Das Ziel ist eine ökonomische und klima-schonende Energieversorgung der beiden Forchheimer Gymnasien und des Landratsamtes am Streckerplatz. Auf der Suche nach der am meisten zukunftsorientierten Energieversorgung nahm der Landkreis die Dienste des Institutes für Energietechnik (IfE) in Amberg in Anspruch.

Markus Brautsch untersuchte die vorhandenen Energiequellen, ermittelte den Wärmebedarf und stellte den Mitgliedern des Verkehrs- und Umweltausschusses insgesamt sechs Lösungsvarianten vor. Die Herder-Mensa und das Hausmeister-Gebäude am Landratsamt bleiben dabei außen vor. Sie sollen weiter mit einem Heizölkessel energetisch versorgt werden.

Witterungsbereinigt, also bei einem durchschnittlichen Winter, ermittelte Markus Brautsch für das Herder-Gymnasium einen Energiebedarf von 780 000 Kilowattstunden pro Jahr. Das Ehrenbürg-Gymnasium braucht 1 075 000 Kilowattstunden und das Landratsamt benötigt 655 000 Kilowattstunden.

"Unter Beachtung der aktuellen Rahmenbedingungen, dem Stand der Technik und den Ergebnissen der Voruntersuchungen habe ich insgesamt sechs Varianten der Energieversorgung ingenieurtechnisch betrachtet und untersucht", erklärte der Energie-Experte. Zur Wahl standen die dezentrale Versorgung der Gebäude mit Erdgas-Kesseln oder die dezentrale Versorgung mit Erdgas-Blockheizkraftwerken, wobei sich Brautsch dafür aussprach, den dabei erzeugten Strom selbst zu nutzen.

Grundsätzlich sei aber auch die Einspeisung in das öffentliche Stromnetz eine Option. Die ebenfalls untersuchten Varianten eines Wärmeverbundes - sprich: einer Nahwärmeversorgung durch ein Biomethan-Blockheizkraftwerk, ein Erdgas-Blockheizkraftwerk oder ein Hackschnitzel-Heizkraftwerk - würden deutlich höhere Kosten verursachen, erklärte der Professor.

Als kostengünstigste Variante empfahl der Experte die dezentrale Energieversorgung über drei Erdgas-Blockheizkraftwerke mit einer Strom-Eigennutzung. Dann koste die Kilowattstunde Wärme lediglich 5,9 Cent. Würden die jetzigen Heizkessel lediglich ausgetauscht, errechnete Brautsch Kosten von 6,5 Cent pro Kilowatt, verwies aber darauf, dass die noch günstigere Version auch die umweltfreundlichere Alternative darstelle. Dabei seien bereits alle Fördermöglichkeiten berücksichtigt.

Im Gegensatz dazu bewegten sich die Kosten für eine Kilowattstunde bei den Verbundwärme-Lösungen zwischen 9,4 und 12,4 Cent. "Also sehr unwirtschaftlich", befand Professor Brautsch.

Kreisrat Jürgen Schleicher (JB) regte an, weitere private Liegenschaften an die Energieversorgung des Landkreises anzuschließen. Je mehr Gebäude versorgt würden, desto günstiger würden die Energiekosten, argumentierte er. Da gebe es rechtliche Probleme, bedauerte Professor Bartsch. Ein Landkreis dürfe nämlich nicht als Energieversorger auftreten.