Ein Feuer hatte kürzlich für einen "Schreckenstag" in einer fränkischen Seniorenresidenz gesorgt. Ein mutiger Ersthelfer wurde nun für seinen Einsatz geehrt.
In der Seniorenresidenz "Rednitzgarten" in Rednitzhembach (Kreis Roth) kam es am 8. August 2026 zu einem heftigen Brand. In der Mittagszeit war im Dachgeschoss der Einrichtung in der Steigerwaldstraße ein Feuer ausgebrochen. Alle 50 Bewohner mussten zeitweise ihre Wohnungen verlassen. Ein 71-Jähriger wurde bei dem Brand schwer verletzt und verstarb später im Krankenhaus. Nach Angaben der Gemeinde Rednitzhembach entstand zudem ein Sachschaden von über einer Million Euro. Nur durch das schnelle Handeln von zahlreichen Einsatzkräften konnte noch Schlimmeres verhindert werden.
Wie die Gemeinde Rednitzhembach berichtet, traf der einheimische Robert Steinmüller am Tag des Brandes noch vor der Feuerwehr am Ort des Geschehens ein, da er im "Rednitzgarten" einen Angehörigen besuchen wollte. "Ohne zu zögern rannte er ins Gebäude, schloss gekippte Fenster und versuchte mit Feuerlöschern den Brand zu bekämpfen", heißt es vonseiten der Gemeinde. Nachdem dies wenig Wirkung gezeigt habe, sei er zur Personenrettung übergegangen. Die Heimbewohner, von der Situation völlig überrascht, habe er manchmal sogar zwingen müssen, ihre Wohnung zu verlassen. Jetzt wurde er für seinen Einsatz geehrt.
Nach Brand in Rednitzhembacher Seniorenheim: Mutiger Ersthelfer im Rathaus geehrt
Rednitzhembachs erster Bürgermeister Jürgen Spahl (parteilos) und der zweite Bürgermeister Joschi Leisinger (CSU) luden den Ersthelfer nun ins Rathaus ein, um ihm für seinen selbstlosen Einsatz zu danken. Obwohl ihm das Ereignis noch immer sehr nahe gehe, habe Robert Steinmüller sein Handeln keine Sekunde bereut - ganz im Gegenteil. "Ich würde es genauso wieder machen", erklärte er im Zuge seiner Ehrung im Rathaus. Nach Angabe der beiden Bürgermeister zeige sich vor allem in Situationen wie diesen, wie wichtig Zivilcourage ist. Auch Rednitzhembachs Feuerwehrkommandant Alfred Dößel lobte Robert Steinmüller explizit für seinen Mut.
"Für die Bewohner war dies ein Schreckenstag, den sie nicht vergessen werden, und es werden noch lange Spuren an der Seniorenwohnanlage zu sehen sein, die an diesen Tag erinnern", hält Bürgermeister Jürgen Spahl in einem Statement im Rednitzhembacher Gemeindeblatt fest. Demnach konnten die meisten der 50 Bewohner zwar am selben Tag wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. Sechs Wohneinheiten seien jedoch noch immer unbewohnbar. Die Eigentümerversammlung des Rednitzgartens habe bereits verschiedene Gutachter und Ingenieurbüros beauftragt. Ziel sei es, die "zum Teil stark beschädigten Wohnungen in dem betroffenen Trakt schadstofffrei wiederherzustellen".
Zudem bedankt sich Spahl explizit bei den 300 Einsatzkräften, die demnach dafür gesorgt haben, dass Schlimmeres verhindert werden konnte und sich das Feuer nicht weiter ausbreitete. Auch die Bewohner des "Rednitzgartens" hätten sich "sehr anerkennend und dankbar" über deren schnelles Handeln geäußert. "Selbstverständlich hoffen wir alle, dass so etwas in unserer Gemeinde nicht wieder passiert", erklärt Spahl. "Falls dies jedoch sein sollte, ist es auf jeden Fall beruhigend, dass viele Menschen da sind, die sich kümmern, die sich einsetzen und für andere da sind", so der Bürgermeister der Gemeinde Rednitzhembach. Weitere Nachrichten aus dem Kreis Roth findet ihr in unserem Lokalressort.
Vorschaubild: © Pia Bayer (dpa)