Klare Regeln können Probleme machen. Doch keine Regeln auch. Dass ErzieherInnen und Kita-Leitungen nun selbst entscheiden müssen, ist in der aktuellen Situation ein Skandal. Egal wie entschieden wird, am Schluss werden die Leitungen zu den Sündenböcken. Wie geplant bis Weihnachten die Einrichtungen offen halten? Dann wirft man ihnen vor, den Schutz der MitarbeiterInnen nicht ernst zu nehmen.

Notbetreuung anbieten? Dann wirft man ihnen vor, dass auch gleich ganz offen gelassen werden hätte können. Komplett schließen? Dann gehen die Eltern auf die Barrikaden. Gelitten haben in diesem Jahr alle Seiten. Die Eltern, die im Homeoffice die Kinderbetreuung gewuppt haben, genauso wie die ErzieherInnen, die mit Masken arbeiten und versuchen, den Kindern einen möglichst normalen Alltag zu gestalten.

Regierung schiebt Verantwortung ab: Erzieherinnen müssen selbst Regeln festlegen

Mit dem Schreiben aus dem Ministerium, das nichts klar regelt und alle Entscheidung abschiebt, wird Flexibilität propagiert, aber eigentlich nur Verantwortung abgeschoben. So nicht, liebe Ministerin Trautner! Während LehrerInnen klare Anweisungen bekommen, müssen die ErzieherInnen die Entscheidung selbst treffen. Das ist nicht nur unfair, sondern bringt auch Unfrieden in die Vorweihnachtszeit. Eindeutige Regeln hätten vielleicht anfangs geschmerzt, aber wenigstens allen Klarheit gebracht.

Die Hintergründe und die Stimmung aus verschiedenen Kindertagesstätten im Landkreis Forchheim lesen Sie hier im Plus-Artikel.