"Die Jungen wissen viel, erzählen das aber nicht immer zuhause", meinte Heiligenstadts Bürgermeister Helmut Krämer (CSU/Einigkeit) auf dem Treffen der Senioreninitiative "60 plus" im Heiligenstadter Hof. Und weiter sagte er: "Mich haben Senioren öfters darauf angesprochen, dass sie gern was erfahren würden, deshalb heute ein Rückblick und Aktuelles aus dem Rathaus."

Krämer informierte die Senioren über das Problem bei den Feuerwehren: "Wir haben welche, da ist unter dem Tag keiner erreichbar." In Heiligenstadt sei die Feuerwehr wohl gut aufgestellt, in anderen Ortschaften dagegen gebe es nur einige Aktive. Deshalb sollen die Feuerwehren zusammengelegt werden - aber nur die aktiven Mannschaften. Bei den Feuerwehrvereinen solle sich nichts ändern.

Helmut Krämer sprach die vielen Baumaßnahmen der Gemeinde an, aber auch ein Thema, das für ältere Menschen besonders interessant ist: die ärztliche Versorgung. "Da ist die Gemeinde immer am Ball, aber es wird zunehmend schwieriger, Ärzte aufs Land zu bringen", meinte der Bürgermeister.
Immer mehr Absolventen seien Frauen, die lieber angestellt sein wollen oder in Gemeinschaftspraxen arbeiten. "Da wird sich in Zukunft einiges ändern", trug Krämer vor und verwies darauf, dass deshalb das Breitband ein wichtiges Thema sei.


Mit Pacht finanzieren

"Wenn die Kuni früh bis neun Uhr noch nicht aufgestanden ist, wird das gleich dem Pflegedienst gemeldet", gab der Bürgermeister als Beispiel an. Zukünftig sollen auch Befunde oder Röntgenaufnahmen digital verschickt werden, deshalb brauche man eine hohe Bandbreite. Und hier setze die Marktgemeinde auf ein eigenes Betreibermodell und Glasfaser. Ein Zuhörer wollte wissen, was das den Bürger koste. "Da kommen keine Kosten auf die Haushalte zu", antwortete Krämer, denn es gebe schon einige Interessenten, die das Netz pachten wollten. Und mit diesen Einnahmen solle es dann finanziert werden. Auf die Frage, wie man mit aktuellen Verträgen umgehen solle, gab Krämer an, dass die Bürger keine langfristigen Verträge mehr abschließen sollen, denn man brauche für das Modell möglichst viele Kunden.


Diskussion ums Leichenhaus

Größere Diskussion gab es beim Thema Leichenhaus. Einerseits zeigten sich die Senioren sehr zufrieden mit dem neuen Fenster und ganz besonders, dass es jetzt eine Toilette gibt. Allerdings bemängelten die Zuhörer, dass man vor dem Friedhof nicht parken dürfe, um schnell Gräber zu gießen. Hier wollte Krämer eine Lösung finden, gab aber an, dass ein Parkplatz auf jeden Fall für Überführungen freigehalten werden müsse.

Außerdem wünschen sich die Senioren, dass der Parkplatz vor dem Friedhof kostengünstig asphaltiert werde. Helmut Krämer erklärte, dass der Unterbau sehr schlecht sei und eine Sanierung dadurch extrem teuer käme. Ein weiterer Kritikpunkt der Senioren war die neue Lautsprecheranlage. Hier will Krämer einen Kümmerer benennen, denn die neue Technik sei sehr komplex und dürfe nicht von jedem verändert werden.


Wechsel im Rathaus

Krämer berichtete weiter über Mitarbeiterwechsel im Rathaus, die neue Kläranlage, die Dorferneuerung in Oberngrub, neue Baugebiete oder den Bezirksentscheid in Brunn. Die Senioren verstanden nicht, dass jemand den Kreuzstein beschmiert hatte und erfreuten sich an Bildern vom Mähboot im Heiligenstadter See, mit dem die Wasserpest entfernt wird.

Krämer stellte die neuen Bürgerbusfahrer vor: Renate Klein, Harald Schöttgen, Franz Kroll, Friedrich Stadter und Elmar Link-Laufer. Der Bürgermeister erzählte, dass die Fahrer einen Stammtisch gegründet haben, regelmäßig in den Gaststätten Karten spielen und dabei Kunden werben. Dadurch sei die Zahl der Bürgerbusnutzer bereits gestiegen.