In Heiligenstadt hat der Osterhase ganz viele Helfer. Und diese haben auch ein neues Zuhause gefunden - in einem ehemaligen Schuhladen gleich gegenüber vom Rathaus. Diese Helfer sind schon fleißig dabei, Ostereier für den Osterbrunnen und für den Verkauf zu erstellen. "Wir freuen uns über den neuen Raum, denn wir hatten bisher Probleme alles unterzubringen", informiert der zweite Bürgermeister Hans Göller (SPD). Schließlich werden für den Osterbrunnen 2800 Ostereier benötigt. Und jedes Jahr müssen 200 bis 300 neue Eier bemalt und gestaltet werden, da welche fehlen oder kaputt gehen. "Der Osterbrunnen ist wichtig, denn er ist eine große Attraktion", versichert Göller.


Alte Schule war baufällig

Roland Hohe, erster Vorsitzender des Fränkische-Schweiz-Vereins Ortsgruppe Heiligenstadt, ist ebenfalls froh über den Raum: "Wir mussten aus der alten
Schule raus, weil die baufällig war." Den jetzigen Raum haben die Helfer des Osterhasen gestrichen und mit Tischen und Stühlen bestückt. "Schön ist auch, dass wir zwei Schaufenster zum Marktplatz hin zur Verfügung gestellt bekommen", freut sich Hohe. Denn hier soll eine alte Butte und Tracht ausgestellt werden, um über die Tradition des Osterbrunnens zu informieren.

In Heiligenstadt wurde etwa ab 1950 der erste Brunnen geschmückt. "Früher mussten die Menschen das Wasser mit Butten nach Hause tragen", erzählt Ursula Hohe. Während der großen Wasserarmut auf den Hochflächen trugen die Bauern das Wasser sogar dorthin. Dann erhielt jedes Haus eine Wasserleitung und der alte Brauch Brunnen und Quellen zu schmücken lebte wieder auf. Zuerst wurden nur Fichten und Birken aufgestellt, die später mit Girlanden und Blumen geschmückt wurden. Jetzt werden die Brunnen mit bemalten Eiern verziert, einem Sinnbild für Fruchtbarkeit.

"Tradition sind ja die aufgebrochenen Eier", erklärt Ursula Hohe. In diesem Jahr haben die Helfer des Osterhasen die weißen Hühner-, Enten- und Gänseeier mehrmals gebrochen. Sie werden dann noch bemalt und lackiert, damit sie haltbarer sind. "Das Problem ist, so viele weiße Eier zu bekommen", wirft Christiane Schmidt ein. Und Ursula Hohe zeigt, was die pfiffigen Helfer aus braunen Eiern machen: Die werden einfach als Marienkäfer bemalt.


20 fleißige Helfer

Das fleißige Osterteam besteht aus fast 20 Bürgern. Die Eier kommen ebenfalls aus der Marktgemeinde und werden beim Kuchenbacken nicht zerschlagen, sondern ausgeblasen. Wilhelm Hohe zeigt einen kleinen Blasebalg, den er verwendet. "Wichtig ist, die Eier danach auszuwaschen", stellt Hohe heraus. Mit einem kleinen Schleifgerät macht er dann die Öffnungen in die Ostereier.

In diesem Jahr werden auch welche zum Verkauf gebastelt. Die Osterhasenhelfer zeigen sogenannte "Liebesorgeln", Eier, die eine Botschaft enthalten, die man aufspulen kann. Es werden Eierkörbchen gebastelt oder Eier mit den Ortsnamen oder Bildern von Kirchen oder Schloss Greifenstein. In der Grundschule dürfen die Kinder ebenfalls Eier bemalen und mit ihrem Namen versehen. "Die bringen wir am Osterbrunnen an. Das freut die Kinder. Die kommen dann und suchen ihre Namen", erzählt Ursula Hohe.

In diesem Jahr werden die Ostereier auch nicht mehr mit Drähten, sondern auf Holzstäben angebracht. Denn bei Regen wurden die Drähte rostig. Bald ist es dann soweit und der Brunnen am Marktplatz kann geschmückt werden. Ostern kann kommen.