Drei Tage, viele Erklärungen und so gut wie kein fassbares Ergebnis. Das war der Eindruck der über 500 Betroffenen, die sich von Uehlfeld in die "NeuSradtHalle" in Neustadt/Aisch aufgemacht hatten, um ihren Unmut und ihre Sorgen aufzuzeigen. Von Montag bis Mittwoch konnten sie dort ihre Einwendungen gegen die Erweiterung des Wasserschutzgebietes rund um Uehlfeld loswerden, die Fernwasser Franken (FWF) um das 15-fache seiner jetzigen Größe plant.

Das Fazit der Betroffenen: Die Eigentümerschutzgemeinschaft will - sofern das Landratsamt nicht einlenkt - seine Normenkontrollklage einreichen und gegebenenfalls Musterklagen in Bezug auf Entschädigung durchführen. Auch die Gemeinde will jede rechtliche Möglichkeit ausschöpfen.

Bereits die Wahl des Veranstaltungsortes sorgte im Vorfeld für Protest. Das bekam das zuständige Landratsamt am Montag zu spüren.
Die Veit-vom-Berg-Halle in Uehlfeld wäre nach Ansicht der Bürger genauso gut geeignet gewesen und hätte ihnen viel Aufwand - nicht zuletzt auch viel Fahrerei mit unnötiger Umweltbelastung - erspart.

Mit den vorgetragenen Einwendungen gegen die Pläne von FWF ging es dann zur Sache: unzumutbare Belastung durch die Einschränkungen im Verbotskatalog für Betriebe, drohendes Ausbluten einer aufstrebenden Gemeinde, nicht mehr tragbare Belastungen für die Landwirtschaft - und das alles für die Erweiterung eines Wasserschutzgebietes, das seit Beginn der Querelen vor rund 20 Jahren auch ohne die drohenden verschärften Auflagen Wasser bester Qualität geliefert hat. Das wollen weder die betroffenen Gemeinden Uehlfeld, Lonnerstadt, Dachsbach und Höchstadt noch die Eigentümerschutzgemeinschaft ohne Gegenwehr hinnehmen.

Suche nach Alternativen fehlt

Die Argumentation der FWF und des Landratsamts, eine Ausweisung in dieser Art sei unabdingbar, um auch für die Zukunft eine gute Wasserqualität zu garantieren, ließen die Vertreter der öffentlichen Belange so nicht gelten: "Wir haben in Höchstadt und für die betroffenen Ortsteile Sterpersdorf und Weidendorf eine eigene Wasserversorgung und sind durch die räumliche Ausdehnung des geplanten Wasserschutzgebietes dennoch involviert", erklärte Gerald Brehm, Bürgermeister v on Höchstadt. Für ihn gäbe es auch andere Möglichkeiten, den Wasserschutz zu gewährleisten. Nach Alternativen wie Wassersuche, beispielsweise in den umliegenden Wäldern, sei gar nicht gesucht worden.

Dienstag und Mittwoch waren die Bürger dran. Zwar meldeten sich nicht alle Anwesenden zu Wort, ihre Bedenken gingen jedoch im Grunde in dieselbe Richtung. Altbürgermeister Helmut Praus brachte sie in seiner als Privateinwender elfseitigen Rede auf einen Punkt: "Die Verhältnismäßigkeit ist bei einer solchen Vergrößerung nicht mehr gegeben. Warum überzieht man nicht gleich ganz Bayern mit einem Wasserschutzgebiet?" Auflagen, Kosten, unsensibles Bauen der Brunnen seinerzeit unmittelbar in Ortsnähe, Belastung des Eigentums der Bürger in hohem Maße, die nahezu einer Enteignung gleichkomme und bis zur Existenzvernichtung führen könne sowie der Wertverlust für alle Immobilien beträfen jeden Bürger.

Die einzelnen Redner aus den Reihen der Besucher untermauerten diese Einschätzung. Melanie Knapp-Prechtel sorgte sich um die Existenzfähigkeit ihres Biobauernhofs, Herbert Gräbner wusste von einem Nachbarort zu berichten, in dem der Verkauf eines Grundstücks durch die Gemeinde auf ein Drittel seines Wertes sank - nur wegen eines bestehenden Wasserschutzgebietes. Auch ein Acker kam zur Sprache, der infolge eines merkwürdig anmutenden Grenzverlaufs aus dem Wasserschutzgebiet herausfällt. "Das sieht so aus, als ob das grenzziehende Ingenieurbüro den Besitzer des Ackers gut kenne", tönte es aus dem Publikum.

Keine befriedigenden Antworten

Zum Problem des Hochwassers bei der Frage des Wasserschutzes, das auch ein heiß diskutiertes Thema war, bemerkte Herbert Wettschureck, Kommandant der Uehlfelder Feuerwehr und ehemaliger Kreisbrandmeister: "Wenn ein solches Wasserschutzgebiet ausgewiesen werden soll, müsste man bei Hochwasser die B470 komplett sperren. Bei einem Unfall kann auch die Feuerwehr keine Sicherung mehr garantieren."

Anton Achatz, zuständiger Abteilungsleiter des Landratsamts, gelang es nicht, die aufgeworfenen Fragen zur Zufriedenheit zu beantworten. Verweise auf bestehende Regelungen, gesetzliche Vorgaben, die eventuell ausgeschöpft werden können und mögliche Ausnahmeregelungen befriedigten die aufgebrachten Bürger nicht. Die einzige definitive Zusage von Achatz war, die sehr allgemein abgefassten Formulierungen im Verbotskatalog nach bester Möglichkeit zu präzisieren, damit der Bürger in Zukunft genauer wisse, was erlaubt sei und was nicht.

Ansonsten würden die Einwendungen sorgfältig geprüft. Bis eine Entscheidung falle, werden wohl mehrere Monate vergehen.