Beim Befahren des Frankenschnellwegs treffen sich im Regnitztal bei Erlangen drei Verkehrswege: die Eisenbahn, die moderne Autobahn und der ehemalige Ludwig-Donau-Main-Kanal, ersichtlich nur noch durch das Kanaldenkmal am Fuß des Erlanger Burgbergs. Obwohl versetzt, kündet es heute noch von einem Projekt von europäischem Rang, der Verbindung von Nordsee und Schwarzem Meer.

Die erste Eisenbahn Deutschlands, der Adler, fuhr am 7. Dezember 1835 von Nürnberg nach Fürth. Das Streckennetz wurde sukzessive ausgebaut und bekam auf Wunsch von König Ludwig, so wird kolportiert, sogar einen Tunnel durch den Erlanger Burgberg.

Der Vorläufer des heutigen Rhein-Main-Donau-Kanals, war der Ludwig-Donau-Main-Kanal, der sich mit einer Länge von 172,4 Kilometern von Kelheim bis Bamberg erstreckte und mit 100 Schleusen versehen war. Die Breite betrug durchschnittlich zwölf Meter. Initiator war König Ludwig I. von Bayern, der Baubeginn erfolgte am 1. Juli 1836, als Baukosten waren etwa 18 Millionen Gulden veranschlagt. Am 5. Mai 1843 wurde der Kanal zwischen Nürnberg und Bamberg eröffnet. Aber erst drei Jahre später, am 15. Juli 1846, wurde das Kanaldenkmal bei Erlangen enthüllt.

Pferde zogen die Schiffe

Die Schiffe, die auf dem Kanal fuhren, wurden von Pferden gezogen, die auf einem Treidelpfad neben dem Kanal liefen. Kegelstumpfförmige Steine mit 190 Zentimetern Höhe und einem oberen Durchmesser von 45 Zentimetern dienten zur Orientierung für Schiffsleute und Treidler. Die Aufschrift gab über die zurückgelegte bzw. noch zu bewältigende Strecke Auskunft.

Das erste Schiff, das auf dem Kanal von Bamberg nach Nürnberg fuhr, trug den Namen Ludwig und benötigte dazu zwölf Stunden. Im Wettlauf mit der Eisenbahn verlor der Kanal allerdings an Terrain. Der Kanal wurde 1950 trocken gelegt. Teile des Kanals bei Erlangen sind heute mit der A 73 überbaut, dem Frankenschnellweg. Der Autoverkehr hat sich als das allgemein akzeptierte Verkehrsmittel entwickelt. Aber die Bahn holt wieder auf. Steigende Spritpreise und eine bessere Taktung durch den Ausbau der Verkehrslinie Nürnberg-Erlangen-Bamberg erhöhen die Akzeptanz.

Erhalten hat sich bei Eggolsheim noch die Kanalschleuse mit der Nummer 94. In ihr wurden Schiffe bei einem Schleusenvorgang um rund 3,5 Meter angehoben. Auf dem Boden der Schleusenkammer befindet sich auch heute noch das ursprüngliche Pflaster aus Sandsteinplatten.