Longhorns-Trainer Mario Dugandciz und Shorthorns-Coach Markus Schönmüller haben geliefert. Unter ganz verschiedenen Voraussetzungen haben sie die beiden Basketballmannschaften der Turnerschaft Herzogenaurach in der vergangenen Saison zu Erfolgen geführt. Während Dugandzic mit den Longhorns nach einer völlig missglückten Hinrunde noch relativ locker den Klassenerhalt in der 1. Regionalliga schaffte, feierte Schönmüller mit den Shorthorns die Vizemeisterschaft in der Bayernliga Nord.


Czerny oder Dugandzic

Dennoch steht nicht fest, ob die beiden auch in der kommenden Spielzeit bei ihren Mannschaften auf dem Trainerstuhl sitzen werden. "Ich habe letztes Jahr die Herzogenauracher Herren und die U19-Bundesliga-Mannschaft des Kooperationspartners Nürnberger BC parallel trainiert. Das ist machbar, aber nicht optimal", sagt der hauptamtliche Basketball-Trainer Dugandzic.
2016/2017 werde er sich die beiden Aufgaben mit Felix Czerny teilen, der aus dem Nachwuchsbereich von Bayern München kommt. "Der Plan ist, dass jeweils einer als Headcoach und der andere als Assistent fungiert", erklärt der 30-Jährige.

Schönmüllers ungewisse Zukunft bei der TS hat andere Gründe. Der Lehramts-Student erfährt erst im Juli, wo er beruflich landen wird. Einen erzwungen Abgang würde der 27-Jährige bedauern. "Wenn man die kurze Vorbereitungsphase und die Verletzungsmisere nach Weihnachten berücksichtigt, haben wir mit dem zweiten Platz mehr erreicht als erwartet", sagt Schönmüller. Neben der gewohnt starken Defense zeigten sich die Shorthorns auch in der Offensive verbessert.

Dugandzic' Vorgänger Angelos Plantzas hatte vor knapp einem Jahr das Handtuch geworfen, weil ihm der Umbruch bei den Longhorns zu radikal war: Gleich sieben Akteure verließen Herzogenaurach damals. Nur Markus Person, Mike Kaiser und Monty Rogers blieben. Dugandzic nahm die Herausforderung Regionalliga mit etlichen Jungspunden an. "Matthew Meredith ist mit 14 Jahren in die Saison gestartet, dazu hatten wir vier 16-Jährige", erzählt der gelernte Betriebswirt. Kein Wunder, dass die Turnerschaft in der Hinrunde baden ging. "Es war frustrierend, weil die Jungs unseren Zuschauern ihr Talent gezeigt und trotzdem oft knapp verloren haben", sagt Dugandzic. Auswärts wurden die Auracher allerdings teilweise zerlegt und beendeten das Kalenderjahr auf dem vorletzten Platz.

Viel älter wurden seine Schützlinge in der Weihnachtspause zwar nicht, "aber es war toll zu sehen, wie sie sich entwickelt haben", findet der Coach, der an seiner Arbeitsweise festhielt. Statt zehn gab es nur noch vier Niederlagen und den vorzeitigen Klassenerhalt. "Die Krönung war der Heimsieg gegen die zweite Mannschaft des FC Bayern am vorletzten Spieltag", erinnert sich Dugandzic an das 66:61 gegen den Meister und Aufsteiger. Da neben der Trainerposition auch der Kader nicht fix ist, könne Dugandzic noch nicht über Ziele für die kommende Saison sprechen.

Schönmüller, der vor einem Jahr drei U18-Spielerinnen einbaute, oder sein Nachfolger steht zur kommenden Spielzeit erneut vor einer personellen Herausforderung. "Annika Babler, Sabine Steichele und Tina Bötsch verlassen uns, dazu habe ich zwei Wackelkandidatinnen", erklärt der Heßdorfer. Gespräche mit potenziellen Zugängen liefen aber.


Summer-League für die Männer

Und was machen die Spieler eigentlich in der monatelangen Sommerpause? "Wir haben zum ersten Mal eine Summer-League ins Leben gerufen, in der wir seit Montag den Spielbetrieb simulieren", erklärt der Männer-Coach. Zudem könne jeder ohne Druck an seinen Defiziten arbeiten. Ansonsten würden seine Schützlinge aber auch mal Volleyball spielen oder kicken.