Tausende Besucher strömen in den kleinen Ort, auf den hunderte Meter weit zugeparkten und unbeleuchteten Zufahrtsstraßen steigen sie aus ihren Autos. Beim Fest der Ewigen Anbetung ist am 3. Januar in und um Obertrubach eigentlich Rücksichtnahme gefordert. Ausgerechnet ein Anwohner hat diese am Dienstag aber nicht an den Tag gelegt.

"Das hätte akut gefährlich werden können", kommentiert Andreas Kirsch, Kommandant der Wolfsberger Feuerwehr, einen Zwischenfall, der auch die Polizei auf den Plan gerufen hat.

Was war geschehen: Gegen 18 Uhr wollte ein 21-jähriger Obertrubacher von Almos kommend nach rechts in die wegen des Lichterfests gesperrte Trubachtalstraße in Richtung Obertrubach abbiegen. Dabei soll er sich laut Polizei und Feuerwehr der Absperrung mit unangebracht hoher Geschwindigkeit genähert haben, obwohl bereits der Straßenabschnitt vor der Absperrung einseitig zugeparkt war und viele Menschen auf der Straße liefen.

Die Handzeichen der dort eingesetzten Wolfsberger Feuerwehrler, die am Lichterfest zusammen mit den Kollegen aus Obertrubach, Geschwand und Bärnfels den Verkehr regeln, ignorierte er. "Hier ist 100 erlaubt", soll er gerufen haben.

Doch damit nicht genug der Vorwürfe: Als der junge Mann an der Abzweigung gestoppt wurde, soll er lautstark geschimpft und die Feuerwehrler beleidigt haben. Anschließend wendete er und fuhr mit quietschenden Reifen weg, wobei er eine Gefährdung von Passanten - insbesondere einer Frau mit Kind - in Kauf genommen habe. Kirsch: "Ich mag mir nicht ausmalen, was passiert wäre, wenn das Kind eine unachtsame Bewegung gemacht hätte."


Die Polizei ermittelt

"Die Ermittlungen laufen - wegen Beleidigung und vor allem wegen der aggressiven Fahrweise", sagt Rainer Penning, stellvertretender Dienststellenleiter der Polizei Ebermannstadt, dessen Kollegen vor Ort waren und den Fall aufnahmen. Er bittet Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben bzw. selbst gefährdet oder behindert wurden - insbesondere die Frau mit Kind - sich unter der Telefonnummer 09194/73880 zu melden.

Warum der Mann so reagiert hat, können die Einsatzkräfte nicht nachvollziehen. "Diskussionen gibt es manchmal, aber so eine Überreaktion habe ich beim Lichterfest noch nicht erlebt", sagt Andreas Kirsch .


Novum beim Lichterfest

Und auch Mirco Reichel, der Vorsitzende der Obertrubacher Wehr, die in der Ortsmitte absperrt, hat so etwas noch nicht erlebt. "Ich bin seit zehn Jahren bei der Ewigen Anbetung dabei. Bislang gab es noch keine Probleme." Generell - so seine Einschätzung - seien die Menschen in den kleineren Orten noch netter zu den Einsatzkräften als in größeren Städten.

Während der Zwischenfall beim Obertrubacher Lichterfest ein Novum war, sind Probleme mit Menschen, die Einsatzkräfte behindern, beleidigen oder gar bedrohen, generell aber nicht selten. "Das Thema ist immer wieder präsent", sagt Florian Burkhardt, der Pressesprecher des Kreisfeuerwehrverbandes und Gruppenführer in Kleinsendelbach.

Zwei Beispiele: Im Herbst 2016 gab ein 58-Jähriger in Forchheim nach einem Disput mit seinem Auto Gas, obwohl zwei Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks (THW) in der Nähe standen.


Gegen das Bein gefahren

Und in Langensendelbach kam es 2016 zu einem Zwischenfall am Weißen Sonntag - wie uns ein Aktiver der FFW schriftlich mitteilte: "Ein Autofahrer fuhr an wartenden Fahrzeugen vorbei. Als sich der Kamerad, der die Kreuzung sicherte, vor ihn stellte, fuhr ihm der Fahrer gegen das Bein. "
Eine Zunahme solcher Vorfälle sieht Feuerwehr-Pressesprecher Florian Burkhardt aber nicht. "Es gibt nur eine größere mediale Aufmerksamkeit." Ein Problem, über das oft gesprochen werde, seien die Pöbeleien für die Feuerwehrler aber allemal. Burkhardt rät den Kameraden: "Wir dürfen uns nicht provozieren lassen, sonst begeben wir uns auf die gleiche Ebene."