Ein wahres Feuerwerk der guten Laune, mit klasse Tänzen, hintersinnigen Sketchen und ulkigen Einlagen zündete die Faschingsgesellschaft Narrenkübel Schwarz-Weiß Gößweinstein bis weit nach Mitternacht bei ihrer ersten Prunksitzung in dieser Faschingssession im voll besetzten Bürgerhaus von Pottenstein. Den absoluten Kracher mit dem Auftritt des Narrenkübel-Männerballetts hoben sich die Gößweinsteiner Narren bis vor dem großen Finale mit allen Mitwirkenden bis ganz zum Schluss auf. Ohne drei Zugaben entließen die Zuschauer, die sich alle laut klatschend von den Sitzen erhoben hatten, kurz vor 1 Uhr die tanzenden und hüpfenden Gazellen nach dem Gangnam Style mit teilweise nackten Oberkörper nicht.
Das Bürgerhaus brodelte geradezu.

Bis dahin waren insgesamt 26 Programmnummern über die Bühne gegangen und die meisten Sketche stammten wieder aus der Feder von Ehrenpräsident Franz Macht der sowohl als Tänzer, Entertainer und Showmaster gleichermaßen auf der Bühne glänzte.

In zahlreichen Rollen, ob als Theo Bruckmayer, Dieter Bauernschmitt, Gretel im Sketch Hänsel und Gretel oder Herr Schmitt bei den Pottensteiner Gesundheitstagen glänzte als Verwandlungskünstler, Stimmenimitator und Multitalent wieder der frühere Pottensteiner Stadtrat und Narrenkübel-Sitzungspräsident Markus Zitzmann-Schreiner. Theos Visionen haben Tradition bei der Pottensteiner Prunksitzung und so ging es diesmal um alternative Energien, von der Wind- über die Solarenergie bis zur Wasserkraft an denen der Theo in Pottenstein kräftig mitverdienen will. "Es schwitzen manche auch mit Deo, doch niemals schwitze ich als Theo", so Bruckmayers Arbeitsdevise für den nicht Hanni und Nanni, sondern Anni und Fanny arbeiten.

Jede Menge Wind im Stadtrat erzeugt auch Birgit Haberberger, doch der Theo liegt derweil in der Sonne in seinem Garten währenddessen die Solarzellen an seinem Bretterzaun den Strom für das Rathaus erzeugen. Im Sketch "Das Gemeindentwicklungskonzept" überzeugte Markus Zitzmann-Schreiner ebenso als Dieter Bauernschmitt. "Mein Name ist Dieter Bauernschmitt, ich bin der Bürgermeister vom ehemaligen Pottenstein". Bauernschmitts Hobbys sind Kartenspielen und Bierausschenken und wenn Kirchenbirkig schon keine Schule mehr hat und keine Ortsumgehung bekommt, braucht es wenigstens einen gescheiten Festplatz um drei mal im Jahr Kirchweih feiern zu können.


Traktorfahren und Schwarzschlachten


Beim integrierten Entwicklungskonzept "Mileck" - zu deutsch "Mich leckst am Arsch" - gab Hohenmirsbergs Ortsprecher Ludwig Steifler bekannt, das seine Hobbys, wie die aller Mürschberger auch, Traktorfahren und Schwarzschlachten" sind und der Elbersberger Stadtrat Roland Lang ist in seiner Freizeit im Institut für betreutes Arbeiten der KSB Pegnitz angestellt.

Die Vorderkleebacher hingegen sind laut Ortssprecher Robert Neubig bekannt für ihren ausgeprägten Gemeinschaftssinn, vor allem vor Gericht. Deshalb brauchen sie auch dringend ein Dorfgemeinschaftshaus und Tüchersfelds Stadtrat Hans Gmelch, dessen Hobbys seine Frau und seine Frau sind, ist nicht nur Mitglied einer Partei, die es praktisch nicht mehr gibt, sondern auch ein Wanderer, der neue Wanderwege so hoch wie die Tüchersfelder Felsen schottern will. Letzter wurde von Bernhard "Bernie" Bauernschmitt, dem singenden Polizisten, dargestellt, der später noch einmal urkomisch als Bauchtänzerin Suleika, die die neue Fremdenverkehrsattraktion in der Pottensteiner Innenstadt ist, über die Bühne bollerte und das Publikum anschließend mit Stimmungsliedern wie "Marmor, Stein und Eisen bricht" von den Stühlen riss.


Geniale Gestiken


Fast bis zum zerreißen angespannt waren die Lachmuskeln der Gäste auch bei dem Sketch "Der Pflegenotstand", der ganz ohne Worte und nur mit den Gesten und der Mimik der Darsteller, darunter auch Gößweinsteins Gemeinderat Hanngörg Zimmermann, auskam. Steffi Wiegärtner, Verena Helldörfer und Nadja Maier suchten nach dem Sketch von Thomas Hümmer ein passendes Geschenk für das Prinzenpaar, das natürlich auch seinen Prinzenwalzer auf das Parkett legte und vier Gespenster chattetten via Facebook aus dem Vorhimmel mit ihren untreuen Ehemännern, nachdem sie vom Blitz getroffen oder beim Bierholen die Kellertreppe heruntergefallen waren.


Bayreuther Tanzflöhe


Tänzerische Spitzenleistungen zeigten die Tanzmariechen Annette Dresel und Anna Lena Berner vom Narrenkübel sowie Eva-Maria Rauh von Schwarz-Weiß Bayreuth. Die Bayreuther Patengesellschaft hatte auch ihre Tanzflöhe mitgebracht und die Faschingsgesellschaft Narrlangia Rot-Weiß erfreute mit ihrer großen Prinzengarde. Der Narrenkübel selbst verfügt inzwischen fast über ein unerschöpfliches Reservoir an Gardemädchen. Von der Wackelzahn- über die Wichtelgarde, von der Prinzen- bis zur Juniorengarde, sie alle boten hervorragende Tänze dar und das Gößweinsteiner Weiberballett erfreute diesmal im Indianer- und Cowboylook.

Der schon traditionelle "Pottensteiner Dukatenesel", der mit einer kleinen Geldprämie verbunden ist, ging diesmal an Stadträtin Veronika Hofmann für deren Engagent der Pottensteiner Jugendarbeit. Alles in allem eine klasse Prunksitzung mit nur ganz wenigen Durchhängern und vielen Höhepunkten.