Vollgestopfte Busse, mit stehenden Schülern neben einem Fahrer, der mit dem Handy telefoniert - dieses Bild vom Schulbusverkehr zeichneten CSU-Sprecher Udo Schönfelder und sein Fraktionskollege Markus Schmidt im Stadtrat. Was ist dran an den Vorwürfen?

Schülerin ist frustriert


Freitags sei es besonders "krass" im Schulbus, erzählt die zehnjährige Verena, die in die Forchheimer Realschule geht. Denn wenn alle gleichzeitig Schulschluss haben und in die Busse einsteigen, "dann bekommt man kaum noch Luft und kommt teilweise gar nicht mehr zur Bustür rein", klagt das Mädchen. Sie und ihre Freundin mussten auch schon mal draußen bleiben. Und weil die Zehnjährige von zuhause aus noch kein Handy haben darf, und die Eltern nicht anrufen konnte, war das gar nicht lustig für das Kind. "Manche Fahrer sind ganz okay", gibt sich Verena versöhnlich, aber freitags seien sie oft schon sehr gereizt: "Dann ist es auch kein Vergnügen mehr, Bus zu fahren".

Rektor appelliert an die Vernunft


Das Problem überfüllter Schulbusse erklärt der Leiter der Georg-Hartmann-Realschule, Günter Maier, so: In der Regel stürmten die Schüler bei Schulschluss gleich den ersten Bus. Der zweite bliebe dafür oft fast leer. "Ich appelliere immer wieder an die Vernunft der Kinder, einen Bus später zu fahren", betont der Schulleiter.
Dies habe er auch beim Eltern-Informationsabend gesagt. Maier räumt allerdings ein, dass er auch schon gehört habe, dass Schüler morgens vom Schulbus an der Haltestelle stehen gelassen worden seien. "Ich gebe das weiter an's Landratsamt und rate auch allen Eltern bei Problemen den ÖPNV-Beauftragten zu informieren".

Landratsamt vermisst Konkretes


Reinhold Stark, der am Landratsamt den ÖPNV-Fachbereichsleiter Klaus Hummel vertritt, wundert sich über die Klagen: "Warum kommen keine konkreten Meldungen zu uns? " Es gebe zwar immer wieder Beschwerden - jedoch müsse man detailliert wissen, auf welchen Linien sich zu welcher Uhrzeit der Vorfall ereignet habe.
Es gebe zwei Arten der Schülerbeförderung, erklärt Stark: den freigestellten Schulbusverkehr - er befördert ausschließlich Schüler - und den öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV), der auch von sonstigen Fahrgästen benutzt werden könne.

Auf diese Weise erfolge der Großteil der Schülerbeförderung. "Wir befördern täglich 6000 Schüler im Landkreis", betont Stark und warnte vor einer Verallgemeinerung bei den Vorwürfen.
Wenn man aber konkrete Anhaltspunkte für Mängel habe, würden vom Busunternehmen, beim Verdacht auf Überfüllung, Fahrgastzahlen gefordert.

Busfirma weist Kritik zurück


Josef Klemm, der seit 40 Jahren Schüler transportiert und jetzt den Zuschlag für ein Bündel von 30 Buslinien erhalten hat, weist den Vorwurf überfüllter Schulbusse von sich. Ein 45-Sitzer habe bis zu 50 Stehplätze und könne somit 95 Erwachsene transportieren. Es seien aber nie mehr als 75 Schüler in einem solchen Bus. Für Außenstehende sei der Blick oft trügerisch: "Wenn nur 20 Schüler stehen, und man sieht den Bus von der Seite vorbeifahren, denkt man er ist proppenvoll". Bei Kontrollen habe sich alles als korrekt herausgestellt. Und Klemm versichert: "Telefonieren ohne Freisprechanlage habe ich meinen Fahrern streng verboten."