Das knallige Orange des neuen Lastwagens, der vor dem Dorfhausner Feuerwehr- und Gemeindehaus steht, macht zwei Dinge deutlich: Es handelt sich um ein kommunales Fahrzeug - und es ist neu. "Das alte Fahrzeug war 15 Jahre alt und wäre nicht mehr durch den TÜV gekommen", sagt Bürgermeister Rudolf Braun (FW) bei der Schlüsselübergabe.

Dankbar nahmen die Gemeindearbeiter Werner Haala und Klaus Wiesheier die Schlüssel entgegen. "Der alte war größer, hatte aber fast 500 Kilo weniger Ladefläche", sagte Werner Haala. Der Wasserwart muss das wissen, fährt er doch täglich mit dem Fahrzeug für die Wasserversorgung durch die Gemeinde.

"Täglich müssen bei den Quellen die Schüttungen abgelesen und die Hochbehälter müssen kontrolliert werden. Da viele Reparaturen anstehen, wird Schotter und Teer gefahren", erklärte Braun die Notwendigkeit des 26 000 Euro teuren Fahrzeugs.


Im Weißenoher Gemeinderat drehte sich in der jüngsten Sitzung fast alles um die Breitbandversorgung. "Die politische Parole lautet, dass wir alle bis ins hinterste Eck versorgen", sagte dabei Andreas Frank von der Firma Breitbandberatung Bayern. Frank stellte dem Gemeinderat das von seiner Firma erstellte Förderkonzept vor. Technisch gesehen hält Frank eine flächendeckende Versorgung für möglich. Auf einem anderen Platte stehe allerdings, ob es auch finanziell darstellbar sei.

Das hängt vor allem auch davon ab, wie viele Bereiche eine Gemeinde versorgen möchte und mit welchem Fördersatz sie am Ende rechnen kann.
Gefördert wird die Deckungslücke: Damit ist sind die Investitionen minus der Einnahmen gemeint.

Maximal 950 000 Euro

An erster Stelle steht die Grundlagenermittlung. Dem folgt die Bedarfsermittlung, bei der Unternehmer angeschrieben werden. "Fünf Unternehmer braucht man", kennt Daniel Trübenbach (FWG) die Voraussetzungen, um Fördermittel zu erhalten.

Norbert Weber (Grüne) wollte wissen, welche Rolle die privaten Anschlüsse spielen. Frank konnte hier versichern, dass der Bedarf grundsätzlich vorhanden sei, dieser aber gegenüber der EU nachgewiesen werden muss.
Und auch Bürgermeister Braun wies darauf hin, dass inzwischen jeder Landwirt, der eine Photovoltaikanlage auf dem Dach habe, als Unternehmer eingestuft werde. Bei dem neuen Förderkonzept kann die Gemeinde das Gebiet selbst festlegen.

Braun ließ anklingen, dass eventuell mehr Kommunen als strukturschwach eingestuft werden als bislang vorgesehen. Dass würde bedeuten, dass auch kleine Kommunen in den Genuss einer 80- bis 90-prozentigen Förderung kommen können. Konkret wären hier bis zu 950 000 Euro möglich.

Frank legte den Weißenohern einen Masterplan vor, auch wenn dieser Begriff für die kleine Gemeinde etwas übertrieben klinge. Auf einer digitalen Flurkarte sind die Knotenpunkte der Telekom in Weißenohe sichtbar.
Die Analyse muss entscheiden, ob man beispielsweise den vorhandenen Knotenpunkt weiter vorverlegt oder einen zweiten Knotenpunkt setzt, um auch Dorfhaus zu versorgen.
Die Gemeinderäte waren sich einig, dass alle gleich behandelt werden sollen. Breitband in dem einen Gebiet und in einem anderen nicht - das soll es in Weißenohe nicht geben.