch nicht fest. Auch über Spielernamen, die den Klub verstärken sollen, könne und wolle der Verein noch nicht sprechen.

Sicher ist: Das Abenteuer für den HC Erlangen in der "stärksten Liga der Welt" beginnt mit einem echten Heimspiel in Erlangen. Damit wird zum ersten Mal in der Geschichte in Erlangen absoluter Spitzenhandball zu sehen sein.