"Alles hat seinen Platz im Leben und ist gut so. Und Umwege gehen heißt nicht scheitern", sagt Cordula Haderlein nachdenklich. Sie war bisher Rektorin an der Adalbert-Stifter-Grundschule und unterstützt seit Mitte November das Schulamt Forchheim als weitere Schulrätin. "Ich hatte Glück, weil ich immer Freude an meiner Arbeit hatte und Sinnhaftigkeit in ihr fand", erzählt Cordula Haderlein weiter. Die 54-Jährige ist in Frensdorf geboren und lebt jetzt mit Ehemann in Hallstatt. Ihre beiden Kinder sind 28 und 32 Jahre alt und gehen ihre Wege. "Der Weg entsteht beim Gehen. Vieles ist im Wandel und Anforderungen ändern sich. Es bieten sich aber auch immer wieder Möglichkeiten und man muss Entscheidungen treffen", meint die Schulrätin.

Sie selbst machte die Mittlere Reife, brach eine Ausbildung zur Zahnarzthelferin ab und begann eine Ausbildung zur Arzthelferin, die sie abschloss. Einige Jahre arbeitete sie als Arzthelferin, heiratete und bekam 1985 ihren Sohn. "Ich war gern Hausfrau und Mutter. Aber nach einem halben Jahr habe ich mich gelangweilt", erzählt Cordula Haderlein. Deshalb besuchte sie das Abendgymnasium in Bamberg und machte nach nur drei Jahren das Abitur.

1989 kam ihre Tochter zur Welt und die junge Mutter begann im Frühjahr 1990 das Studium "Lehramt Hauptschule" an der Universität in Bamberg. "Das war für mich eine reiche Zeit. Kinder und Studium, das war was fürs Herz und den Kopf", sagt die Schulrätin lachend und erzählt, dass sie dankbar für diese Chance war und keinen Tag gefehlt hat. Die Studierenden gründeten eine Krabbelgruppe und Cordula Haderlein erfreute sich am Lernen und den Diskussionen mit Studienkollegen. Nach Examen und Referendariat arbeitete sie zwei Jahre in Burgkundstadt, ein Jahr in Zapfendorf und neun Jahre in Oberhaid an der Schule. Nebenbei promovierte Cordula Haderlein. Ein Jahr lang war sie Konrektorin in Rattelsdorf und neun Jahre lang Rektorin an der Adalbert-Stifter-Grundschule. "Ich hatte nie einen Karriereplan. Ich möchte, dass die Schule eine gute Welt für die Menschen ist, die da arbeiten und lernen. Alle sollen ihr Potenzial erkennen und sich entwickeln und entfalten können", meint die Schulrätin. Sie erzählt, dass ihr Werte sehr wichtig sind; und Menschlichkeit. Deshalb organisiert sie als Bezirksvorsitzende der Katholischen Erzieher Gemeinschaft gemeinsam mit der Katholischen Erwachsenenbildung alle zwei Jahre Fahrten nach Ausschwitz auf den Spuren von Edith Stein. "Glück beginnt nicht mit dem Abitur. Es gibt viele Möglichkeiten Glück zu finden; auch unabhängig vom Schulabschluss", meint Cordula Haderlein und ist ein gutes Beispiel dafür, dass man auf verschiedenen Wegen erfolgreich sein kann.