Rundherum und geradeaus, in Schlangenlinien, paar- oder grüppchenweise - mit einer fröhlichen Polonaise eröffnete der Fränkische Volkstanzkreis Steigerwald zusammen mit seinen Gästen am Sonntagabend die Tanzsaison nach der Fastenzeit im Sonnensaal in Lonnerstadt.

"Früher" so Gerda Heimann, "Tanzmeisterin" des Abends und gemeinsam mit Ehemann Konrad Organisatorin, "war in der Zeit vor Ostern kein Tanz erlaubt. Der Ostersonntagabend war der erste Tag, an dem man das Tanzbein wieder schwingen durfte. Das wurde natürlich weidlich genutzt und diesen alten Brauch wollen wir aufrecht erhalten." Dass die Lonnerstadter mit ihrem Wunsch nach Schwung und Bewegung nach der langen Zeit der Ruhe und des Zurückhaltens nicht alleine dastehen, bewiesen die vielen Gäste, die das Angebot des Volkstanzkreises in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Fränkische Volksmusik zu nutzen wussten.
Tänzer aus Ober-, Mittel- und Unterfranken scheuten den Weg nicht, um sich mit ihrem Hobby wieder einmal so richtig zu vergnügen. Die sieben Euro Eintritt, der zu zahlen war, hielten niemanden ab. Schließlich muss ja auch die Musik bezahlt werden.

Die meisten kommen regelmäßig

Die kam heuer von den Feuchtwanger Volksmusikanten, die mit Walzer, Schottisch, Schlamperer, Siebenschritt, Dreher und manch anderen Weisen den Tanzbegeisterten kräftig einheizten, Fast alle Anwesenden haben das Tanzen zu ihrem Hobby gemacht und jeder mindestens einen Volkstanzkurs einmal besucht - die meisten kommen zu diesem Vergnügen sogar regelmäßig zusammen.

Auch die Jugend bleibt nicht außen vor. In Lonnerstadt gibt es eine Kindergruppe, in der schon die Kleinen lernen können, wie viel Spaß das Erlernen alter Bräuche macht. Der 16-jährige Ludwig Buer aus Mühlhausen tanzt inzwischen genauso wie seine Alterkollegen Katharina und André schon bei den Erwachsenen mit. Angefangen hat es aber auch bei ihm schon in der Grundschule. Mühlhausen feierte damals das Fest seines 1000-jährigen Bestehens. Der Volkstanzkreis leistete Nachbarschaftshilfe und lehrte die Grundschüler zur großen Feier fränkische Brauchtumstänze.

"Etwas später dann", erinnert sich Ludwig, "hat mir ein Kumpel von der Möglichkeit erzählt, hier richtig tanzen zu lernen. Ich suchte zu der Zeit ein sportliches Hobby, das mir gefällt." So weit, wie in seiner anderen Freizeitbeschäftigung, dem Kart-Fahren, wird er es beim Volkstanz zwar nicht bringen können - als Kart-Fahrer hat er immerhin nach mehreren erfolgreichen Qualifikationen in Vorfeld die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft nur um knappe 0,4 Sekunden verpasst - aber Riesenspaß macht es ihm trotzdem. "Auch wenn ich jetzt im Sommer gerade wegen der Kart-Wettbewerbe nicht so viel Zeit zum Tanzen haben werde - wenn´s geht, schaue ich immer mal vorbei. Und im Winter, da stehe ich wieder auf dem Tanzboden."