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Zeckern
Franken helfen Franken

Junger Franke kämpft gegen seltene Krankheit Gasbrand: Infektion veränderte sein ganzes Leben

Michael aus Zeckern leidet an einer seltenen Infektionskrankheit: Gasbrand. Mit unserer Spendenaktion "Franken helfen Franken" können Sie ihn unterstützen.
 
Nach Monaten im Krankenhaus darf Michael mit Freundin Babsi erstmals wieder an die frische Luft.p
Nach Monaten im Krankenhaus darf Michael mit Freundin Babsi erstmals wieder an die frische Luft.p

Vor knapp zwei Jahren war die Welt von Michael Emrich aus Zeckern (Gemeinde Hemhofen) noch in Ordnung. Er war 24 Jahre jung, gesund, arbeitete als Elektroniker bei Siemens in Erlangen. In jener Woche hatte er Urlaub und wollte mit seiner Freundin Babsi die gemeinsame Wohnung renovieren.

Es war Samstag, der 9. Februar 2019, als ihm an seiner Hand eine Blutblase auffiel. Michael hatte soeben noch Müll weggebracht und schaute sich jetzt mit Babsi nach neuen Möbeln um.

Gasbrand: Michael aus Franken kämpft gegen seltene Krankheit

Auf dem Heimweg vom Möbelhaus fühlte er sich bereits schlapp. Am Sonntag kam Fieber dazu, nachts Bauchschmerzen. Die Freundin brachte Michael ins Forchheimer Krankenhaus. Diagnose: schwere Darmentzündung. Not-Operation, weil er keine Luft mehr bekam. Ein Stück Darm wurde entfernt. Michael erlitt einen septischen Schock mit Multiorganversagen. Freundin Barbara und Mutter Kerstin erinnern sich an die Worte des Anästhesisten, wonach Michael nur unter Gabe von höchstdosierten, kreislaufunterstützenden Medikamenten am Leben erhalten werden konnte.

Von der Infektionskrankheit "Gasbrand" wusste die Familie bis zu diesem Zeitpunkt wenig. Zu Kriegszeiten war sie weiter verbreitet. Ein Zehntel der im Ersten Weltkrieg gestorbenen Soldaten soll an Gasbrand gestorben sein, heißt es in der Literatur. Noch heute gibt es für die Hälfte der Infizierten keine Rettung.

An jenem 10. Februar nahm der Leidensweg von Michael seinen Lauf. Dem Tod gerade noch von der Schippe gesprungen, ging es vom Forchheimer Krankenhaus aus in die Erlanger Uniklinik. Dort wurde schließlich die Diagnose gestellt: Gasbrand. Obwohl körperlich schwach, begann die Therapie: Michael bekam sehr viel Volumen (Flüssigkeit), Antibiotika, andere Medikamente, wurde an die Herz-Lungen-Maschine und an die Dialyse angeschlossen. In kürzester Zeit folgten weitere Operationen, um das infizierte, nekrotische (abgestorbene) Gewebe zu entfernen.

Heiratsantrag per Buchstabentafel

Doch Michaels Zustand wurde schlechter statt besser. Eine junge Ärztin sagte der Familie am 14. Februar, dass man nun nichts mehr operieren könne. Es sei Zeit, Abschied zu nehmen. Freundin Babsi wich nicht von seiner Seite. Eine kleine Besserung zeigte sich am 16. Februar, wenn auch noch unter Lebensgefahr.

Dann, am 7. März, ein Hoffnungsschimmer: Michael erwachte aus dem Koma. Zu diesem Zeitpunkt hatte er weitere zehn OPs hinter sich gebracht. Zum Atmen hatte er einen Luftröhrenschnitt bekommen, mit einem Tracheostoma (eine Verbindung zwischen äußerem Luftraum und Luftröhre) konnte er nicht sprechen, die Kommunikation war sehr schwer.

Vier Tage später machte Michael seiner Babsi einen Heiratsantrag - mit Hilfe einer Buchstabentafel. Ja - sie hat Ja gesagt.

Amputation, Beatmung, Dialyse: Zahlreiche Komplikationen folgen

Monate mit vielen Komplikationen folgten. Das linke Bein musste amputiert werden, ein multiresistenter Keim kam dazu, immer wieder war Beatmung notwendig. Schmerzen an den Wunden, Infekte. Im August wurde eine Hirnblutung festgestellt. Dazu hat er eine Polyneuropathie entwickelt, so dass er sich nicht mehr bewegen konnte. Dennoch: Der neurologische Zustand besserte sich wieder.

Eine Rehaklinik in Kreischa bei Dresden brachte für Michael Emrich eine Wende in seinem Krankheitsverlauf. Nach einer langen Beatmungsentwöhnung kam er von der Beatmung los. Und obwohl Ärzte der Meinung waren, er müsse sein Leben lang Antibiotika nehmen, konnte er auch diese absetzen. Am 19. Januar 2020 brauchte er keine Dialyse mehr. Michael, der bislang über eine Magensonde ernährt worden war, konnte langsam wieder essen und trinken und sogar selbstständig Rollstuhl fahren. Gut, dass Verlobte Babsi selbst Krankenschwester ist und sich liebevoll und professionell um ihn kümmert.

Am 19. Mai wird Michael aus der Reha entlassen. Für die Familie, Eltern, drei Geschwister und die Freundin, stellt sich die Frage, wie es möglich wird, dass Michael daheim im Haus der Eltern in Zeckern wohnen kann.

Barrierefreier Umbau nötig

Sie installieren einen Treppenlift, damit er in die Dachgeschosswohnung kommt, organisieren Pflegebett und Rollstuhl. Dennoch wird schnell deutlich, dass vor allem das Badezimmer und auch die Küche barrierefrei werden müssen. Die Ersparnisse der Familie reichen dafür leider nicht aus. Über Unterstützung würde sie sich freuen (siehe Informationen unten).

Vor wenigen Wochen hat Michael einen Rückschlag erlitten. Er musste erneut in die Klinik. Aber immerhin: Wie es aussieht, ist es nicht der Gasbrand. Michael selbst, Babsi und die ganze Familie fiebern dem Tag entgegen, an dem er endlich dauerhaft nach Hause darf. Was ist Gasbrand?

Gasbrand ist eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien ausgelöst wird. Genauer durch Clostridien, insbesondere durch den Erreger Clostridium perfringens. Dieser kann überall in Form von Sporen im Erdreich und in der Umwelt vorkommen. Über Verletzungen oder zerstörtes Gewebe kann der Erreger in den Körper eindringen.

Wie Gasbrand den Körper angreift

In den folgenden Tagen entwickelt sich eine Wundinfektion, die unter Gasbildung zur Zerstörung von Muskulatur und Gewebe führt. Außerdem können dabei toxische Stoffe in den Kreislauf gelangen, die zusätzlich lebenswichtige Organe schädigen.

Behandelt wird die Krankheit mit der schnellen Gabe von Antibiotika und durch chirurgisches Eingreifen.

"Franken helfen Franken" Spendenverein

Die Mediengruppe Oberfranken (mgo) erreicht über ihre lokalen Zeitungen, wie beispielsweise den Fränkischen Tag, sowie digitale Informations- und Service-Portale jeden Tag rund 600 000 Menschen.

Außerdem ist die mgo mit Tochterfirmen wie mgo360, mgo Fachverlage oder mgo Digital Ventures als Multimediaunternehmen breit aufgestellt. Diese Vielfalt nutzt die Unternehmensgruppe, um mit dem Spendenverein "Franken HELFEN Franken" seit 2009 Hilfsbedürftige in ganz Franken zu unterstützen. Alle Spenden gehen zu 100 Prozent an in Not geratene Menschen oder gemeinnützige Organisationen und Projekte in der Region. Die Verwaltungskosten übernimmt die mgo. Insgesamt wurden seit der Gründung 2009 deutlich über eine halbe Million Euro von Franken HELFEN Franken vergeben.

Spendenkonto Mediengruppe Oberfranken - Franken HELFEN Franken e.V. Sparkasse Bamberg IBAN DE 62 7705 0000 0302 1945 01 BIC BYLADEM1SKB; Spendenzweck: Krank durch Gasbrand, Landkreis ERH