Uniklinik Erlangen warnt vor Schock-Anrufen: Betrüger nutzen fiesen Trick

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Betrüger geben sich als Ärzte aus und fordern Geld. Polizei und Uniklinikum Erlangen warnen vor dieser Masche.

Ein Anruf von einer unbekannten Nummer – am anderen Ende meldet sich scheinbar ein Arzt des Uniklinikums Erlangen. Mit ernster Stimme teilt er mit: "Ihr Sohn Michael liegt gerade in unserer Notaufnahme. Sein Darmkrebs ist zurück." Der Schock nach einer solchen Nachricht sitzt tief. Doch damit nicht genug: "Für seine Behandlung benötigt er ein Medikament, das extra aus der Schweiz beschafft werden muss und das die Krankenkasse nicht bezahlt."

Ein weiterer Angehöriger sei gerade eingetroffen und die Familie solle nun ihr Bargeld zusammenlegen, damit das Krankenhaus das lebensrettende Arzneimittel schnellstmöglich kaufen kann. – Derartige Anrufe werden seit einigen Wochen vermehrt aus ganz Bayern gemeldet: Es handelt sich um sogenannte Schockanrufe, mit denen Betrügerinnen und Betrüger besorgte Angehörige um ihre Ersparnisse bringen. "Übergeben Sie auf gar keinen Fall Geld oder Wertgegenstände!", warnt Johannes Eissing, Pressesprecher des Uniklinikums Erlangen, eindringlich. "Wir kennen diese Betrugsmasche seit Langem. Neu ist allerdings, dass die Kriminellen teilweise echte Informationen nutzen, die sie beispielsweise sozialen Medien entnommen oder Opfern im Gespräch entlockt haben. Das verunsichert die Angehörigen und macht ihnen große Angst."

So war es auch bei Michael, der tatsächlich einen Bruder hat und der tatsächlich schon wegen Darmkrebs am Uniklinikum Erlangen behandelt worden war. Seine Mutter reagierte trotz des emotionalen und zeitlichen Drucks, der am Telefon auf sie ausgeübt wurde, vorbildlich: Unter dem Vorwand, nach Geld zu suchen, legte sie den Hörer weg und rief von einem anderen Zimmer aus mit dem Handy ihre Söhne an. Nachdem sich die Familie untereinander verständigt hatte, informierte sie direkt die Polizei. Das ist auch die klare Empfehlung des Bayerischen Landeskriminalamts: "Legen Sie sofort auf! Wählen Sie aktiv den Notruf."

Nur wenn die Polizei von möglichst vielen solcher Anrufe erfährt, lassen sich Muster erkennen, nachverfolgen und schließlich Betrügerinnen und Betrüger identifizieren sowie dingfest machen. Das Bayerische Landeskriminalamt weist außerdem darauf hin, dass künstliche Intelligenz es den Kriminellen inzwischen ermögliche, die Betrugsmaschen noch glaubhafter zu gestalten. So werden Stimmen täuschend echt geklont: Als Grundlage reichen schon kurze Originalaufnahmen aus, die zum Beispiel in den sozialen Medien veröffentlicht wurden.

Notfallbehandlung und Krebstherapie nicht von Geldzahlung abhängig

"Das Uniklinikum Erlangen würde niemals per Telefon zu einer Geldzahlung auffordern", betont Johannes Eissing. "Und Wertgegenstände wie Schmuck oder Goldbarren nehmen wir natürlich überhaupt nicht an." Daher sollten Betroffene auch in scheinbaren Notsituationen keinesfalls auf solche Zahlungsanweisungen reagieren. Wer sich unsicher ist, sollte auflegen und entweder den vermeintlich erkrankten bzw. verletzten Angehörigen direkt kontaktieren oder über die offizielle Telefonnummer des Krankenhauses Kontakt aufnehmen und dort gezielt nachfragen.

Bei diesem Text handelt es sich um eine Pressemitteilung. 

Vorschaubild: © Bernd Weißbrod/dpa