Die Glocken des Kreuzbergkirchleins wollten gar nicht mehr aufhören zu läuten. Es schien, als erinnere sich die Wallfahrtsstätte an längst vergangene Tage, als in der Blütezeit der Kreuzbergwallfahrt am Patronatsfest bis zu 23 Wallfahrten an einem Tag bezeugt sind. Denn es trafen im Minutentakt Wallfahrergruppen aus den Ortschaften der Seelsorgeeinheit "Unterer Aischgrund", den Pfarreien Eggolsheim, Drügendorf und Drosendorf sowie aus Buckenhofen und eine Radwallfahrergruppe aus Büchenbach (Pegnitz) ein.

150 Gläubige standen vor der Tür

Sie alle hatten an der Sternwallfahrt zum 550. Jubiläumsfest der Heilig-Kreuz-Kirche auf dem Kreuzberg teilgenommen und wurden von Pfarrer Matthias Steffel vor der Kirche begrüßt. Der Pontifikalgottesdienst mit Weihbischof Werner Radspieler musste sogar für über 150 Gläubige mit Lautsprechern nach außen übertragen.

Die dreitägige 550-Jahr-Feier begann mit einem Festvortag von Hans Schaub aus Pautzfeld. Er hat sich intensiv mit der Historie der Kreuzbergkirche beschäftigt und recherchierte monatelang in den Staats- und Diözesanarchiven. "Der Wappenstein auf der nördlichen Außenmauer der Kreuzbergkapelle liefert den Hinweis, dass die Kapelle im Jahre 1463 erbaut worden ist", so der Historiker.

Die Jahreszahl bestätigt auch ein im vergangenen Jahr erstelltes dendrochronologisches Gutachten, das beweist, dass der Dachstuhl der Kreuzbergkapelle im Jahr 1470 eingedeckt wurde. Erste Informationen, dass die Heilig-Kreuz-Kapelle auch als Wallfahrtsort mit einem Mirakel von vielen Menschen besucht wurde, stammen aus der Zeit um 1630. Für kleinere Wallfahrtsgruppen ist die Kreuzbergkapelle noch heute ein beliebtes Ziel. Nicht zuletzt, weil die Pilger sich auf den Kreuzbergkellern stärken können.

Als Jahresereignis ist die Wallfahrt der DJK-Vereine aus der Erzdiözese geblieben, die seit 1984 durchgeführt wird. In seinem Vortrag widerlegte Schaub die verbreitete Meinung, dass aufgrund der versteckten Lage im Wald der Kreuzberg vom 30-jährigen Krieg verschont blieb.

Er sichtete dazu eine Rechnungsaufstellung von 1642. Sie erbringe den Nachweis, dass die Kreuzbergkirche von schwedischen Verbündeten heimgesucht wurde und dabei wertvolle Gegenstände sowie die beiden Glocken aus der Kirche entwendet wurden. Vier Jahre später konnten aufgrund der Spendenfreudigkeit wieder zwei neue Glocken gekauft werden.

Gemeinde steuert 60.000 Euro bei

Auch heute ist die Pfarrei auf Zuwendungen angewiesen. "Die Renovierungsmaßnahmen in den vergangenen Jahren waren sehr kostenintensiv", so Pfarrer Matthias Steffel. Er bedankte sich bei den Spendern, den Ortsvereinen und -verbänden, die anlässlich der Jubiläumsfeier Geld für den Erhalt des Denkmals spendeten.

Auch die Gemeinde Hallerndorf hat für die Sanierung der Sandsteinmauer um die Kirche einen Zuschuss von 60.000 Euro zugesagt.