Die Nachricht hat im Internet bei vielen Diskogängern für Gesprächsstoff gesorgt. Die Diskothek Puls in Höchstadt schließt Ende Mai ihre Tore. Ein letztes Mal wird am 31. Mai gefeiert und getanzt, dann ist Schluss mit den pulsierenden Nächten im Kieferndorfer Weg. Die Kommentatoren im Netz spekulierten gleich über die Gründe: Falsches Publikum? Lag es an der Musik? Nichts mehr los? Und auch die Frage, was aus dem Gebäude jetzt wird, stellten sich viele.

"Es ist eine Mischung aus mehreren Faktoren, warum wir schließen", sagt Lion Heuschkel, Inhaber der Diskothek. Der Markt habe sich gewandelt. "Die Szene ist am Kämpfen", sagt Heuschkel, der erst vor kurzem bei einem Treffen der deutschen Diskothekenbetreiber dabei war. Der Geburtenrückgang und die Landflucht gehe auch an den Besitzern von Clubs und Tanzlokalen nicht spurlos vorbei. Auch das Ausgehverhalten habe sich geändert. In den 1990er Jahren sei man noch Tanzen gegangen, um Menschen kennen zu lernen. Heute würde das eher über die sozialen Netzwerke im Internet ablaufen.

"Es ist ja nicht so, als hätten wir keine Gäste mehr gehabt", sagt der 27-Jährige. Die Besucherzahlen seien aber trotzdem immer weiter gesunken.

Ein weiterer Grund, das Puls aufzugeben, sei der Entschluss gewesen, sich mehr auf die Organisation von Einzelevents zu konzentrieren. So etwa das Eintages-Festival Daycation, das zur Premiere im letzten Jahr rund 6000 Gäste anzog. Heuer könnten es - mit erweitertem Sicherheitskonzept - bis zu 10 000 Elektro-, House- und Technofans werden. Nebenbei organisiert das Puls-Team auch noch die Licht- und Tontechnik für Veranstalter im Ausland. So beliefere man etwa Veranstalter exklusiver Bootspartys in St. Tropez mit einer Soundanlage, sagt Heuschkel.

Wird das Puls zum Laser-Park?

Ganz aufhören am Standort in Höchstadt wolle man aber nicht. Für die Weiternutzung des Puls-Gebäudes haben sich Inhaber Heuschkel und Geschäftsführer Josias Ritter schon etwas überlegt: Sie könnten sich vorstellen, einen Parcours für "Lastertag-Spiele" zu eröffnen.

Ein "Lasertag-Actionpark", könnte schon Ende dieses Jahres entstehen. Man sei mit dem Eigentümer des Gebäudes im Gespräch. Aber auch dessen Idee, einer Spielothek sei noch nicht vom Tisch. Schon im Jahr 2009 wollte der Eigentümer eine Spielhalle eröffnen. Der Stadtrat hatte damals aber Auflagen gestellt, die das Projekt unattraktiv machten.

Betriebsausflüge mit Laserspaß bedienen

Von einer Spielothek halten Heuschkel und seine Kollegen vom Puls nicht besonders viel. "Wir wollen der Jugend hier in der Gegend weiterhin die Möglichkeit geben, Spaß zu haben", sagt Heuschkel. Im Laser-Parcours sieht er eine gute Geschäftsidee, die auf reges Interesse stoßen könnte. Nicht nur bei einzelnen Jugendlichen. Auch Geburtstagsfeiern und Betriebsausflüge könne man mit dem Laser-Spiel anziehen, so Heuschkel. Schließlich gehe es dabei um Geschicklichkeit und um Teamwork.

Eine Besonderheit im Gegensatz zu bereits bestehenden Parcours dieser Art wäre dann, dass das komplette Inventar der Disko vorhanden bleiben könnte. Man könnte dann die Tanzflächen und Theken im Puls als Hindernisse und Verstecke verwenden. Räuber und Gendarm in der Disko sozusagen. Wenn ab Ende Mai dann das Puls Geschichte ist, könnte man trotzdem ein bisschen vom früheren Clubfeeling haben. Allerdings dann mit einer Laserpistole in der Hand.

Lasertag - ein Trend aus den USA:


Das Spiel:
Lasertag wurde in den 70er Jahren vom US-Militär erfunden. In den 80ern etablierte es sich als Freizeitsport. Es wird nicht wie beim Paintball mit Farbkugeln geschossen, sondern mit Infrarotlicht. Personen treten in einem Parcours an. Mit sogenannten "Markierern" zielt man auf die Gegner. Die Spieler tragen Westen mit Sensoren. Die Weste erkennt den Infrarotstrahl als Treffer. Bekannt wurde der Sport auch durch die US-Serie "How I met your mother".

In der Region:
Lasertag gibt es zum Beispiel in Nürnberg, Schweinfurt und Würzburg. In Forchheim und in Haßfurt entstehen gerade Lasertag-Parks.