Das Bus-Netz im Landkreis Forchheim ist eine Erfolgsgeschichte. Und es soll noch besser werden. Dann, wenn die Buslinien Richtung Hausen und Heroldsbach sowie die südlichste Linie von Neunkirchen am Brand nach Erlangen neu ausgeschrieben werden.

Nach einer neuen EU-Richtlinie müssen die Mindest-Standards dafür bereits ein Jahr vor der Ausschreibung bekannt gegeben werden. "Damit die Unternehmer besser planen können", erläuterte Klaus Hummel, beim Landkreis Forchheim zuständig für den öffentlichen Personennahverkehr den Mitgliedern des Verkehrsausschusses.


Ausweitung bis Zeckern?

Bereits jetzt legen die Busse in Richtung Heroldsbach pro Jahr mehr als 500 000 Kilometer zurück. Das könnte noch mehr werden, wenn die Busse - wie gewünscht - weiter bis Zeckern fahren.
Der Hintergrund: Die Nachbargemeinde Adelsdorf will eine bessere Bus-Anbindung zum Siemens-Werk in Forchheim. "Gespräche mit dem Landkreis Erlangen-Höchstadt laufen", bestätigte Klaus Hummel.


1,10 Euro pro Fahrgast

Auf dieser Linie weist die jüngste Zählung pro Jahr 464 000 Fahrgäste aus. 300 000 davon sind Schüler. Ihr Anteil war zwischen 2008 und 2012 um vier Prozent angestiegen, so dass pro Tag rund 1600 Schüler auf dieser Linie den Bus benutzen. Die Kostendeckung liege hier bei rund 50 Prozent. Pro Fahrgast zahlt der Landkreis 1,10 Euro dazu.

Ganz anders sieht das auf der Linie zwischen Neunkirchen am Brand und Erlangen aus. Hier muss der Landkreis nur 30 Cent pro Fahrgast drauflegen. Dafür sind hier pro Jahr auch rund 1,45 Millionen Fahrgäste unterwegs. 600 000, das sind 40 Prozent, kommen aus dem Landkreis Forchheim. Davon mache die Schülerbeförderung 260 000 Personen aus, also 43 Prozent. Die Busse legten pro Jahr rund eine Million Kilometer zurück.

Die gute Auslastung dieser Linie drücke die Kostendeckung im gesamten Landkreis auf 65 Prozent. Auf beiden Linien werden jährlich 530 000 Schüler und 920 000 sonstige Fahrgäste transportiert. "An Schultagen sind das 5400 Personen", unterstrich Hummel.


Noch attraktiver werden

Und Klaus Hummel will das Fahrgastaufkommen noch weiter steigern. Dazu müsse in die Infrastruktur investiert werden. Dazu gehöre ein Echtzeit-Informationssystem in den Bussen, an den Busbahnhöfen und den barrierefreie Haltestellen.

Um die Kapazität zu erhöhen, sollen zwischen Neunkirchen am Brand und Erlangen künftig drei Gelenkbusse unterwegs sein, einer mehr als bisher. Dabei sollen zumindest die neu anzuschaffenden Fahrzeuge die neueste Abgasnorm erfüllen. Außerdem müssten die Busse absenkbar sein auf das Niveau der Bushaltestellen. Und: "Ein einziger Platz für einen Rollstuhlfahrer, das ist zu wenig", beschied Hummel. Das müssten auf dieser Linie mindestens zwei sein. Wenn dann noch Platz für den einen oder anderen Kinderwagen bleibe, könne das nicht schaden. "Wir wollen schließlich für unsere Kunden attraktiv sein", bekräftigte Klaus Hummel.

Die Kreisräte nahmen diesen Vortrag zustimmend zur Kenntnis. Kreisrat Edwin Dippacher (CSU) bestätigte: "Das wird eine deutliche Verbesserung für unsere Bürger."