Viele Stunden hat Stadtplaner René Franz mit den Bürgern verbracht, um über die Gestaltung der Schallschutz-Wände zu sprechen. Am Mittwoch beschlossen die Stadträte im Planungsausschuss das Farbkonzept.

Vor dem Beschluss eine kleine Überraschung: "Auch die Bahn hat sich entwickelt", sagte René Franz und wies auf ein "neues Angebot" der Bahn hin; beim Bau der ICE-Strecke stehe es den Kommunen nun frei, die Farbe an den Innenseiten der Schallschutzwände selbst zu bestimmen. Der Stadtplaner schlug die Farben "Verkehrsrot" und "Rapsgelb"vor. Am Bahnhof sollten die Wände teils transparent, teils farbig gestaltet werden. "Die Farben der Forchheimer Flagge könnten identitätsstiftenden Charakter haben", meinte Franz: "Der ICE wird in Forchheim nicht halten, aber so können wir wenigstens auf uns aufmerksam machen." Zusätzlich soll am Bahnhof das Forchheimer Fisch-Wappen in die Wand eingearbeitet werden. Bürger konnten Wünsche äußern
Die Stadträte waren sich einig, dass in den jeweiligen Streckenabschnitten die Wünsche der Bürger berücksichtigt werden sollten. Die fielen sehr unterschiedlich aus. Im Augraben etwa lehnten die Bürger jede Farbe ab und entschieden sich für eine transparente Schutzwand. Obwohl bekannt ist, dass diese Wände nach spätestens drei Jahren ihre Klarheit verlieren und "blind" werden.

Genau umgekehrt die Situation in der Jean-Paul Straße. Hier entschieden sich die Anwohner "gegen Transparenz"; wobei eine Verschattungs-Studie erst noch zeigen muss, ob diese Forderung haltbar ist, sagte Stadtplaner Franz.
Ähnlich in der Karl Bröger Straße und Am Sendelgraben: "Die Leute dort wollen nichts sehen und nichts hören."

Angesichts der vorgegebenen Zwänge der Bahn-Planung sei die Gestaltung der Schutzwände "gut gelungen", meinte Reinhold Otzelberger (SPD). Allerdings pochte er darauf, einen Farbgestalter zu befragen, ob die gelb-rote Farbwahl wirklich passt: "Mir scheinen die Farben zu aggressiv. Was auf der Flagge wirkt, muss auf einer Wand nicht unbedingt genauso wirken."

Keine niedrigen Schutzwände
Während die Kommunen bei der Farbgestaltung der Wand-Innenseiten freie Hand haben, ist die Art des Lärmschutzes weiterhin festgeschrieben: Die von Sabine Dittrich (FGL) erneut vehement geforderten "niedrigen Schutzwände" wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht geben.

Stattdessen jene Metall-Lamellen-Wände, wie sie in Erlangen bereits zu sehen sind. "Das von unten nach oben heller werdende Grau verschmilzt mit dem Himmel und scheint so die Wände visuell aufzulösen", schildert Stadtplaner Franz die Außenseite der Wände und die Logik der Farbenlehre.