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Adelsdorf
Gemeinderat

Nainsdorf macht sein Buswartehaus schick

Das Häuschen ist veraltet und zu dunkel. Deshalb kriegt der Adelsdorfer Ortsteil ein neues. Die Alternative wäre eine Versetzung gewesen. Den Rasern im Ort soll eine gezeichnete 30 entgegenwirken.
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Der Adelsdorfer Bau- und Umweltausschuss am Buswartehäuschen in  Nainsdorf  Fotos Britta Schnake
Der Adelsdorfer Bau- und Umweltausschuss am Buswartehäuschen in Nainsdorf Fotos Britta Schnake
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Zwei Punkte liegen den Nainsdorfern schwer auf der Seele. Aus diesem Grund beraumte der Adelsdorfer Bau- und Umweltausschuss am Mittwochabend einen Ortstermin an, um sich selbst ein Bild von der beschriebenen Problematik zu machen. Kein Wunder also, dass sich viele Nainsdorfer unter die Mitglieder des Ausschusses mischten, um zu sehen, ob man sich ihrer Belange annimmt.

Besonders im Winter zu dunkel

Ein Sorgenkind präsentiert sich in Form des Buswartehäuschens. "Die Beleuchtung ist nicht optimal", erklärte Bürgermeister Karsten Fischkal (FW). Eine junge Mutter ergänzte: "Es ist sehr dunkel hier, besonders im Winter." Zwei Möglichkeiten offerierte Fischkal dem Gremium: "Entweder versetzen oder das Häuschen austauschen, innen beleuchten und eine Laterne setzen." "Da muss was Neues her", bekräftigte Gerd Stingl (CSU). Letztlich machte die Entscheidung für ein neues Häuschen an alter Stelle das Rennen. "Tauschen wir das Glump aus und machen es schick", brachte es der Gemeindechef auf den Punkt.

Ein weiteres Anliegen präsentiert sich dicht hinter dem Ortseingang. Zwar gilt hier Tempo 30, doch daran wird sich aufgrund der kerzengeraden Strecke wohl nicht wirklich gehalten. "Die kommen da schon reingeschossen", sagte Fischkal. Jörg Bubel (SPD) fragte, wer außer den Anwohnern hier reinfahre. Ein mehrstimmiges "Sehr viele" aus dem Kreis der Nainsdorfer Bürger war die prompte Antwort.

Fischkal schlug vor, eine Bodenzeichnung mit einer großen "30" anzubringen und zusätzlich ein Messgerät aufzustellen, um herauszufinden, wie viele Fahrzeuge diesen Weg täglich nehmen und um welche Fahrzeuge es sich handelt. "Wenn keine Änderung eintritt, überlegen wir uns den nächsten Schritt." Diesem Vorschlag schloss sich das Gremium einstimmig an.

Schon seit Längerem ist der Gemeinderat auf der Suche nach einem passenden Gelände für einen Skate- und Dirtpark. Nun hat der Bürgermeister den Hochbautechniker des städtischen Baumamts, Sebastian Berger, losgeschickt, um die Freifläche am Ende der Hochstraße hinter der Spielothek "Löwen Play" genauer unter die Lupe zu nehmen, ob sich diese sich für das Vorhaben eignet.

"Das wäre nicht schlecht"

Das 1100 Quadratmeter große Areal befindet sich in Gemeindebesitz und böte alles, was ein Dirtpark brauche. Mit einem Ortstermin machte sich der Bau- und Umweltausschuss ein Bild von der angedachten Fläche. Dirtbiker Fabian Lamm brachte sein Rad mit. "Das wäre nicht schlecht", sagte er nach einer Begutachtung. Ein paar Hügel müssten angelegt werden. "Für die Sprünge", erläuterte Fischkal. Allerdings wäre das nicht für Skater geeignet. "Wenn wir was versiegeln, wäre das eine andere Sache", sagte der Freie-Wähler-Politiker.

"Ich habe die Mädels im Kopf" entgegnete Sabina König (Grüne). "Die haben etwas ganz Anderes gewollt." Damit spielte sie auf Amely Aulinger und Franziska Grigoleit an, die sich neben einem Skate- und Dirtpark auch einen Treffpunkt gewünscht hatten. "Wir brauchen demnächst einen neuen Jugendbeauftragten", erklärte Fischkal und schlug vor, dass sich dieser mit den Jugendlichen zusammensetzt, um herauszufinden, was genau sie sich wünschen.

"Ich schätze, das wird auf eine Kombination hinauslaufen", prophezeite König. Norbert Lamm (SPD) gab zu bedenken, dass auch ein Platz zum Lagern der Geräte wie Schaufeln zur Ausbesserung der Dirtbahn benötigt wird. "Vielleicht ein Bauwagen." Fischkal ließ nicht unerwähnt, dass die Gemeinde bereits versucht, das Grundstück nebenan ebenfalls zu erwerben: "Die Jungs warten schon so lange, dass wir zeitnah versuchen sollten, die Bahn hinzukriegen", resümierte Fischkal.

Ein Hof(bräu)haus für Adelsdorf

Die Nutzungsänderung des Hofhauses sowie der Scheune des Adelsdorfer Schlosses war ein weiterer Punkt auf der Tagesordnung des Bau- und Umweltausschusses am Mittwochabend in der Aischgrundhalle. Bis Juli 2019 war dies noch Wohnraum. Doch nun sind die Umwandlung in eine Schankwirtschaft mit Freischankfläche und in der Scheune ein Lagerraum geplant.

"Ich habe mich schon lange gefragt, wo man mal schön ein Bierchen oder ein Weinchen trinken könnte", sagte Bürgermeister Karsten Fischkal (FW). "Wenn wir vom Schloss als kulturelles Zentrum sprechen, dann ist das eine ganz tolle Ergänzung." Norbert Birkner (ABWI) wollte aber wissen, welche Kosten auf die Gemeinde zukommen. Diesbezüglich beruhigte ihn Fischkal: "Das ist bereits eingeplant und wir bekommen Zuschüsse, zum Beispiel aus dem Denkmalschutz. Wir werden Schritt für Schritt vorgehen. Alles, was wir in dem Schloss tun, muss ja mit dem Denkmalschutz abgesprochen werden."

Tim Scheppe (FW) fragte, ob die 22,71 Quadratmeter große Scheune noch an Vereine vermietet wird. Dies bejahte der Bürgermeister. "Aber es muss rechtzeitig angemeldet werden. Um das Schloss herum haben wir Anwohner, da können wir nicht jede Woche eine Großveranstaltung machen." Dem Bauantrag wurde einstimmig zugestimmt. Was unter anderem daran lag, "dass beides, Hofhaus und Scheune, in den Händen einer Person liegen wird", erklärte Fischkal.

Pächterin des Hofhauses ist Andrea Sieglitz-Hoepffner. 2002 zog sie nach Adelsdorf, doch "mir hat das kulturelle Leben gefehlt", erklärte sie. "Abends mal weggehen auf ein Glas Wein, nachmittags Kaffee und Kuchen." Mit der ehemaligen Mieterin, einer Künstlerin, war Sieglitz-Hoepffner befreundet, "Ich habe mich in das Haus und Schloss verliebt", sagt sie.

Zuvor war die Quereinsteigerin viele Jahre im Managementbereich tätig. "Der Start in die Gastronomie erfolgte stufenweise", berichtete sie, gibt es doch viele Anforderungen bei einer gewerblichen Nutzung, schon allein seitens des Denkmalschutzes. "Zur Zeit findet ein eingeschränkter Betrieb im Außenbereich statt", sagte Sieglitz-Hoepffner. Wie schnell es weitergeht, hängt auch von der Corona-Entwicklung ab.

Alles steht und fällt mit dem Hochbehälter

Die Besichtigung des Hochbehälters in Aisch führte den Adelsdorfer Haupt- und Finanzausschuss in die Kellerstraße. Betriebsverbundleiter Hans Schockel machte die Mitglieder des Gremiums mit den Problemen vertraut, die sich im Laufe der Zeit aufgetan haben. "Der Hochbehälter wurde 1966 gebaut, angelegt für 3500 Einwohner", erklärte er. "Bereits 2017 hatten wir 6500 Einwohner, also fast doppelt so viele - und 2020 werden 8000 Endkunden versorgt."

Mit prägnanten Worten verdeutlichte Schockel, welche Aufgaben der Hochbehälter hat: "Er dient der Trinkwasserzwischenspeicherung, gleicht Betriebsstörungen aus und ist zuständig für die Löschwasserversorgung. Alles steht und fällt mit dem Hochbehälter in Aisch." Doch der Zahn der Zeit nagt am Gebäude, um eine Sanierung oder einen Neubau kommt die Gemeinde nicht herum. "Die Anlage ist um die Hälfte zu klein", veranschaulichte Schockel. "Man kann alles sanieren, wenn man will, doch macht das wirtschaftlich Sinn?"

Es müsste so einiges getan werden, um zum Beispiel die beiden Wasserkammern auf den neuesten Stand der Technik zu bringen. Um die Rentabilität von Sanierung und Neubau gegenüber zu stellen, verdeutlichte Schockel: "Für einen Kubikmeter Sanierung kann ich mir zwei Kubikmeter Neubau leisten." Uwe Pöschl (CSU) fragte, wo man den Neubau denn hinstellen könnte. Zwei Möglichkeiten zeigte der Betriebsverbundleiter auf: "Am Ziegelhüttenweg oder auf dem Grundstück hinter dem jetzigen Hochbehälter."

"Für wie viele Leute soll der Hochbehälter denn gebaut werden?", hakte Norbert Lamm (SPD) nach. "Für 10 000", erwiderte Schockel. Nico Kauper (CSU) erkundigte sich beim Fachmann nach dem möglichen Baubeginn. "Realistisch wäre ein Start Ende 2021", so Schockel. Die Fertigstellung wäre zwei Jahre später. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus.

Schon mal unterwegs, nahm das Gremium am Rathaus einen weiteren Ortstermin wahr. Zwei leerstehende Gebäude, das "Schostak-Haus" - auch "Albert-Haus" genannt - auf der einen Seite sowie das Nachbargebäude, den meisten bekannt als das "Brenner-Haus", sollen einer neuen Verwendung zugeführt werden. Geplant ist ein Ärztehaus.

"Die Ärzte haben ihre Praxis zur Zeit im Schloss", erklärte Geschäftsleiter Wolfgang Mößlein. Doch wenn dieses saniert wird, müssen die Praxen raus. Klar zu sein scheint, dass das "Schostak-Haus" um einen Abriss nicht herum kommt. Was das "Brenner-Haus" betrifft, scheiden sich jedoch die Geister. Jörg Bubel (SPD) sähe das Gebäude gerne nutzbar für die Gemeinde, als Begegnungsstätte. Mößlein erklärte jedoch: "Nach Meinung verschiedener Experten wäre eine Sanierung schwierig und unwirtschaftlich." Auch hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.