Wer in den öffentlichen Personennahverkehr einsteigt, der kommt generell umweltfreundlicher ans Ziel. Bisher fahren im ÖPNV der Region Forchheim allerdings ausschließlich Dieselbusse. Als noch umwelt- und klimaschonender gelten Elektrobusse, da sie während der Fahrt keine Schadstoffe ausstoßen.

Im Forchheimer Arbeitskreis Stadtverkehr (in dem Kreis- und Stadtrat gemeinsam zusammenarbeiten) reifte der Wunsch, nach alternativen Antriebstechniken für den Stadtbusverkehr Ausschau zu halten.

Um einschätzen zu können, ob zum Beispiel E-Busse oder Wasserstoffbusse auf den Stadtbuslinien machbar sind, was sie kosten würden und welche technische Infrastruktur benötigt wird, hat der Arbeitskreis im Februar zwei Gutachten in Auftrag gegeben. "Möglich sind Elektrobusse im Stadtverkehr sicherlich, aber es gibt auch noch den finanziellen Aspekt", erklärt Klaus Hummel, Fachbereichsleiter ÖPNV am Landratsamt. Die Ergebnisse der beiden Gutachten werden am kommenden Dienstag im ersten Kreis-Mobilitätsausschuss detailliert vorgestellt.

Hintergrund: Der Forchheimer Stadtverkehr soll kommendes Jahr für zunächst zwei Jahre und sieben Monate mit bisherigem Fahrplan und Busantriebsart ausgeschrieben werden. Für die Zeit danach, ab 2025, soll neben der gewünschten Antriebstechnik auch ein überarbeitetes Stadtbuskonzept und das Verkehrskonzept der Stadt Forchheim berücksichtigt werden. "Die Gutachten sind hierbei der Auftakt in die Diskussion. Bis Ende des Jahres soll gemeinsam in den Gremien über die Zukunft des Stadtbusverkehres entschieden werden", erläutert Hummel.

E-Busse in Nürnberg und Fürth

E-Busse emittieren zwar weniger klimaschädliche Schadstoffe, kosten aber im Betrieb deutlich mehr. In Nürnberg zum Beispiel verkehren seit zwei Jahren E-Busse. Im Stadtteil Schweinau baut die Verkehrs-Aktiengesellschaft (VAG) einen hochmodernen Busbahnhof, wo ab Ende kommenden Jahres Busse mit Ökostrom geladen werden sollen. Allein dieser E-Bus-Port kostet acht Millionen Euro. Auch in der Stadt Fürth fahren bereits drei E-Busse auf Innenstadtlinien. Die Elektrobusse sind aber fast doppelt so teuer wie herkömmliche Dieselbusse. "Allgemein gibt es auch die Überlegung stattdessen lieber mehr Geld in die Angebotserweiterung zu investieren", gibt ÖPNV-Leiter Klaus Hummel zu bedenken. Im Nahverkehrsplan hat sich der Landkreis Forchheim auch das Ziel gesetzt, den ÖPNV-Anteil am Gesamtverkehr zu steigern.

ÖPNV-Busse halb so schädlich wie Pkw

Laut Daten des Umweltbundesamtes werden rund 19 Prozent des in Deutschland ausgestoßenen durch den Verkehr verursacht. In Deutschland sind knapp 46 Millionen Pkw auf den Straßen unterwegs. Pro Kilometer emittiert ein durchschnittlicher Pkw 206 Gramm . Ein Linienbus im ÖPNV verbraucht bei durchschnittlicher Auslastung pro 100 Personenkilometer etwa die Hälfte gegenüber einem Pkw. Öffentliche Verkehrsmittel verursachen nur etwa die Hälfte an Kohlendioxidemissionen eines Pkws für die gleiche zurückgelegte Strecke.

Anteil Im Nahverkehrsplan 2016 des Landkreises steht, dass der Anteil des ÖPNV am Gesamtverkehr (nach Daten aus 2002) lediglich rund vier Prozent beträgt. Der ÖPNV-Anteil sollte bis 2020 um einen Prozent gesteigert werden. Aktuell nutzen rund vier Millionen Fahrgäste pro Jahr den öffentlichen Busverkehr im Landkreis Forchheim.rh