Bernhard Löw als Leiter des Posaunenchors hatte die Organisation des Abends übernommen und leitete über zu den einzelnen Musikbeiträgen. 2012 stehe dabei mit dem Thema "Reformation und Musik" ganz im Zeichen eines der Hauptmerkmale der Reformation, nämlich dem Singen und Spielen zum Lobe Gottes.
Für Löw und seinen evangelischen Posaunenchor war es ein besonderes Anliegen, den Abend nicht nur als Würdigung protestantischer Sakralmusik zu sehen, sondern im ökumenischen Zusammenhang auf eine 500-jährige Kultur- und Kirchentradition zurückzublicken. Musik sei der Herzschlag der Reformation, Luther habe theologische Erkenntnisse in seine Lieder übertragen.
Das erste Gesangbuch gab Luther 1524 heraus; der Posaunenchor intonierte daraus "Nun freut euch liebe Christeng'mein". Von diesen Anfängen bis in die Neuzeit führte Löw die Zuhörer durch eine spannende Zeit.
Von einer Epoche, da in der katholischen Kirche noch Choräle und Lieder nur von einer elitären Schicht wie Mönche oder Priester, keinesfalls aber von Laien im Gottesdienst gesungen wurden.

Gemeinsam, nicht getrennt


Wo die Orgel nach mehr als 1500 Jahren Christentum ihren Eingang in berühmte Kirchen wie den Bamberger Dom oder die Sebalduskirche in Nürnberg fanden. Bezirkskantorin Stephanie Spörl an der Orgel zeigte an Stücken wie das Präludium in g-Moll von Dietrich Buxtehude, wie gut das Instrument klingen kann. Löw erinnerte an eine Zeit, wo weltliche und kirchliche Musik nicht getrennt waren. Wo es ein Auf und Nieder gab, Wolfgang Amadeus Mozart, Josef Heydn oder Anton Bruckner im katholischen Raum große Messen, Kirchensonaten oder Orgelkonzerte komponierten.
Er schlug einen großen Bogen bis zu den liturgischen Erneuerungen Mitte des letzten Jahrhunderts, mit Einflüssen der afroamerikanischen Kirchenmusik, die Jazz- und Blues-Einflüsse auszeichnet. "Down by the Riverside" oder "Thank you for the music", gespielt vom Posaunenchor zeigten die Eingängigkeit dieser Musikform. Die Ökumene nehme immer mehr Einfluss auf das Liedgut. "Außer unserer Wertschätzung bekommst du nur unseren Dank" richtete sich Kirchenvorsitzender Georg Hostalka an Löw.