Jugendamt Forchheim sucht Pflegeeltern: Aktuell sollen zwei Kinder vermittelt werden - allerdings ist der Pool an Pflegeeltern leer. Das Jugendamt sucht händeringend nach Familien, die sich eine Pflegschaft vorstellen können. 

Barbara Hubert vom Fachbereich Pflegekinderdienst im Jugendamt Forchheim berichtet, dass aktuell keine Pflegefamilien zur Verfügung stehen im Raum Forchheim. Deswegen ist das Jugendamt auf der Suche nach Eltern mit Geduld und Einfühlungsvermögen. 

Jugendamt Forchheim: 2020 wurden sieben Kinder vermittelt

2020 wurden insgesamt sieben Kinder vermittelt. Häufig kommen die Kinder zuerst in Bereitschaftspflege. Das heißt, sie werden bei Eltern, die in Krisensituationen kurzfristige Pflege anbieten können, untergebracht. Bis zu einem dreiviertel Jahr kann das dauern. "Danach haben wir idealerweise einen Pool von Bewerbern, die ein Pflegekind aufnehmen wollen", erklärt Barbara Hubert. Derzeit sei dies allerdings nicht der Fall.  

Die Bewerber werden stets vom Jugendamt geprüft. Zusätzlich müssen sie ein Vorbereitungsseminar durchlaufen. Wenn ein Kind vermittelt werden soll, müssen die Pflegeeltern sich auch (nach Möglichkeit) mit den leiblichen Eltern unterhalten. Zuvor folgt allerdings die mündliche Anfrage vom Jugendamt. Im letzten Schritt lernen die Pflegeeltern dann das Kind kennen. Wenn sie sich die Aufnahme danach noch immer vorstellen können, geht es in eine intensivere Kennenlernphase. Im Jugendamt heißt das dann Anbahnung.  Diese Phase kann bis zu acht Wochen dauern. Wenn das Kind genug Vertrauen hat, kann der Umzug organisiert werden. 

Allerdings ist das Aufnehmen eines Pflegekindes keine leichte Aufgabe: "Viele Kinder bringen Entwicklungsrückstände mit, haben Probleme mit der Impulskontrolle oder unkontrollierbare Wutanfälle", beschreibt Hubert. Innerlich stünden die Kinder unter enormem Stress, oftmals gebe es auch Bindungsprobleme.

Diese Eigenschaften sollten Pflegefamilien mitbringen

Deswegen sollten Pflegefamilien einiges mitbringen:

  • Einfühlungsvermögen
  • Geduld
  • Viel Zeit
  • Belastbarkeit
  • finanzielle und familiäre Stabilität

Das Jugendamt bemühe sich sehr um eine transparente Arbeitsweise. "Wir besprechen alles, was wir wissen mit den Eltern", erklärt Hubert. Aktuell gebe es keine Pflegefamilien im Pool, aber zwei Kinder, die zu vermitteln sind.

"Alle Bewerber, die wir hatten, sind mittlerweile belegt", erläutert die gelernte Sozialpädagogin. Viele Eltern kämen mit falschen Erwartungen: "Wir haben keine unbeschriebenen Kinder. Alle bringen ihren Rucksack mit." Zudem seien viele nicht mehr im Kleinkinderalter, sondern bereits etwas älter.

Nähere Informationen zum Verfahren gibt es hier.

Auch im Landkreis Haßberge werden immer wieder Pflegekinder vermittelt. So auch Jule (10). Ihre Pflegeeltern hätten beinahe schon aufgegeben, kämpfen aber dennoch weiter.