Auch die Fränkische Schweiz wurde von der Hitze getroffen. Für eine ohnehin bedrohte Art bedeutete dies eine zusätzliche Gefahr, weshalb die Feuerwehr zu Hilfe gerufen wurde.
Die starke Hitze, von der Franken in den letzten Wochen betroffen war, machte auch der Natur zunehmend zu schaffen. So auch in der Fränkischen Schweiz, wo vor allem die Bachläufe Sorgen bereiteten. "Denn dort lebt ein seltenes und schützenswertes Tier", schreibt die Feuerwehr Gößweinstein in den sozialen Medien.
Der Trupp wurde deshalb vom Sachgebiet Naturschutz des Regierungsbezirkes Oberfranken um Hilfe gebeten. Insbesondere der Bachlauf zwischen Behringersmühle und Unterailsfeld habe auszutrocknen gedroht und sei stellenweise bereits trockengefallen. Eine "akute Gefahr" für die dort heimischen Bachmuscheln. Die fränkische Natur schützten kürzlich auch Feuerwehrleute aus dem Kreis Aschaffenburg. Diese löschten über zwei Tage einen Waldbrand von enormer Dimension.
Feuerwehr Gößweinstein hilft bei Schutz von bedrohter Art - "Natur kennt keinen Feierabend"
Laut Angaben der Feuerwehr benötigen die Muscheln dringend Wasser und ein feuchtes Biotop, um zu überleben. "Natur ruft um Hilfe", schreiben die Einsatzkräfte in ihrem Post dazu. Am Mittwoch (12. August 2026) und Donnerstag (13. August 2026) waren die Feuerwehrleute im Rahmen der Rettungsaktion punktuell auf der Strecke zwischen den beiden Ortschaften unterwegs. Wie von der Naturschutzbehörde vorgegeben, bewässerten diese die Bachausläufer mit den Wasserwerfern ihrer Fahrzeuge.
Zudem wurden Bachmuscheln aus bereits trockenen Bereichen gesammelt und in geeignete, wasserführende Bereiche umgesetzt. Insgesamt waren zahlreiche ehrenamtliche Helfer der Feuerwehr an der Aktion beteiligt, heißt es. Diesen gelte besonderer Dank für ihr Engagement, sowohl für den Schutz von Menschen und Sachwerten als auch für den Naturschutz und den Erhalt der Artenvielfalt. Die Feuerwehr Gößweinstein möchte die Naturschutzbehörde auch weiterhin unterstützen: "Denn Natur kennt keinen Feierabend - und wir helfen, wenn sie uns braucht."
Laut der Kreisgruppe Traunstein des BUND Naturschutz gilt die Bachmuschel nach der Roten Liste Bayern und Deutschland als vom Aussterben bedroht. Der Naturpark Fränkische Schweiz informiert auf seiner Webseite, dass die Bestände der Bachmuschel in ganz Mitteleuropa in den letzten Jahrzehnten auf kaum mehr als ein Zehntel der Ursprungszahl zusammengebrochen sind. In vielen Regionen gelte sie sogar als ausgestorben. In der Fränkischen Schweiz konnten die Muschelbestände sich durch diverse Bemühungen erholen. Aktuell mache die Trockenheit durch den Klimawandel jedoch erneut Probleme, die sich auch am aktuellen Fall zeigen.