Kurz vor 13 Uhr. Eine Mutter sitzt im Auto und wartet. Prüfend blickt sie ab und zu in den Rückspiegel in Richtung Realschule, ob ihr Kind schon kommt. Sie sagt, sie wolle nur schnell was vorbei bringen und deutet auf einen Rucksack auf dem Beifahrersitz. Sie steht etwa 50 Meter von der Realschule entfernt an der Rothenburger Straße auf dem Seitenstreifen. Mehrere andere Autofahrer parken hinter ihr.

Der Verkehr rauscht vorbei. Es ist viel los. Schließlich ist die Aischbrücke gesperrt und die Autos müssen außen rum über Lonnerstadt. "Die Parksituation ist schon immer ein Problem", sagt die Mutter. Zu Elternabenden parken die Autos beiderseits der Rothenburger Straße. Auch das Wohngebiet steht dann voll mit Autos.

"Eine mittlere Katastrophe", so beschreibt es ein Mann, der gerade aus dem Auto aussteigt, das ebenfalls an der Straße steht. Er wolle sein Patenkind abholen, das wegen eines Schulprojekts einen Karton zu transportieren hat. Der Parkplatz der Realschule sei von Anfang an zu klein geplant worden, vermutet der Patenonkel.


Noch mehr Asphalt?

Einen weiteren Parkplatz bauen? "Sicherlich", sagt er und schaut auf den Acker nebenan. Er sei aber selbst Landwirt und sehe daher die Versiegelung von Flächen sehr kritisch. Vielleicht sei das Parken am Straßenrand das Pragmatischste. Es müsse nicht immer neuer Asphalt sein.

Auf dem Parkplatz der Realschule, die 2005 eingeweiht wurde, gibt es 61 Stellplätze. Sieben davon für Besucher. "Der Landkreis hat die baurechtlich erforderliche Anzahl an Plätzen geschaffen", sagt Hannah Reuter, Sprecherin des Landratsamtes. Die Menge der Stellplätze orientiere sich an der Schülerzahl. Das werde in der schulaufsichtlichen Genehmigung geprüft.

Derzeit habe die Realschule 871 Schüler. Geplant sei sie für 850. Es gebe also keine deutlich zu hohe Auslastung. "Wir verstehen schon, dass es eine verzwickte Situation ist", sagt Reuter. Aktuell gebe es aber keine Pläne für mehr Parkplätze.

"Das Problem gibt es nicht erst seit gestern", sagt Sonja Lang. Die Adelsdorferin ist Mitglied des Elternbeirats, wo die Parksituation auch schon mehrfach Thema gewesen sei. Man habe sich gemeinsam mit der Schulleitung besprochen. Zu Stoßzeiten, vor allem zu Veranstaltungen wie dem Sommerfest oder den Elternsprechstunden zwei mal im Jahr, müsse beidseitig der Straße geparkt werden.

Dass auf dem Wendeplatz neuerdings Parkverbot herrscht, sei verständlich, sagt Lang. Schließlich kämen ansonsten die Busse beim Rangieren nur schwer rum. Auch Parkbuchten entlang der Rothenburger Straße habe man diskutiert, so Lang. Allerdings ginge das - abgesehen von hohen Kosten - wegen des Radwegs nach Lonnerstadt wohl nicht ganz so einfach.


Ist Platz für Parkbuchten?

Über Parkbuchten habe man schon mit Landkreis und Stadt Gespräche geführt und sei durchaus auf offene Ohren gestoßen, sagt Jutta Romeis, Schulleiterin der Realschule. Mehr Parkplätze und damit mehr Autos auf dem Schulgelände seien nicht nur wegen des fehlenden Platzes, sondern auch wegen der Sicherheit nicht machbar.

Romeis sieht nicht nur das Parkproblem. Auch die Situation bei den Bussen sei verbesserungswürdig. Denn in die Haltebucht passen nur zwei Busse. Kommt ein dritter, müsse dieser auf der Straße halten. Auch hier habe es mit dem Landratsamt schon Gespräche gegeben.


Ein pragmatischer Vorschlag

Wenn es um Verkehrssicherheit geht, kommt zum Parken an der Straße ein pragmatischer Vorschlag vom Elternbeirat: Zumindest während Veranstaltungen könnte man Warnschilder aufzustellen und eventuell auf Tempo 30 reduzieren.

Das sei rechtlich machbar, sagt Bernd Bayer, Sachbearbeiter Verkehr der Höchstadter Polizei. Die Schule könne bei der Stadt die Maßnahme beantragen. "Grundsätzlich spricht nichts gegen eine temporäre Temporeduzierung", so Bayer. Und das Parken an der Straße? Im Grünstreifen sollte man das zwar nicht. Aber grundsätzlich sei es erlaubt.

Wer weiß, vielleicht entscheiden sich Landkreis/Stadt doch noch irgendwann für Parkbuchten. "Die Lösung schlechthin wird es so schnell nicht geben", bedauert Romeis. Trotzdem hoffe sie, dass es irgendwann eine Lösung geben könnte, "die nicht gleich Millionen kostet".