Sie ziehen ihre Winterjacken an, wenn sie die zwar auch nicht gerade warme, dafür aber komplett erneuerte Wärmehalle des Höchstadter Wellenfreibads verlassen. Hans-Peter Philipp, der Betriebsleiter des städtischen Freizeitzentrums, und sein Stellvertreter Karl-Heinz Zillich müssen sich schweren Herzens den zeitweise noch einstelligen Temperaturen beugen und den Start der Freibadsaison verschieben.


Hallenbad bis 13. Mai offen

"Heuer eröffnen wir einmal nicht am 1. Mai", teilt Philipp mit. Geplant ist jetzt der Samstag, 7. Mai. Sollte es aber weiterhin so kalt bleiben, könnte der Saisonstart auch auf den 14. Mai verschoben werden.

Wird am 7. Mai eröffnet, läuft der Badebetrieb in der ersten Woche nur von 12 bis 20 Uhr. Ab 14. Mai öffnet das Bad dann schon um 9 Uhr.

Bei den aktuellen Außentemperaturen stünde der Aufwand, der betrieben werden müsste, um das Wasser in den Becken auf halbwegs angenehme Temperaturen zu bringen, in keinem Verhältnis zum Ertrag, ist der Betriebsleiter überzeugt. Auf Badespaß muss in Höchstadt aber trotzdem niemand verzichten: Das Hallenbad hat noch bis 13. Mai geöffnet.

Mit der Edelstahl-Auskleidung des 50-Meter-Beckens hat das Höchstadter Freibad vor drei Jahren sein erstes Sanierungs-Highlight erlebt. Das zweite wird gerade abgeschlossen: die komplette Umgestaltung der Wärmehalle. Für Zillich und Philipp sind jetzt schon zwei Bereiche des Freibads "absolut topp". Der nächste Bauabschnitt steht nach der Eiszeit 2017 auf dem Plan - die Erneuerung des von Eisstadion und Freibad genutzten Umkleide- und Sanitärtrakts.

Stammgäste des Freibads werden jetzt erst einmal die erneuerte Wärmehalle nicht mehr wiedererkennen. Böden und Wände sind in freundlichen weißen und grauen Tönen gestaltet. Ganz neu ist der Bereich für Menschen mit körperlicher Behinderung. Sie haben jetzt eine eigene Toilette, Dusche und eigene Kleiderschränke.


Dusche springt automatisch an

Dass die erweiterten Sanitärbereiche für Damen und Herren mit modernster Technik ausgestattet sind, versteht sich von selbst. Sensoren setzen das Wasser in den Duschen in Gang. Damit dieses nicht zu lange in den Leitungen steht und sich Keime vermehren könnten, spülen alle Armaturen zwei Mal täglich voll automatisch, auch wenn kein Betrieb im Bad herrscht.

Ob es sich allerdings auszahlt, dass die Planer mit Fließen an den Wänden im Sanitärbereich gespart haben, wird nicht nur von den ausführenden Handwerkern bezweifelt. Vor dem Umbau gab es in der Wärmehalle "viel toten Raum", der werde jetzt genutzt, sagt Philipp.

Er und Zillich sind heilfroh, dass Stadtrat und Bürgermeister hinter der Sanierung stehen. Besonders dankbar sind sie den Räten, dass sie sich für das Edelstahlbecken entschieden haben und nicht für die Halblösung mit Folie. Das pflegeleichte Edelstahlbecken ist auch für die Schwimmer ein Traum, hört das Personal im Bad immer wieder.