Jeder, der in der Pfarrei St. Maria Magdalena in Herzogenaurach wegen einer Geburt, der Hochzeit, der Wallfahrten nach Gößweinstein und Dettelbach, aber auch der Erstkommunion oder Firmung der Kinder vorsprach, hatte mit ihr unmittelbar zu tun. Dass das in der vergangenen Zeit nahezu jedes Gemeindemitglied war, versteht sich von selbst, daher ist sie in der ganzen Stadt bekannt.
Nahe dran an den Menschen war ihr Einsatzbereich. "Sie war die erste Seelsorgerin vor Ort", würdigte Stadtpfarrer Hetzel ihren Einsatz. Sie habe immer ein offenes Ohr für Sorgen gehabt, die bei ihr abgeladen werden konnte. Er würdigte den Einsatz von Baer in der Pfarrei, der oftmals über die normalen Bürozeiten hinausgegangen war.
Eingestellt wurde sie von Stadtpfarrer Hans Sterzl. In den fast 37 Jahren hatte sie es mit drei Pfarrherren und drei Kirchenpflegern, Heinrich Fink, Toni Rabl und Max Gröschel zu tun.
Ungleich größer ist die Zahl der Kapläne, die meist ihre erste Dienststelle in Herzogenaurach antraten. Die Namen sind bei vielen sicherlich noch im Gedächtnis, auch wenn ihre Dienstzeit schon seit einiger Zeit verstrichen ist: Siegbert Keiling, Hubert Förster, Franz Noppenberger, Harald Schwandt, Hans Schieber, Wolfgang Schneider, Anton Blaschko, Joachim Kauer, Markus Wittal, Alexander Berberich, Thomas Kirsch, Stefan Alexander, Norbert Jung, Stefan Fleischmann, Martin Ninaparampil, Lalit Kumar Tigga, Kamil Tete, Solomon Sahayaraj und Vincent Chettiar.
Es galt, sie in die Abläufe einer Pfarrei einzuweisen und für ihre Aufgaben vorzubereiten. Dazugekommen sind seit einiger Zeit die Pastoralassistenten und -referenten, die aber genauso wie die Kapläne der "Führung" bedürfen, um im Alltag der größten Pfarrei in der Stadt zurechtzukommen. Eine diffizile Aufgabe stellt auch immer die Vermittlung von Terminen dar, wenn die Wünsche allzu weit auseinander gehen. Dies erledigte sie jedoch stets auf souveräne Art.
Zu alldem mussten Marianne Baer bei der Einstellung ursprünglich vier Stunden pro Tag ausreichen. Da der Aufgabenbereich wuchs, wurde die Stundenzahl aufgestockt. Hauptaufgabe war es, die Angelegenheiten der Pfarrei zu koordinieren, auch galt es, jede Woche den Pfarrbrief zusammenzustellen. Dazu gekommen ist die Arbeit mit dem Internet.
Pfarrgemeinderatsvorsitzende Doris Welker, Pfarrgemeinderätin Katharina Nagel und Kirchenpfleger Max Gröschel bedankten sich genauso wie Stadtpfarrer Helmut Hetzel im Namen der Pfarrei bei Baer. Als Präsent erhielt sie einen Blumenstrauß mit 37 gelben Rosen überreicht. Für Hetzel war ihr unheimliches Wissen sehr wichtig, er würdigte sie als absolut loyal und immer verlässlich.
Seit dem 1. November hat Marianne Baer ihre Nachfolgerin Alexandra Hagen eingearbeitet, sodass sie beruhigt zum 31. Dezember in Ruhestand gehen kann.