Nach Corona-Massenausbrüchen in Pflegeheimen in Streitberg (Seniorenzentrum "Martin Luther") und Forchheim (Wohn- und Pflegezentrum Charleston) hat es nun erneut eine Einrichtung im Landkreis Forchheim getroffen: Am Pflegezentrum Klinikum Fränkische Schweiz in Ebermannstadt haben sich mehrere Bewohner und Mitarbeiter mit dem Coronavirus angesteckt. Bis Dienstagmittag, 5. Januar 2021, sind insgesamt 30 Menschen positiv getestet worden. "Ich bin fassungslos und traurig", sagt Heimleiterin Lydia Kropfelder auf FT-Nachfrage.

Wie ist die Lage in der Pflegeeinrichtung?

Im Pflegezentrum Klinikum Fränkische Schweiz leben 43 Bewohner, die zwischen 70 und 97 Jahre alt sind. Seit Ausbruchbeginn wurden 23 Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet. Alle Bewohner und 32 Mitarbeiter sind getestet worden. Die Lage ist angespannt. Drei Heimbewohner sind zwischenzeitlich an oder mit Covid-19 gestorben, erklärt Franka Struve, Sprecherin des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz. "Die ganzen Corona-Auflagen haben unseren Bewohnern in den vergangenen Monaten sehr zu schaffen gemacht", erklärt Kropfelder. "Wir haben versucht, die Besuchsverbote im Frühjahr 2020 durch Telefonanrufe oder durch Videokontakte über Skype zu kompensieren. Im Herbst 2020 gab es kein Besuchsverbot im Pflegeheim, alle Besucher wurden vor dem Betreten der Einrichtung mit einem Antigen- Schnelltest auf Covid-19 getestet", erläutert die Leiterin des Pflegezentrums. "Wir hatten immer die Hoffnung, dass wir mit unserem Hygienekonzept und der Einhaltung aller Hygienemaßnahmen unsere Bewohner schützen können, bis der Impfstoff hier ist und geimpft werden kann. Leider hat es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen nicht ausgereicht."

Wie geht es den Heimbewohnern?

Die positiv getesteten Bewohner in der Einrichtung würden größtenteils keine oder nur leichte Symptome wie Müdigkeit und Appetitlosigkeit zeigen. Ihr Allgemeinzustand sei stabil. "Jetzt sind meine Gedanken erstmal bei den Betroffenen und ich wünsche ihnen gute Besserung", betont Kropfelder.

Welche Pandemie-Maßnahmen wurden ergriffen?

Der zweite Stock des Pflegezentrums wurde als Isolierstockwerk für auf das Coronavirus positiv Getestete umfunktioniert. Alle Bewohner befinden sich in isolierten, abgeteilten Wohnbereichen. Regelmäßige PCR-Testungen finden für Bewohner und Mitarbeiter statt. Alle Mitarbeiter werden täglich vor Schichtbeginn zusätzlich mit einem Antigen-Schnelltest getestet.

Sieben Mitarbeiter haben sich infiziert. Ist die Betreuung beeinträchtigt?

Seit Ausbruchbeginn wurden sieben Mitarbeiter positiv getestet. Sechs befinden sich in häuslicher Quarantäne, eine Mitarbeiterin ist bereits aus der Quarantäne negativ getestet entlassen und kann wieder zum Dienst eingesetzt werden, erklärt die Klinikumssprecherin. Die Mitarbeiter in Quarantäne zeigen leichte Symptome wie Husten, Erkältung, Fieber. Der Routinebetrieb des Pflegezentrums könne am Laufen gehalten werden. "Auch für unsere Mitarbeiter waren die sehr strengen Hygieneauflagen und die Vorsichtsmaßnahmen, die sogar Schatten in den privaten Bereich warfen, nicht einfach in den Arbeitsalltag zu integrieren", erläutert Heimleiterin Kropfelder.

Was müssen die Angehörigen der Heimbewohner jetzt wissen?

Das Pflegezentrum Klinikum Fränkische Schweiz informiert die Angehörigen, wenn ein Bewohner oder eine Bewohnerin positiv getestet wird; ebenso wenn er oder sie verlegt wird. Die Angehörigen erhalten von der Pflegeeinrichtung telefonisch immer Auskunft über den Gesundheitszustand der Bewohner. Besuche sind aktuell leider nicht möglich.