• Kletterhalle Magnesia in Forchheim schloss am Montag nach 18 Jahren
  • Ehemalige Betreiberin Ulrike Waasner spricht über Konkurrenz, Corona und andere Hürden
  • Stammgäste bedauern Entscheidung und erinnern sich 

Am Samstag (25. September) wandte sich die Kletterhalle Magnesia auf Facebook mit einem traurigen Post an ihre Fans: "Liebe Freunde der Magnesia, leider müssen wir nach 18 Jahren "Ade" sagen! Ab Montag, 27.09.2021 wird unsere Kletterhalle geschlossen sein. Verschiedene Faktoren der letzten Zeit und aus dem Umfeld haben uns zu dieser Entscheidung gezwungen. Wir bedauern dies sehr und danken Euch für Eure Treue!" InFranken.de hat mit der ehemaligen Betreiberin Ulrike Waasner gesprochen.

Kletterhalle Magnesia: "Aufwand kann nicht mehr geleistet werden"

Wie es auf der Webseite heißt, wurde die Halle mit einer Kletterfläche von 1.400 Quadratmetern 2003 eröffnet. Albrecht Waasner habe dazu "das denkmalgeschützte alte Kesselhaus der ehemaligen Spinnerei Forchheim entkernt und eine Kletterhalle installiert." Die Halle zeichnete sich durch warme Farben, Pflanzen, eine Panoramatreppe und den Indoor-Hochseilgarten aus. Albrecht Waasner verstarb am 25. August 2020 mit 70 Jahren. Danach führte seine Ehefrau Ulrike Waasner die Kletterhalle weiter.

Der Tod ihres Mannes sei einer der Gründe, wieso eine Weiterführung nicht mehr möglich sei. Auch weil geeignete Arbeitskräfte fehlten, sei es "ein innerer und äußerer Aufwand, der nicht mehr geleistet werden kann", erklärt Waasner inFranken.de. Vor allem, weil die Kletterhalle nach 18 Jahren eine Verjüngungskur nötig habe, hätte Waasner besonders viel Unterstützung gebraucht. Im besten Fall junge Leute, die die Kletterhalle neu gestalten.

Der Alpenverein habe zwar Interesse gezeigt, die Halle aber wegen des zu großen Risikos nicht kaufen wollen. Denn neben den coronabedingten Verlusten, habe sich auch die Konkurrenzsituation erhöht. Kletterlustige haben in Franken einige Alternativen. Waasner berichtet außerdem, dass sich immer weniger Menschen zum Klettern und gegenseitigen Sichern verabreden wollten. Das ungesicherte Bouldern sei für spontanes Klettern besser geeignet. Während es rund um Forchheim einige Boulderhallen gebe, sei der Boulderbereich von Magnesia nicht ausreichend groß.

An der Kletterhalle Magnesia hängen viele Erinnerungen

Waasner schaut zurück auf so manchen spannenden Wettkampf und berichtet stolz, dass Alexander Megos - berühmt in der Kletterszene - bereits als kleiner Junge in der Kletterhalle Magnesia zu Gast gewesen sei. Die Halle legte laut eigenen Angaben Wert auf regelmäßige Neuerungen an den Wänden: "Sehr gute Routenschrauber arbeiteten für uns. Die sind natürlich auch teuer", erzählt Waasner, die bereits im Rentenalter sei. 

Was mit der Kletterhalle nun passiere, wisse sie nicht. "Wir bekommen viele positive Rückmeldungen von unseren Stammkund*innen auf Facebook, die die Schließung bedauern", erzählt Waasner. Viele erinnern sich an ihre Anfänge in der Kletterhalle. Weil die Magnesia Kletter-Seil-Erlebnispark GmbH insolvent sei, habe kein Abschiedsevent stattgefunden. Ulrike Waasner denkt noch darüber nach, sich in Zukunft wieder politisch zu engagieren. Sie und ihr Mann seien lange Jahre bei der FDP gewesen und sie sympathisiere mit den Freien Wählern. 

Mit einer Fläche von 2500 Quadratmetern entsteht derzeit in Nürnberg die größte Kletterhalle Frankens.