Am vergangenen Wochenende wurde in Hausen neben dem Kirchweihfest noch ein weiteres Jubiläum gefeiert: Das Dorfmuseum im Greifenhaus ist vor 20 Jahren eröffnet worden. In der "Gogelscheune" hieß Hausens Bürgermeister Franz Renker (UWG) zu diesem Anlass eine Reihe von Ehrengäste willkommen. Unter ihnen war Kreisarchivpfleger Georg Knörlein, Freiherr Berethold von Haller, der Ehrenbürger und ehemaligen Heimatpfleger Engelbert Wagner, dessen Nachfolger Gerhard Batz sowie Vize-Landrat Edgar Büttner (SPD).

Die Anfänge des Hausener Museums gehen auf das Jahr 1968 zurück, als der damalige Bürgermeister Johann Zenk, dem während seiner Amtszeit die Ortsgeschichte und Pflege der Tradition ein besonderes Anliegen waren, die historischen Gegenstände und Geschichtszeugnisses aus Hausen in einem Dachraum des alten Rathauses unterbringen ließ. Als "Heimatkundliche Sammlung" machte er sie der Öffentlichkeit
zugänglich.

Bewusst sprach man damals nicht von einem Museum, weil man sich darüber klar war, dass eine lockere Sammlung alter Gegenstände noch lange kein Museum ausmacht. Schritt für Schritt wuchs diese Sammlung.

Heimische Schätze

Eine Reihe Hausener Bürger stellte Weise ihre Schätze entweder als Schenkung oder Leihgabe zur Verfügung. Ebenso brachten Abrisse oder Umbauten alter Anwesen immer wieder interessantes Material ans Tageslicht, das es wert war, aufbewahrt zu werden.

Und so stammt der größte Teil der ausgestellten Gegenstände unmittelbar aus Hausen selbst. 1987 erwarb die Gemeinde ein aus dem Jahre 1836 stammendes altes Bauernhaus, das in Hausen "Greifenhaus" genannt wird. Wegen seines typischen Fachwerks mit dem markanten Fischgrätenmuster steht es unter Denkmalschutz. Heimatpfleger Gerhard Batz wies in seiner Festrede darauf hin, dass die Geschichte des Anwesens noch weiter zurückgeht, nämlich bis ins Jahr 1570.

Damals wurde auf dem Grundstück eines Lehens der Nürnberger Patrizierfamilie Tucher ein so genanntes "Beständner-Häuschen" errichtet, aus dem sich dann das heutige Anwesen entwickelte. Nach gründlicher und insbesondere fachgerechter Restaurierung, für die von der Gemeinde damals der stattliche Betrag von 600 000 DM zur Verfügung gestellt wurde, brachte man die Stücke der heimatkundlichen Sammlung hier unter.

Am Ende konnte der damalige Bürgermeister Meinrad Ismaier vor 20 Jahren am 15. Oktober 1993 dann doch das "Dorfmuseum im Greifenhaus" eröffnen. Bewusst wurde für die Präsentation der Exponate eine klare Konzeption geschaffen, die der frühere Heimatpfleger Engelbert Wagner bei der Eröffnung folgendermaßen beschrieb:

"Zunächst war es unser Bestreben, ein echtes Museum zu errichten, das sich auch ein wenig an den professionell geleiteten Häusern orientieren sollte. Dann galt es, ein Ausstellungskonzept mit klaren Schwer-punkten zu erarbeiten. Dies sieht so aus, dass wir im großen Ausstellungsraum das Thema Wohnung und Kleidung darstellen, im zweiten Raum Zeugnisse der Ortsgeschichte und im dritten Dokumente der Volksfrömmigkeit präsentieren."

Klare Profilierung

Renker betonte, dass man auch 20 Jahre später mit Fug und Recht behaupten kann, dass sich dieses Konzept bewährt und dem Museum eine klare Profilierung ermöglicht hat.

Insbesondere die Abteilung "Volksfrömmigkeit" mit den handgeschriebenen Gebetbüchern im Mittelpunkt hat inzwischen einen über die Grenzen unserer Gegend hinaus gehenden Ruf erlangt. Auch wenn große Museen natürlich in ihrem Fundus umfangreichere Sammlungen besitzen, so haben doch Fachleute versichert, dass die Gebetsbücher des Dorfmuseums die größte ausgestellte Sammlung in Deutschland sein dürfte.

Aufgrund dieser Erfahrungen gibt es für Renker keinen Anlass, etwas Grundsätzliches am Museum zu ändern. Und auch die vor 20 Jahren häufiger geäußerte Kritik, ob ein kleines Dorf wie Hausen mit etwa 3000 Einwohnern unbedingt ein eigenes Museum haben müsse, hat sich inzwischen auch erübrigt. Dessen ist sich Renker sicher.

Heimatpfleger Batz stellte derweil die neue Ausgabe der "Schatztruhe", einer Broschüre mit geschichtlichen Abrissen aus der Gemeinde, vor. Zum Kirchweihfest hat sich der Historiker in der 9. Ausgabe mit der Geschichte der Gastwirtschaft "Zur Krone" beschäftigt. Es gibt sie beim Rathaus und bei Edeka Saam .