Terrorismus, Islam, Flüchtlinge, Vorurteile und Cyberkriminalität sind in der Jugendarbeit präsent und zeigen, wie sehr sich die Arbeit des Jugendpflegers inzwischen verändert hat. Christian Schönfelder, der Jugendpfleger der zur VG gehörenden Gemeinden gab seinen Jahresbericht vor den Stadträten. Bei vielen Themen bestehe ganz einfach Redebedarf.

Mit der internationalen Sprache des Fußballs stellte Schönfelder Kontakte zwischen den einheimischen Jugendlichen und jungen Flüchtlingen her. Wie es ist, wenn diese neuen Freunde plötzlich nicht mehr da sind, das verspürten Schönfelders Schützlinge am eigenen Leib, denn die Balkanflüchtlinge wurden inzwischen abgeschoben.

Aber das sind Themen, die nicht nur den Jugendlichen am Herzen liegen, auch Eltern kämen auf ihn zu.
Immer wichtiger werde bei seiner Arbeit die Jugendsozialarbeit mit den Schulen, der Mittelschule und der Realschule in Gräfenberg.

Inzwischen springt Schönfelder schon ein, wenn Stunden ausfallen, weil Lehrer erkrankt sind. Nicht um den gängigen Unterricht zu halten, sondern um mit den Heranwachsenden auch Tabuthemen wie Sexualität zu besprechen und den richtigen Umgang beim Konsumieren zu erklären. Zum Oberbegriff Konsum gehören auch die Themen Markenklamotten und Taschengeld.

Starker Wille statt Promille, auch diese Prävention gehört zu seinem Aufgabengebiet. Durch Planspiele wird thematisiert, Hilfe gegeben und werden Lösungen gezeigt.

Unterstützt wird er dabei von der Sozialpädagogin Yvonne Amtmann, die an der Mittelschule für die Jugendsozialarbeit zuständig ist. Viele, vor allem langfristige Projekte wurden so entwickelt, meist in Vernetzung mit anderen Anbietern von Jugendarbeit.

Auch die Polizei unterstützt vor Ort in den Klassen, erklärt rechtliche Konsequenzen und informiert, wie lange das Handy oder der PC weg sind, "wenn man im Internet Mist baut", erzählt Schönfelder. Denn inzwischen haben wohl alle Schüler auch ein Smartphone.

Dass sich die Tätigkeit mehr an die Schulen verlagere, habe noch einen anderen Grund: "Früher standen die Schüler kurz nach 13 Uhr vor dem Jugendtreff. Inzwischen ist es dunkel, wenn sie kommen", sagt Christian Schönfelder.

Sein Arbeitsfeld hört in der Schule nicht auf. Das Ferienprogramm und die gängige offene Jugendarbeit gehören dazu. Sich zu treffen, gemeinsam zu gestalten und Fahrten zu unternehmen steht nach wie vor auf seinem Stundenplan. Das sind in der Praxis eine Fahrt zum 1. FCN, ein Tag in der Arena oder Fahrten zum Dokumentationszentrum.

Den Jugendlichen bei der Suche nach Praktikumsplätzen zu unterstützen oder dabei, einen Ausbildungsplatz zu finden, bewiest, wie groß das Spektrum seiner Arbeit ist. Versüßt wird seine Tätigkeit durch die Spende aus dem Open Mind Festival in Höhe von 2500 Euro.

Eine Fahrt nach Dachau ist beispielsweise geplant, denn Demokratie zu vermitteln, ist auch Schönfelders Anliegen. Elisabeth Meinhardt (SPD) hob den Einsatz des Jugendpflegers hervor. "Das ist der Ort, um unsere Kinder aufzusammeln und aufzufangen", sagte sie. Zustimmung erhielt sie von allen Ratskollegen.

Während Wolf noch die Wichtigkeit der Aufarbeitung der NSVergangenheit unterstrich, wollte Hans Derbfuß (CSU) wissen, ob eine finanzielle Unterstützung durch den Landkreis oder dem Schulverband möglich wäre. Bezahlt werde der Jugendpfleger von den Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft.