Was lässt sich an einem Herbstabend schöneres unternehmen, als sich im rustikal-gemütlichen Ambiente einer alten Scheune mit einem schmackhaften Vier-Gänge-Menü verwöhnen zu lassen? Und dazu auch noch im Mittelpunkt einer Krimikomödie zu stehen?
So oder so ähnlich mochten die Gäste gedacht haben, die sich in Richards Wiehgärtners Ebermannstadter Wiesentgarten zu dem Bierkrimi "Mord(s)bier" angeschaut haben. Das Stück brachten Schauspieler von der Landesbühne Oberfranken auf das Parkett.
Gleich zu Beginn des Abends waren sich Zuschauer und Darsteller, darüber einig, dass Oberfranken weltweit die größte Dichte an Brauereien und Metzgereien aufzuweisen hat. Weshalb auch Brauereibesitzer Klaus Stenglein (Hubert Burczek) anlässlich des 450-jährigen Bestehens seiner Brauerei nicht müde wird, die auf das Reinheitsgebot von 1516 zurückgehende Bierkultur emphatisch zu beschwören.
Unterstützt wird er dabei von seiner zweiten Ehefrau Susan (Christiane Reichert). Die etwas überspannte US-Amerikanerin, träumt davon, mit dem oberfränkischen Bier in ihrer Heimat ganz groß heraus zukommen.

Casting für die Bierkönigin


Stenglein selbst hat da schon ganz konkrete Vorstellungen, wie sein Brauerei-Jubiläum im Jahre 2016 entsprechend seiner großen Bedeutung für alle wahren Liebhaber des reinen und unverfälschten Gerstensaftes begangen werden muss.
Am liebsten mit einer Landes ausstellung in Forchheim. Das muss aber Träumerei bleiben, weil die Landesausstellung 2016 zum Thema "Bier in Bayern" bereits im niederbayerischen Aldersbach stattfinden soll. Dann aber müsse zumindest die Bierkönigin aus Oberfranken kommen.
Das ist auch der Grund, weshalb die rührige Susan schon einmal unter den weiblichen Gästen ein Casting durchführt. Währenddessen zieht Bier-Boss Stenglein stolz ein rotes Büchlein aus der Tasche, in dem er das Geheimnis seines Brauereierfolges aufgeschrieben hat.
Da ist dann aber auch noch der bierselige Brauersohn Felix (Holger Menzel), der von Tisch zu Tisch zieht und mit seinen meist sehr deftigen Sprüchen die holde Weiblichkeit unter den Gästen zu beeindrucken sucht.
Und da ist dann noch der schweigsame Brauhelfer Hannes (Heinz Petri), der in der Brauerei sein Lebenswerk sieht, aber bereits vor vielen Jahren das Reden eingestellt hat. Eine fürwahr lustige und auch leidlich unterhaltsame Runde - bis plötzlich im Hause Stenglein das Unfassbare geschieht. Die zu einer Visite in der Brauerei Stenglein erschienene Lebensmittelkontrolleurin Gudrun Müller, gespielt von der "Frankenschau"-Moderatorin Karin Schubert, liegt plötzlich tot in der Scheune.
Zuvor hatte sie der Brauerfamilie vorwerfen, für den Export in die USA hergestelltes Dosenbier gepanscht zu haben. Und plötzlich ist auch noch Stengleins Brauerei-Bibel spurlos verschwunden.

War es der Hausmeister?


Als die zuständige Beamtin ihre Untersuchungen zum Mordfalls aufnimmt, haben die Zuschauer nach Obatzten und Bierschinken, Kartoffelsuppe und Schäuferle mit Kloß und Kraut in Biersoße und vor Apfelkrapfen in Bierteig auch noch die Gäste Gelegenheit, sich so ihre Gedanken über den möglichen Täter zu machen. So trauten Adolf Amon und Tochter Brigitte aus Bammersdorf, die ihren Eltern den Abend im Wiesentgarten geschenkt hatten, den Mord noch am ehesten dem Brauereichef Stenglein oder seinem Sohn Felix zu, ohne aber den schweigsamen Hausmeister Hannes ganz ausschließen zu wollen.
Marina Gröger, Tochter des bekannten Karnevalisten und Büttenredners Gerhard Fickert, tippte da schon eher auf Ehefrau Susan, ihr Ehemann Felix dagegen tendierte ebenfalls in Richtung des Hausmeisters.
Schließlich kam die schreckliche Wahrheit dann aber doch noch an den Tag. Kriminalkommissarin Jungkunz (ebenfalls Katrin Schubert) überführte den Mörder, dessen Name aber hier verschwiegen werden soll.
Schließlich tourt Jan Burdinskis Fränkische Theatersommer auch noch weiter durch die Lande.