"Wir haben Grund zu feiern, auch wenn es regnet", sagte Martin Kraus von der Kirchenstiftung Reifenberg gut gelaunt. Und das taten die Reifenberger auch - trotz strömenden Regens. Sie feierten die Einweihung ihrer Marienkapelle, die von vielen liebevoll "Kapella" genannt wird. Nach umfangreichen Renovierungsarbeiten erstrahlte sie in neuem Glanz und ist ein richtiges Schmuckstück geworden.

Das religiöse Kleinod gehört zur Geschichte Reifenbergs wie die Vexierkapelle. Im Rahmen eines Festgottesdienstes, den die Reifenberger Musikanten unter Hans Kraus musikalisch umrahmten, segnete Pfarrer Gerhard Möckel in Begleitung von Kaplan Joseph das kleine Kirchlein. Auch Landrat Dr. Hermann Ulm (CSU), Bürgermeister Gerhard Amon (CSU), Geistlicher Rat Richard Schmitt und Pfarrgemeinderatsvorsitzender Josef Gebhardt von der Mutterpfarrei St. Bartholomäus Kirchehrenbach kamen zur Weihestunde in das kleine Bergdorf.
Wegen des Regens wich man zum Feiern kurzum ins Feuerwehrhaus aus.

Schon seit Jahren war das "Kapella", das 1906 errichtet wurde, ein Sorgenkind. "Man sah, dass der Zahn der Zeit nun an der Kapelle nagt", berichtete Martin Kraus. So fasste die Kirchenverwaltung im März 2012 den Beschluss, die Kapelle zu renovieren. Im Juli 2013 konnten die Sanierungs- und Bauarbeiten beginnen. Nach der Errichtung der sehr gut gelungenen Stützmauer folgte die Erneuerung der Außenfassade, des Kapelleninnenraums und die Restaurierung der Ausstattung samt neuer Bestuhlung. Besonders schön ist nach Kraus die Kirchendecke geworden, die wieder in ihren "blau schimmernden Originalzustand gebracht wurde". "Ich bin sehr glücklich darüber, dass alles so geworden ist", räumte Kraus ein.

Kosten von 27 500 Euro

Insgesamt waren für die Maßnahme 27 500 Euro aufzubringen. Mit 6800 Euro beteiligten sich daran der Bamberger Domberg und mit 2000 Euro die Gemeinde Weilersbach. Auch die Jugend wurde tätig und spendete 300 Euro. 460 Euro erbrachte eine Kirchenkollekte, und 1200 Euro steuerte die Familie Reichel bei. Den Rest von 15 740 Euro musste die Kirchenstiftung Reifenberg selbst auf den Tisch legen. "Das war sehr viel für die Stiftung", betonte Kraus. "Aber ich denke, dass dieses Kleinod es wert ist".

Chronist Hans Kraus erinnerte an die Geschichte der Kapelle. Ein Metzger verunglückte mit einem mit Schweinen beladenen Fuhrwerk am Ortsrand von Reifenberg tödlich. Am Ort des Unglücks wurde eine Muttergottes-Statue, eine Pieta, aufgestellt. Wenig später bauten an der gleichen Stelle zwei Familien aus Reifenberg eine Kapelle, die sich von Anfang an im Eigentum von Familie Wiemann befand. Die Marienstatue stand von nun an auf dem Altar. Fortan wurde die kleine Kirche von den Reifenbergern das ganze Jahr über gepflegt, vor allem von Margarete Wiemann und Elfriede Weidl. Noch heute wird in der Kapelle in der Fastenzeit der Kreuzweg gebetet, im Mai werden Maiandachten gehalten, und im Oktober treffen sich die Gläubigen zum Rosenkranz.

Abschied von Kaplan Joseph

Zu guter Letzt stand noch eine etwas "wehmütige" Verabschiedung an von Kaplan Joseph, der die Pfarrei mit Wirkung vom 1. September verlässt. Ihm wurde als "Dankeschön" eine Holzfigur seines Namenspatrons überreicht.