13 Bewohnerinnen und Bewohner des Charleston-Wohn- und Pflegezentrums im Jahnpark Forchheim haben sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Jens Bükers, Sprecher der Charleston Holding, hat mit dem Fränkischen Tag Forchheim über die Lage gesprochen.

FT: Wie viele Bewohner haben sich bisher angesteckt? Handelt es sich um Männer oder Frauen?

Jens Bükers: Aktuell sind 13 Bewohner infiziert. Elf Frauen und zwei Männer.

Wie geht es diesen Menschen und wo werden sie behandelt?

Zwei Bewohner befinden sich in stationärer Krankenhaus-Behandlung, elf Bewohner befinden sich in der Einrichtung und werden durch den Hausarzt betreut. Hier findet eine enge Abstimmung zwischen Einrichtung und Hausarzt statt. Die elf Bewohner im Haus klagen hauptsächlich über Appetitlosigkeit, Übelkeit und Schwäche, sind aber in einem guten Allgemeinzustand.

Gibt es Todesfälle?

Es sind im Zusammenhang mit dem Coronavirus vier Bewohner verstorben.

Wie geht es den übrigen Bewohnern? Wurden sie und das Pflegepersonal auf Corona getestet? Sind sie nun komplett isoliert?

Den nicht infizierten Bewohnern geht es gut und sie zeigen keine Symptome. Seit Ausbruchsgeschehen findet eine Reihentestung der Bewohner und der Mitarbeiter einmal die Woche in Form eines PCR-Tests durch einen Arzt statt. Bei Symptomen von Bewohnern und Mitarbeitern werden Schnelltests durch unser geschultes Fachpersonal durchgeführt, um schnellstmöglich reagieren zu können. Es findet ein Screening auf Corona-Symptome bei allen Bewohnern zweimal täglich statt, vor Ausbruch einmal täglich. Die Mitarbeiter werden vor Dienstantritt auf Coronasymptome gescreent und bei Auffälligkeiten nach Hause geschickt. Diese dürfen die Einrichtung nicht mehr betreten und in Abstimmung mit der Task Force werden die weiteren Maßnahmen beschlossen. Die infizierten Bewohner befinden sich auf einem isolierten Wohnbereich. Der andere Wohnbereich ist nicht betroffen. Das Haus wurde durch das Gesundheitsamt isoliert.

Konnte nachvollzogen werden, wo sie sich angesteckt haben?

Die Infektionsketten konnten nicht eindeutig nachvollzogen werden.

Herrscht nun Besuchsverbot?

Momentan darf kein Besuch empfangen werden.

Wie gehen Sie nun weiter vor?

Alle Schutzmaßnahmen wurden umgehend eingeleitet und der Wohnbereich isoliert, um eine Verbreitung zu verhindern. Für dieses Infektionsgeschehen wurde schon Anfang des Jahres ein umfassender Pandemieplan von Trägerseite entwickelt, der nun von der Einrichtung umgesetzt wird. Das Personal arbeitet ausschließlich wohnbereichsbezogen. Eine Task Force wurde umgehend zwischen Heimaufsicht, Gesundheitsamt, Träger und der Einrichtung installiert, um einen umfassenden Austausch aller zu gewährleisten. Die Task Force kommuniziert täglich und bei Bedarf auch mehrmals am Tag. Wir als Einrichtung bekommen von Heimaufsicht und Gesundheitsamt volle Unterstützung, sie stehen uns mit Rat und Tat zur Seite, dafür möchten wir uns herzlichst bedanken.  

Mit Blick auf Weihnachten: Können die nicht-infizierten Bewohner ihre Familien sehen?

Eine derzeitige Einschätzung ist uns in der aktuellen Lage noch nicht möglich.

Der Schock und die Sorge sind mit Sicherheit groß. Wie geht es den Bewohnern und dem Personal? Besteht große Angst, sich anzustecken?

Alle Mitarbeiter gehen mit der Situation professionell um und kümmern sich um unsere Bewohner. Alle geben ihr Bestes, den Bewohnern die Situation so angenehm wie möglich zu gestalten. Den Bewohnern geht es gut und sie bringen sehr viel Verständnis für die aktuelle Situation auf.

Die Fragen stellte Sabine Memmel.